Was meine Wirbelsäule braucht...

Was meine Wirbelsäule braucht...

Beitragvon Twei » Freitag 9. September 2011, 21:30

Was meine Wirbelsäule braucht...

Viele Klagen über Muskelverspannungen und -verkrampfungen und ich tätige deshalb häufig die Seitendehnübung. Im Herbst, Winter und Frühling muß ich sie täglich 2-4 mal durchführen, sonst bekomme ich schnell Rückenschmerzen im LWS-Bereich, Bewegungseinschränkungen und zusätzliche Schlafstörungen, wegen Verkrampfungen. Ebenfalls hilft diese Übung auch BWS- und HWS-Bereich zu dehen, sodass Blockaden vorgebeugt wird.

Vor ca. 2 Jahren schrieb ich einem User im Forum unten stehende Antwort. Er klagte über Kieferbeißen. Da ich mich über diesen User ärgerte, hatte ich meine Zeilen aus seinem Thread rausgenommen. (Im Zitat wurde wenig korrigiert).

Seitendehnübung:
"Der Sport führt auf jeden Fall zu stärkeren Verspannungen. Auf die Zähne beißen tut den Blomben u.ä., Nerven und Kiefergelenk nicht gut. Das Beißen setzt sich im Schlaf fort. Die Schmerzen werden immer heftiger und hören nicht mehr auf. Die Zähne brechen schneller und sind extrem temperatur- und druckempfindlich.
Dies ist eine meiner Geschichte vor ca. 8 Jahren.

Fazit: Der Arzt legt Nerven still und setzt neue Blomben und Kronen.
Gegen das Beißen bekommt man einen Plastikbeißschutz. So kann man schön weiter beißen. (Alles bei mir geschehen!)

a) Was bei mir wirklich half: Weniger körperliche Anstrengungen und etwas, was kein Arzt oder Therapeut weiß, seitliche Dehnübungen:
- auf den Rücken lang legen
- steifes Kissen etwas unter die rechte Pobacke legen und nach unten gegen Rollen
- linkes Bein gestreckt nach rechts legen (über das rechte Bein drüber)
- soweit mit dem gestreckten Bein in die 90 bis über 90 Grad kommen (Bein will zurück zurückrutschen)
- an einem seitlichen Gegenstand (Wand, Möbelstück oder Kissen) mit dem Bein Fuß einharken/gegensetzen o.ä.
- die Hüfte sollte nicht über 90 Grad mit gedreht werden (deshalb o.g. Kissen)

b) Wo es ziehen sollte:
- Außenkante linker Fuß
- Außenseite linker Oberschenkel
- linke obere Pobacke
- linke Seite Bauch und Brust
- eventuell etwas an der linken Halswirbelsäule (Verstärkung durch Kopfkissen)
- Kiefer locker halten, aber so daß er ohne Anstrengung leicht mitgedehnt wird

c) Die Arme sind nicht Überkopf. Sie können unten liegen oder zum Schmetterling mit Handflächen nach Oben oder Unten. Dadurch verstärken sich die Dehnfaktoren.
Ich bin in vielen Bereichen seit meiner Jugend überdehnt worden. Vielleicht können andere diese Übung so erst gar nicht machen, wegen Übersteife. Jedoch könnte meine Vorgehensweise zu einer von Euch abgeänderten Weise führen, die auf Einem individuell zugeschnitten ist.

Bei dieser Übung gilt auch: Etwas aufgewärmt sein, 3-4 x mal ist Effektiv, das Erste Mal 2-4 Minuten, die weiteren Male ruhig länger, zwischendurch ca. 30 bis 60 Sekunden Dehnpause, das wird ohne Anstrengung durchgeführt nicht mit Gewalt (es werden Wirbel mitgedehnt!) schön ruhig und bedacht, seinen Körper spühren und danach vorsichtig handeln, es darf nicht zu starken Schmerzen kommen (Zerrungsgefahr), nicht schwingen oder wippen.

d) Was man mit der linken Seite machen kann, kann man auch mit der rechten Seite durchführen.
Welche Übung das Ganze noch ergänzt ist das Innenschenkeldehnen:
- Rückenlage
- Beine Ranziehen
- seitlich auseinander fallen lassen
(mit Händen oder Faust an den Unterschenkelgelenken die Dehnung langsam kommen lassen und begrenzen)

Ab und Zu Rücken und Bauchmuskeln im Stand dehnen, unterstützt Alles noch besser.

