von Clarissa » Montag 17. Juli 2006, 10:27
Die Wasserwerke haben soeben geantwortet -- bla, bla, bla
wir möchten Ihnen in diesem Zusammenhang unsere Pressemitteilung zur Kenntnisnahme beifügen:
Eisen, Salz, Wasser oder Gel gegen Kanalgeruch
Pressemitteilung vom 06.07.2006
Abwasser fault zu Schwefelsäure und die zwickt die Nasen und den Beton
Die Berliner Wasserbetriebe sorgen nicht nur für gesundes und klares Wasser, sondern wenden auch fast 3 Mio. € für die Berliner Luft auf. Dafür wird an rund 90 Kanalisationsabschnitten in der Stadt mit Wasser, Salzen, Eisenschlamm oder Gel-Platten gegen Faulprozesse im Abwasser gearbeitet.
Hintergrund: Abwasser riecht zwar immer. Das liegt in seiner Natur. Aber der seit fast 20 Jahren sinkende Wasserabsatz lässt das Abwasser in den Kanälen immer langsamer fließen. Zersetzungsprozesse, die eigentlich im Klärwerk ablaufen sollen, beginnen schon im Untergrund. Wenn Abwasser fault bilden sich Schwefel-Verbindungen. Und die zwicken. Über Tage als Gas "nur" die Nasen, unter Tage als starke Säure auch den Beton der Schächte. Wo es viele Gaststätten gibt verstärken anbackende Fettreste und lange Stagnation in Fettabscheidern das Problem zusätzlich.
Wenn es die Nähe der Kanäle zu einem der neun Berliner Wasserwerke erlaubt, dann bannen wir das Problem durch die Einleitung von stark eisenhaltigem Wasser, das den Schwefel neutralisiert. Eisen wird in den Werken aus dem Grundwasser entfernt und ist damit praktisch als "nachwachsender Rohstoff" stets verfügbar. In der Nähe des Wasserwerks Kladow wird dies bereits praktiziert, bei den Werken Stolpe und Wuhlheide wird es vorbereitet.
An anderen Orten wie am Gendarmenmarkt, am Potsdamer Platz aber auch in Müggelheim wird an kritischen Stellen Calciumnitrat in den Abwasserstrom dosiert. Dennoch wird auf die "klassische" und zeit- und personalintensive Gegenwehr durch Hochdruckspülen auch künftig nicht überall verzichtet werden können.
"Das zur Bannung des Gestanks investierte Geld ist gut angelegt", sagt Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. "Denn es sichert nicht nur die sprichwörtliche Berliner Luft, sondern auch die lange Lebensdauer unserer Kanalisationsschächte." Erfahrungen zeigen, dass solche Schächte nur etwa zehn Jahre dem Schwefel trotzen, wenn nichts getan wird. Für das Auswechseln dieser Einstiege würden dann jeweils 15.000 € fällig. Und hunderte der fast 200.000 solchen Schächte in Berlin wären ohne Gegenwehr gefährdet.
Wenn es einmal schnell gehen muss, dann helfen gegen den Geruch vorübergehend auch Gel-Platten. Sie können z.B. vor Straßencafés in die Schächte gehängt werden, wo sie dann wochenlang wie ein Deodorant wirken. Allerdings beseitigen sie die Ursachen nicht.
i.A. René Scholz
Ich habe natürlich sofort reagiert und folgendes geschrieben:
Ich bedanke mich für die schnelle Antwort, die jedoch leider nicht meine
Fragen beantwortet hat. Was sagen sie zu den Artikeln des UBA?
Wie können sie sicherstellen, das kranke Menschen und Kleinkinder nicht
direkt oder indirekt gefähdet werden?
Ich wäre ihnen sehr danbar für die konkrete Beantwortung meiner Fragen, denn
ihre Presserklärung ist ja nett zu lesen, sagt aber leider nichts über diese
spezielle Problematik aus.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!