Pestizidabdrift und Nimöl im Bioapfelanbau

Pestizidabdrift und Nimöl im Bioapfelanbau

Beitragvon Amazone » Mittwoch 10. September 2008, 19:45

Aus zuverlässiger Quelle vom Obstanbauer höchstpersönlich:

Im alten Land befinden sich die Anbauflächen von Bioapfelbäumen in unmittelbarer Nähe zu konventionellen Obstplantagen, so dass eine Pestizidbelastung der Bioäpfel durch Abdrift nicht ganz ausgeschlossen werden kann.

Zur Schädlingsbekämpfung werden u.a. synthetische Pheromone (Duftlockstoffe) und Nimöl verwendet. Zu Nimöl habe ich folgendes gefunden und brauche mich nicht mehr über meine Reaktionen auf einen Bio-Apfel zu wundern:

"Neue Pestizidzusammensetzungen gewonnen aus Nimöl und ...
Genauer wurden eine Nimwachs- und eine geklärte Nimöl-Fraktion hergestellt,
die die beständige Fähigkeit aufweisen, Schädlinge von den
Pflanzenoberflächen ...
http://www.patent-de.com/19980219/DE69221510T2.html


Geeignete nicht-polare hydrophobische Lösungsmittel zur Verwendung beim
Extrahieren des Nimöls aus den Nimsamen oder aus ausgepreßtem Nimöl wird
diejenigen nicht-polaren hydrophoben Lösungsmittel einschließen, die eine
hohe Nimöl-Löslichkeit und keine Azadirachtin-Löslichkeit besitzen. Die
bevorzugten nichtpolaren hydrophoben Lösungsmittel schließen aliphatische
Kohlenwasserstoffe, wie zum Beispiel Pentan, Hexan, Heptan, Octan, Nonan,
Decan, Isooctan, Cyclohexan und Isomere davon ein, sind jedoch nicht darauf
beschränkt; Petroleumdestillate, Petrolether und dergleichen; Aromaten, wie
zum Beispiel Benzol, Toluol und dergleichen; substituierte Aromaten, wie zum
Beispiel Chlorben zol, Benzaldehyd, Xylole und dergleichen; und Mischungen
davon. Verschiedene andere nicht-polare hydrophobe Lösungsmittel, die die
obigen Eigenschaften besitzen, sind den Fachleuten gut bekannt, und die Wahl
eines bestimmten Lösungsmittels ist für die Erfindung nicht kritisch,
vorausgesetzt, daß das Lösungsmittel nicht polar und hydrophob ist und keine
Azadirachtin-Löslichkeit und einen hohen Grad an Nimöl-Löslichkeit
aufweist."
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Beitragvon Annamaria » Mittwoch 10. September 2008, 22:06

Nimöl, das ist doch auch in Milbiol. Zusammen mit Alkohol und Emulgator.

Dann müssen wir uns über die Wirkung von Milbiol auf MCS-Erkrankte auch nicht mehr wundern.

https://http://www.europa-apotheek.com/p/2479225/MILBIOL_Milbenspray.html

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Pestizidabdrift und Nimöl im Bioapfelanbau

Beitragvon Schnaufti » Mittwoch 10. September 2008, 22:19

Hallo,

nach dem was Amazone gefunden hat, wundert es mich nun nicht mehr,
dass ich auf Nimöl-Produkte reagiere.
Wisst Ihr wie das bei Teebaumöl aussieht?
Auf Teebaumöl-Produkte reagiere ich massivst. Vermutlich aus den
selben Gründen.

Liebe Grüße Schnaufti
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Pestizidabdrift und Nimöl im Bioapfelanbau

Beitragvon Juliane » Mittwoch 10. September 2008, 22:24

Dabei hat doch zum Beispiel Bayer mal einen Innovationspreis für eine Apfelwicklerfalle bekommen. Da gäbe es keine Abdrift. Wird aber wohl nicht gewerblich eingesetzt.

"Appeal bedient sich einer intelligenten Strategie zur Bekämpfung von Schadinsekten. Es vereint die Stärken biologischer und chemischer Methoden. Beeindruckend: ein Großkonzern bringt eine Systemlösung auf den Markt, die den Absatz eines Insektizid-Wirkstoffes reduziert.

Bayer bedient sich der Mithilfe der Natur. Anstelle der Tötung aller Schadinsekten wird der natürliche Generationszyklus unterbrochen. Keine männlichen Apfelwickler, keine befruchteten Weibchen, keine Eier, keine Apfelwicklerlarven im Apfel.