Was ich mit diesen Übungen verbesserte:
- keinen Kau- und Beißzwang mehr
- keine Kieferschmerzen mehr nur von den doofen Zahnpräperaten ab und zu
- Knieschmerzen durch Sehnen- oder Muskelverspannungen beseitigt (nur die, die davon kommen)
- Lähmungserscheinungen gemindert/beseitigt
- konnte auch mal über eine Belastungsgrenze gehen und mit diesem Dehnen direkt gegenwirken

Was passieren kann: Eine unangenehme Zerrung, wenn man übertreibt oder zu kalte Muskeln hatte.

Wodurch ebenfalls Kieferverspannungen kommen, ist Überdruck im Verdauungssystem: Beseitigung/Linderung nur durch Aufstoßen oder Pupsen alsauch durch Brustkorb- und Bauchdehnübungen.

XXX - Was für mich hilfreich ist, kann für Andere auch schädlich sein. - XXX
Dieses sind Anwendungen, die ich ohne Arzt für mich selbst gefunden habe.
Jahrelang habe ich mir da eine eigene Übung und ein eigenes Gefühl zur Ausführung angeeignet und ausprobiert."

Ich führe diese Übung vorwiegend nur im Bett durch. Aufgrund der hohen Zimmertemperatur sind meine Muskeln unter der Bettdecke recht warm und es reichen wenige Bewegungen hin und her aus, auch schütteln oder strampeln, um die Vorsteifheit zu lockern.


e) Jeden Tag - Entspannungsübung -
muß ich mich morgens nach dem Frühstück flach auf dem Rücken legen, besser ohne Kopfkissen oder nur ein ganz kleines Flaches, für ca. 40 Minuten. So verschaffe ich mir für ca. 2-4 Stunden Freiheit von BWS-Verspannungen, ebenfalls nach jedem Mittagessen. Die Arme liegen flach neben dem Körper, Handflächen nach unten mit wenig Abstand zum Beckenknochen, Beine lang und parallel, mit ca. ein Fuß Abstand, Zehenspitzen nach oben zeigend, Augen zu und Kiefer gelockert.

Ich atme ganz ruhig und versuche eine völlige Entspannung zu erzielen (leichtes Wärme- u.o. Kribbelgefühl in den Gliedern). Ich höre leichte nicht aufschreckende Musik (z.B. Alpenpanorama auf 3Sat oder Bayern). Am Ende der Entspannungsübung spanne ich möglichst alle Muskeln heftig an mit 2-3maligen Armbeugen und starker Atmung. So soll das Kribbeln weggehen und auch die Muskeln wissen, dass die Übung zu Ende ist.


f) Wenn ich ganz starke BWS-Verspannungen
oder gar eine feste Verkrümmungen habe, dann nehme die ich o.g. Grundhaltung der Entspannungsübung ein, auf dem harten Fußboden mit Teppich. Unter dem Kopf liegt nur ein flaches Handtuch (also keine Kopferhöhung). An der gekrümmten WS-Stelle zwischen den Schulterblättern tut das Weh. Es hilft aber auf langer Sicht. So ein Druckpunkt erzeugt auch so etwas wie eine kleine Prellung, aber anders bekomme ich die Stelle nicht zu packen.

Manchmal kann ich mich gar nicht richtig Flach legen. Ich versuche das solange bis das klappt. Ich entspanne mich einige Minuten und schiebe dann die Arme als Schmetterling zur Seite (Stellung 1-2 Minuten halten). Mit tiefen oder ruhigen Atem versuche ich Dehngefühle oder Entspannungen zu erzeugen, die ganze Übung durch. Danach drehe ich die Handflächen nach oben für einige Zeit (1-2 min.), schiebe dann die Arme wieder parallel zum Körper, später wieder zum Schmetterling, wieder Handflächen drehen und zurück (Wiederhole ich öfters, aber immer erst nach einigen Minuten Stellungshalten).

Anschließend nehme ich die Arme gerade über den Kopf und versuche sie ohne zu Wippen oder Zerren nach hinten auf den Boden abzulegen. Wenn es mit geraden durchgestreckten Armen nicht klappt, dann eben etwas anwinkeln - nur keine Gewalt (Hände füge ich zusammen). In dieser Haltung verharre ich einige Zeit und entspanne mich. Dann kehre ich wieder in die Entspannungsgrundhaltung (Arme unten parallel zum Körper) zurück. Ich wiederhole jene Übung einige Male. Je nach Gefühl führe ich auch noch mal die Schmetterlingshaltung hinzu, bleibe einfach mal ruhig liegen und spüre wie die Wirbelsäule gerader wird, trotz heftigem Druckpunkt.

