Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Alex » Samstag 3. November 2012, 11:41

Genug ist genug.

Das finnische Gesundheitsministerium hat eine "Studie" veröffentlicht.

Geräuschempfindlichkeit und MCS stünden in engem Zusammenhang.
Wer geräuschempfindlich ist hätte allerdings mehr Affinität zu Rauchen und Neurotik.
Die Chemikaliensensiblen hätten mehr Affinität zu Alkohol und Allergien.

Zu lesen gibt es das Teil hier:
http://www.noiseandhealth.org/article.asp?issn=1463-1741;year=2012;volume=14;issue=60;spage=215;epage=223;aulast=Heinonen-Guzejev


Kostprobe:

Noise sensitivity and multiple chemical sensitivity scales: Properties in a population based epidemiological study
Marja Heinonen-Guzejev1, Markku Koskenvuo1, Helena Mussalo-Rauhamaa1, Heikki S Vuorinen1, Kauko Heikkilä1, Jaakko Kaprio2
1 Department of Public Health, Hjelt Institute, University of Helsinki, P.O. Box 41, FI-00014, Helsinki, Finland
2 Department of Public Health, Hjelt Institute, University of Helsinki, P.O. Box 41, FI-00014; Department of Mental Health and Substance Abuse Services, National Institute of Health and Welfare; Institute for Molecular Medicine Finland, University of Helsinki, FIMM, Helsinki, Finland


Noise sensitivity is considered to be a self-perceived indicator of vulnerability to stressors in general and not noise alone. Multiple chemical sensitivity (MCS) has to some extent been accompanied by noise sensitivity, indicating a moderate correspondence between them. The aim of this study is to investigate if the Weinstein's Noise Sensitivity Scale and Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory's (QEESI) Chemical Intolerance Subscale can differentiate noise sensitivity and MCS as different entities, and if there are overlaps in the characteristics of noise sensitivity and MCS. In 2002, 327 individuals (166 men, 161 women; age range 45 - 66 years) from the Finnish Twin Cohort answered a questionnaire on noise-related and MCS items. Somatic, psychological, and lifestyle factors were obtained through earlier questionnaires for the same individuals. Both confirmatory and exploratory factor analyses (CFA and EFA) of the questionnaire items on the Weinstein's Noise Sensitivity Scale and QEESI's Chemical Intolerance Subscale indicated the presence of three factors - Noise Sensitivity, Chemical Sensitivity, and Ability to Concentrate factors - arising from the forming of two factors from the items of the Weinstein's scale. In the regression analyses, among all subjects, the Noise Sensitivity Factor was associated with neuroticism and smoking, and the Chemical Sensitivity Factor was associated with allergies and alcohol use. The study indicates that the Weinstein's Noise Sensitivity Scale and QEESI's Chemical Intolerance Subscale differentiate noise sensitivity and MCS as different entities.....

Heinonen-Guzejev M, Koskenvuo M, Mussalo-Rauhamaa H, Vuorinen HS, Heikkilä K, Kaprio J. Noise sensitivity and multiple chemical sensitivity scales: Properties in a population based epidemiological study. Noise Health [serial online] 2012 [cited 2012 Nov 3];14:215-23. Available from: http://www.noiseandhealth.org/text.asp?2012/14/60/215/102956
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Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Kira » Samstag 3. November 2012, 13:41

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Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Amazone » Samstag 3. November 2012, 14:06

Dem ist entgegen zu halten:

Aus der Follow-Up-Studie zum Einfluss der Erkrankungsdauer auf gesundheitsbezogene und soziale Parameter bei Multiple
Chemical Sensitivity (MCS)

Anke Bauer, Christoph Mai, F. Oliver Hauf


Im Ergebnis hatte die Dauer der Erkrankung wenig Einfluss auf die Höhe der Symptomscores oder der chemischen Intoleranz (QEESI-CI) bei den Neupatienten der
Klinik zum Zeitpunkt t0. Mit der Erkrankungsdauer stieg jedoch die Häufigkeit zusätzlicher Intoleranzen an (z.B. Alkoholintoleranz)


http://www.umg-verlag.de/umwelt-medizin-gesellschaft/110_b_z.pdf
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Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Twei » Samstag 3. November 2012, 15:51