Appeal zeigt, dass durch Umdenken und das bewusste Verlassen üblicher Systemgrenzen die großen Schritte in der Verbesserung der Ressourceneffizienz erreicht werden können. Appeal leitet einen Paradigmenwechsel beim Schutz von Kulturpflanzen in der Landwirtschaft ein.

Für dieses Insektizid erhielt die Bayer AG den R.I.O. Innovationspreis 2002 der Aachener Stiftung Kathy Beys. "

http://www.faktor-x.info/innovation/bayerbrmai-2003/

http://www.archiv.bayer.de/geschaeftsbericht2002/nachrichten/innovation.html

http://www.meinpferd.de/shop/product_info.php/products_id/3713
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Beitragvon Amazone » Mittwoch 10. September 2008, 23:17

Der "Witz" ist, dass die Tochter des Bio-Obstbauern im Alter von 3 Jahren Rheuma und MCS-ähnliche Symptome hatte. Jedenfalls vertrug sie keine Ausgasungen von Teppichböden usw.

Ich habe dem Bio-Obstbauern diesen Abstrakt über Nimöl geschickt, damit er darüber aufgeklärt wird, was sein von ihm als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel angesehenes Nimöl für Lösungsmittel enthalten kann.
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Pestizidabdrift und Nimöl im Bioapfelanbau

Beitragvon Monja » Donnerstag 11. September 2008, 12:59

@ Schnaufti
Teebaumöl ist für Katzen tödlich, stand auf unseren Blättern im
Tierheim, daraufhin kommt es mir nicht mehr ins Haus. Du hast
doch n Hund, gell? ist wohl mit Vorsicht zu genießen bei Mensch
und Tier, es gibt bessere Sachen...

Zu Äpfeln: Habe lebenslang täglich meinen Apfel gegessen, nach der
alten Weisheit, dass es den Doctor fern hält. Letztens habe ich beim
Umweltmediziner in einem Allergietest heftig drauf reagiert, ansonsten
reagiere ich nur auf Chemikalien und Schimmel, aber auf nichts aus der
Natur. Da ich nur Bioäpfel aß, gab mir das schon zu denken... Da mag
ja ein Zusammenhang bestehen...
Liebe Grüße von Monja


- Editiert von Monja am 11.09.2008, 13:01 -
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Pestizidabdrift und Nimöl im Bioapfelanbau

Beitragvon Schnaufti » Freitag 12. September 2008, 00:10

Hallo,

@Monja
ja Teebaumöl ist für Katzen giftig, und zwar weil
die es nicht abbauen/verstoffwechseln können und
so reichert es sich in der Leber an. Es gibt leider
schon relativ viele Fälle, in denen Katzen von ihren
Besitzern vergiftet wurden, weil diese es nur gut meinten.
Leider ist diese Tatsache (das Teebaumöl für Katzen giftig
ist) noch nicht mal allen Apothekern bekannt. Außerdem
gibt es in Zoohandlungen einige Produkte für Katzen mit
Teebaumöl - der Industrie ist es halt egal.
Ich habe 3 Hunde, einen Kater und 2 Pferde (Gnadenbrot).

@Alle

ich denke das Problem ist das verzerrte Bild der Menschen
von "BIO". Für die meisten ist BIO doch das Bild der heilen
Welt. Machmal habe ich das Gefühl einige stellen sich unter BIO
den Garten Eden vor aus dem die Produkte kommen. Aber BIO in einer
Umgebung aus "NICHT-BIO" kann nicht absolut rein sein. Außerdem
vergessen viele, dass es auch natürliche Gifte gibt, und dass diese
im Bioanbau eingesetzt werden.

Ein Bekannter von uns ist Winzer. Er hat uns schon vor ein paar
Jahren erklärt, dass er sich nicht Bio-zertifizieren lassen will,
weil im Bio-Weinbau sehr viel Kupfer und auch Schwefel eingesetzt
wird, und er das nicht befürwortet. Er macht nun sein eigenes Ding,
ohne Chemie, spart sich aber das Geld für die Zertifizierung. Sein
Wein verkauft sich durch Mund zu Mund Propaganda sehr gut. Klar seine
Weinberge stehen leider auch zwischen andern.

Die Menschheit braucht wohl noch einige Jahrzehnte um das alles zu
verstehen.

Bis bald Schnaufti
Schnaufti
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