Wenn ich es für richtig halte, füge ich auch komponenten der Seitendehnübung ein. Ich erfühle immer was nötig bzw. möglich ist.

Wenn ich nach der Übung aufstehen möchte, dann geht das sehr schwer; das schaffe ich nur durch vorsichtiges zur Seite rollen. Der Rücken ist völlig steif, aber gerade. Es fühlt sich an, als wenn ich an einem Stiel gebunden wäre.

Vielleicht schaffe ich es an einem solchen kaputten Tag dann ca. 1 Stunde das Nötigste vorsichtig zu verrichten. Die Verspannung ist ja nicht ganz weg - nur der Rücken ist etwas gerader. Bei unvorsichtiger Bewegung oder Belastung kann ein Wirbel verrutschen. Bei mir sind es dann die Lendenwirbel oder Halswirbel. Das gibt dann wieder 2 Wochen Ärger. Die BWS-Verspannung bis hin zur Blockade ist immer ein Vorbote/-zeichen. - Deshalb schone ich mich dann die nächsten Tage.


Um Mißverständnissen vorzubeugen sage ich hier klipp und klar, dass oben genannte Übungen eine MCS-Erkrankung nicht heilen kann, konnte oder wird.

Die chemischen Dämpfe von Parfümstoffen, Kamin- und Rauchabgase; Wasch-, Desinfektions- und Lösungsmitteln, also auch der morgendlichen Kanalisationsdämpfen, bewirken das Zusammenziehen meiner Muskeln und Sehnen (in der alten Wohnung auch die Nachtspeicherheizung und der Spanplatten- /PVC-Fußboden). Ich muß jeden Tag gegen diese Verspannungen ankämpfen, damit die bei mir dokumentierte LWS Hyperlordose und
Facettenhypertrophie L5/S1 mich nicht völlig ruhig stellen und dauerhafte Schmerzen im WS-Bereich bereiten.


Wie versucht Ihr gegen Muskelverkrampfungen vorzugehen?
Habt Ihr auch Übungen oder Methoden entwickelt, um eine gewisse Mobilität zu erhalten? mfg Twei
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Re: Was meine Wirbelsäule braucht...

Beitragvon Twei » Mittwoch 19. Juni 2013, 13:38

Nachtrag zur Knirscherschiene:

Weil ich seitdem keine Knirscherschiene mehr nutze, mußte ich jedoch eine geeignete Schlafposition finden.

Ich muß darauf achten, dass ich in der Seitenschlafposition den Unterkiefer nicht zu schräg zum Oberkiefer setze/halte. Mit Hand/Finger am Unterkinn gelingt mir dieses; es ist immer der Arm, der zur Decke hinweist.
Ein kleines zusätzliches Kissen unter dem Arm verhilft mir dabei, dass die Gelenke (Ellenbogen und Hand) eine vernünftige Stellung finden und auf Dauer nicht anfangen zu schmerzen. Dieses passiert nämlich, wenn die Gelenke dauerhaft in einer ungünstigen Haltung positioniert werden ohne eine Gegenmaßnahme!

Unter- und Oberkiefer darf ich auch nicht direkt aufeinanderpressen, sondern ich muß 1-5 Millimeter Abstand halten - spätestens dann muß die Handstellung am Unterkinn eine weitere Öffnung des Kiefers stoppen / verhindern. Ab und zu stellt sich das Gebiss auch mal auf eine leichte gegenseitige Berührung ein ... darum achte ich immer darauf, dass dieser dann nicht zu "Schräg" ist (s.o.).

Als ich damals bei mir einen solchen Zusammenhang bemerkte, brauchte dafür einige Zeit, um diese Schlafposition jeweils Links als auch Rechts zu perfektionieren.

Voraussetzung dafür ist aber, dass ich meine Muskulaturen (Wirbelsäule und was damit zusammenhängt) nach obigem Prinzip im ersten Beitrag entspanne. Dieses zusammen mit meiner individuellen Schalfposition verhalf und verhilft mir das Problem mit dem "Zähnebeißen" zu beseitigen bzw. dem entgegenzuwirken.

PS: Mein zweites kleines Kopfkissen braucht in der Mitte senkrecht eine kleine Falte (vertieften Spalt), damit in dieser das Kiefergelenk und die Backenzähne eine "druckfreie" Platzierung finden!

#Wirbelsäule #Schlafen #Knirscherschiene #Aufbissschiene #Muskulatur #Verspannung #Seitendehnen
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