[quote]...Weitere große Stichprobe Studien sind notwendig, zu untersuchen, ob Empfindlichkeit und MCS ein Teil der allgemeinen Umweltbewusstsein sind. Die zugrunde liegenden Mechanismen der Lärmempfindlichkeit und MCS sollte ebenfalls untersucht werden....[/quote] aus obigem Link / googel-übersetzt

Für mich sieht das so aus, als wenn hier MCS wieder zu einer psychischen Erkrankung verklärt werden soll, dass Drogen- und Medikamentenmißbrauch die Erklärung für das "Austicken" des Körpers liefern sollen - als auch die Anhäufung von Depressionserkrankung, Wut, Neurotizismus und Feindseligkeit!

Der hilfreiche QEESI-Test für Umwelterkrankte, wird dann Mißbraucht zur Fehldeutung.
Es wird hier meiner Meinung nach versucht die Patienten zu stigmatisieren, um ihnen irgendwelche angeblichen Laster - eventuell sogar verheimlichte - zu beweisen oder gar zu unterstellen.

Irgendwie deckt sich der Inhalt des Studien-Textes mit den psycholastigen DBU-Leitlinien, siehe "DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen" - viewtopic.php?t=16581

Tatsächlich läßt sich mit dem QEESI-Test MCS ermitteln, siehe http://www.csn-deutschland.de/blog/2012/04/26/diagnostik-einfach-schnell-und-prazise/


Ich empfinde es als eine Diskriminierung, wenn nun auf internationaler Ebene versucht wird, den QEESI-Test zu mißbrauchen und MCS als eine psychiatrische Krankheit fehl zu deuten, fehl zu behandeln und dadurch einem progressivem Krankheitsverlauf Vorschub zu leisten!

Beabsichtigte falsche "Hilfe" oder das Auffordern wider besserem Wissens anderen Kollegen eine falsche "Hilfe" beizubringen / anzustudieren / anzuraten, ist in meinen Augen UNTERLASSENE HILFELEISTUNG als auch Beihilfe zur KÖRPERVERLETZUNG!

[quote]Die Auseinandersetzung mit Bullshit, wie der Psychothese, wird weltweit geführt und weltweit liegt der Fehler darin, dass das juristische Motiv der Gegenseite nicht aufgedeckt wird und das alle Kritiker den Bullshittern letztlich den Weg ebnen, indem sie die Fiktion einer wissenschaftlichen Diskussion aufrechterhalten....[/quote] ausführlich weiter zu lesen, siehe - http://www.csn-deutschland.de/blog/2010/05/25/umweltmedizin-ihr-habt-es-in-der-hand-teil-ii/
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Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Kaloo » Samstag 3. November 2012, 16:18

Das Studiendesign läßt jedem Wissenschaftler die Haare zu Berge stehen. Ein Mix von Fragebogen und Zielsetzungen.
Die Daten der Patientenkollektive stammten aus einer Zwillingsstudie von 1974, einer anderen Studie vonm 1988, gemixt mit einer Studie von 2002.

Frage, waren es 1974 MCS Patienten?
1988 ging es um Bluthochdruck.

Den Studienbetreibern sollte einer auf die Naht gehen. Unseriös was da läuft in meinen Augen.
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Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Kaloo » Samstag 3. November 2012, 16:22

Der QEESI wurde modifiziert für die finnische Studie (steht in der Studie). Das muss überprüft werden.

A) Ist es eine authorisierte Modifizierung?
B) ISt die Modifiziertung korrekt oder verfälscht sie den ursprünglichen QEESI?
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Re: Umweltmedizin: Das schlägt dem Fass den Boden aus

Beitragvon Kira » Montag 6. April 2015, 09:40

Hat man das alles so schnell vergessen :!:
oder weshalb praktiziert man hier das Gegenteil, in dem man umweltmedizinische Erkrankungen als Behandlungschwerpunkt in der Psychosomatik und Psychotherapie untergebracht hat :?:


NEUROTOXISCHE VERLETZUNGEN IN DER UMWELTMEDIZIN

Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Alsen-Hinrichs und Dr. rer. nat. Anke Bauer Institut für Toxikologie im Klinikum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

....

