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"In der Volksheilkunde verwendet man alle Teile der Wegwarte. Die Wurzeln der Wegwarte werden im Frühjahr ausgegraben, gesäubert und getrocknet. Bei den Blättern der Wegwarte beschränkt man sich meist auf die Verwendung der unteren Stengelblätter und der Wurzelblätter. Die Blütenblätter der Wegwarte werden zur Verwendung einzeln abgezupft.
Wegwartetee
Für einen Wegwartetee wird ein Teelöffel Wegwarte-Blätter mit 200 ml kochenden Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. Bei Beschwerden werden traditionell täglich 2 Tassen dieses Tees auf nüchternen Magen eingenommen. Wegwartetee fördert die Verdauung, beseitigt Magenverschleimung und Magendrücken, reinigt das Blut, die Leber, Milz und Nieren und wirkt heilend bei chronischen Hautausschlägen. Gegen Gelbsucht und Erkrankungen der Galle soll Tee der Wegwarte vorbeugend wirken. In der Naturheilkunde mischte man den Wegwarte-Tee zur Wirkverstärkung meist mit Kresse, Hirtentäschel oder Löffelkraut im Verhältnis 1:1.
Wegwarte-Saft
Einen Wegwarte-Saft gewinnt man aus der Wurzel der Wegwarte. Er wird in der Volksheilkunde gern als Frühjahrskur oder Blutreinigungskur genutzt und als noch kräftiger als der Tee beschrieben. Zur Blutreinigung mischte man 4 Eßlöffel Wegwarte-Saft, den man durch auspressen der Wurzel erhält, mit einer Tasse Milch. Für eine Kur trank man täglich eine Tasse dieser Mischung über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen.
Die Wurzel der Wegwarte zusammen mit Löwenzahn im Verhältnis 1:1 gemischt und mit etwas Fenchel in Wasser gekocht, soll eine noch kräftigere Wirkung zeigen.
Wegwarte-Wurzelabkochung
Eine Abkochung der Wurzel, 100g Wegwarte-Wurzel auf 250ml Wasser wurde traditionell bei Augenleiden und Brustleiden erstellt. Bei Entzündungen der Augen mischte man das Wurzelwasser mit Kornblumenwasser im Verhältnis 1:1 und legte damit getränkte Wattebäuchen auf die Augen.
Wegwarte-Zucker
Für einen Wegwarte-Zucker nimmt man die blauen Blüten der Wegwarte, die man klein schneidet in einem Mörser zerstösst. Dazu gibt man 3 Teile unraffinierten Zucker. Sobald der Zucker eine musartige Konsistenz aufweist, stellt man diesen Wegwarte-Zucker in die Sonne. Anschließend ist der Zucker ein Jahr lang verwendbar. Er soll in der Wirksamkeit dem Kraut der Wegwarte in nichts nachstehen und bei den meisten, unter Indikationen aufgeführten, Beschwerden hilfreich sein.
Eingemachte Wegwarte-Wurzel
Verwendet werden die im Frühjahr gesammelten Wurzeln. Sie werden gewaschen und in Stücke geschnitten. Anschließend wird die Wegwarte-Wurzel mit Wasser und Zucker gekocht, bis es eindickt. Die eingedickte Wurzel wird mit etwas Rosenwasser vermengt und erneut gekocht, bis zur Konsistenz eines Sirups. Zum Schluß bewahrt man die eingemachte Wegwartwurzel in einem dunklen Glas auf.
Gegenanzeigen und Nebenwirkungen
Bei massvoller Verwendung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Schulz schrieb 1929 in Vorlesungen über Wirkung und Anwendung der deutschen Arzneipflanzen über Nebenwirkungen wie Bildung von Hämorrhoiden und Varizen bei regelmäßigen Genuß von Zichorienkaffee.
Anbieter und Preis
Im Kräuterhandel werden Wegwarte-Kraut und Wegwarte-Wurzel zum Kauf angeboten. 100g Wegwarte-Kraut erhält man zu einem durchschnittlichen Preis von 2 Euro. 100g Wegwarte-Wurzel kann man zum durchschnittlichen Preis von 3 Euro kaufen."
http://www.heilpflanzenkatalog.net/heilpflanzen/heilpflanzen-europa/205-wegwarte.html