V. Zusammenfassung

Zusammenfassend möchte ich folgendes hervorheben:

1. Bei den umweltmedizinisch relevanten Schadstoffen handelt es sich überwiegend um solche mit, neurotoxischen Eigenschaften. Durch viele der aufgeführten Schadstoffe wurde bereits im Einzelfall die Grenze neurotoxischer Effekte erreicht oder überschritten. Die Summe der insgesamt einwirkenden neurotoxischen Schadstoffe ist so hoch, dass relevante neurotoxische Effekte beim Menschen, vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, wahrscheinlich sind.

2. Als empfindlichste Personengruppen sind Feten, Säuglinge und Kleinkinder herauszustellen, da ihr Gehirn aufgrund einer unreifen Blutliquorschranke nur unzureichend gegenüber neurotoxischen Schadstoffen geschätzt ist. Ferner ist zu berücksichtigen, dass durch die noch nicht abgeschlossene Enddifferenzierung des Zentralnervensystems eine besondere Empfindlichkeit gegenüber neurotoxischen Schadstoffen anzunehmen ist.

3. Unsere diagnostischen Möglichkeiten zur Erkennung neurotoxischer Verletzungen sind noch sehr dürftig. Insbesondere funktionelle Störungen werden mit den verfügbaren Messtechniken kaum erfasst.

4. Es wäre wünschenswert, wenn sich Neurologen und Psychiater, Psychosomatiker und Neuropädiater intensiver in die Umweltmedizin einklinken und sich wissenschaftlich mit den Ein- und Auswirkungsmöglichkeiten neurotoxischer Schadstoffe auseinander setzen würden.

5. Bei den von uns durchgeführten Dokumentations- und Auswertungsarbeiten umweltmedizinischer Daten konnten genügend Anhaltspunkt dafür gewonnen werden, dass neurotoxische Einwirkungen für den Menschen relevant sind und dass die Aufhebung der Exposition oder sogar schon die Expositionsminderung gegenüber diesen Schadstoffen mit neurotoxischem Wirkungsprofil zu erheblichen Besserungen der durch diese Schadstoffe ausgelösten Gesundheitsstörungen führt.

6. Durch eine sorgfältige umweltmedizinische Anamnese, die bei neurologischen Untersuchungen leider keineswegs üblich ist, könnten die Expositionen gegenüber relevanten neurotoxischen Schadstoffen frühzeitig und mit einem geringen Kostenaufwand erfasst und dann auch abgestellt werden. Durch dieses Vorgehen ließen sich erhebliche Leiden für den Patienten und Kosten für das Gesundheitswesen abwenden. Der gegenwärtige Trend, neurotoxische Schadstoffeinwirkungen zu ignorieren und auch belastete Patienten primär der Psychosomatik und Psychiatrie zuzuführen, halten wir grundsätzlich für falsch oder sogar für einen Kunstfehler.




...
© 2005 Webmaster xgmail Letzte Änderung: 06/13/2010 01:47:21

http://www.buergerinitiative-duisburg.d ... zungen.htm



Patienten mit multiplen Chemikalienintoleranzen:
Umweltmedizin oder Psychosomatik
....
Autor: A.Bauer, E. Schwarz, U.Martens

Institut: Fachkrankenhaus Nordfriesland, Bredstedt...

... Schlussfolgerung: Im Vergleich mit Gesunden waren MCS-Patienten gesundheitlich stark beeinträchtigt, MCS-Patienten unterschieden sich hinsichtlich ihrer Symptomatik signifikant von einer psychosomatischen Vergleichsgruppe. Neuropsychologische Symptome allein sind dagegen zur Unterscheidung der Gruppen ungeeignet, dies kann zu Fehldiagnosen führen ....



PDF Patienten mit multiplen Chemikalienintoleranzen ... - ZfA
von A Bauer - ‎2007

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 7451,d.d2s

siehe auch
Neurotoxizität viewtopic.php?f=93&t=21288
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