Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Mia » Sonntag 19. Oktober 2008, 08:26

Meine Frage ist, ob man es riskierenkann, nach jahrelangem Verzicht bestimmter Nahrungsmittel (ausser ausgesprochener Allergien, wie bei Kreuzreaktionen,) einen Neuversuch zu starten. Zu Beginn der MCS konnte ich noch mageres Rindfleisch, gekocht. vetragen, später nicht mehr. Ich würde es aber gern erneut probieren. Was kann schlimmstenfalls passieren? Oder gekochten Apfel (Apfelmus), den ich roh nicht vertragen habe. Mein karger Speiseplan könnte eine Änderung vertragen. Wie ist es mit Fisch, den ich im Ofen gebacken früher essen konnte, dann auf einmal nicht mehr, mit heftigen Atembeschwerden reagiert habe. Wer kennt sich aus und kann mir einen Rat geben?
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Mia » Sonntag 19. Oktober 2008, 23:04

Hat jemand Erfahrung damit, Nahrungsmittel nach längerer Abstinenz wieder zu versuchen?
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Yol » Montag 20. Oktober 2008, 00:11

@ Mia,

Mir geht es genauso wie Dir. Mein UWA möchte, dass ich langsam wieder "normal" (BIO) zu essen beginnen sollte.
Aus seiner Sicht sollte da nicht viel passieren, da wir im Bereich der Intoleranzen sind.
Leider schaff ich es nicht, das nochmals zu essen, das mir in Sekundenschnelle einen Puls von 140-150 beschert (u.a.)
Mein Speiseplan ist extrem reduziert, dennoch fühle ich mich nicht schwach. Wie aber sollte ich z.B. Apfelkompott essen, das für mich wie eine Brennerei riecht? Orangen, Kuhmilch usw. habe ich nie länger als ein paar Minuten im Magen, dann ist es wieder draussen.
Vielleicht ist es nicht die Angst, dass viel passieren könnte.

Es könnte folgender Aspekt beteiligt sein:
Forscher haben ein Experiment mit Hunden gemacht.
Der Fressnapf aus Metall wurde auf eine Metallplatte gesetzt. Jedesmal wenn der Hund sich dem Napf näherte um zu fressen, bekam er einen kleinen Stromschlag. Dieser Hund hat den Napf nie mehr angerührt und ist verhungert, weil er immer die Assoziation Fressnapf/Stromschlag machte. Könnte sein, dass das das Problem ist, nicht die möglichen Reaktionen, die es tlw. sicherlich geben wird.
Nach 5 Jahren habe ich immer noch nicht soviel Mut, obwohl es notwendig geworden wäre.
Yol
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon sunday » Montag 20. Oktober 2008, 01:43

hallo,

wenn man mal mit heftigen beschwerden, vor allem atembeschwerden oder schwellungen im gesicht oder im hals usw. reagiert hat, sollte man die sachen niemals ohne besondere vorsichtsmaßnahmen testen. es kann durchaus zu sehr gefährlichen reaktionen kommen.
bei dingen, die nur harmlosere beschwerden gemacht haben, kann man nach rücksprache mit dem arzt, einen versuch mit einer kleinen menge machen.

wenn es funktioniert, sollte man es aber nicht wieder mehrmals wöchentlich essen, sondern besser max. 2x pro woche, besser nur einmal, sonst reagiert man irgendwann doch wieder darauf.

wenn etwas aber für die eigene nase schon scheußlich riecht oder man sich bei der vorstellung, etwas bestimmtes essen zu müssen schon ekelt, sollte man es besser lassen.

bei unverarbeiteten nahrungsmitteln hilft daran riechen tatsächlich manchmal festzustellen, ob man es essen kann oder nicht.

liebe grüße
sunday
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Monja » Montag 20. Oktober 2008, 10:04

Ich habe lebenslang gern Äpfel gegessen, auch mit MCS täglich
1 Bioapfel, bis er vor 2 Jahren im Allergietest anzeigte. Das
war ein derber Verlust für mich, da ich ihn auch aß wegen des
alten Spruches "one apple to day, keeps the doctore away". Nun
stelle ich fest, dass in vielen Vitamin-Säften auch Anteile von
Apfel mit drin ist und mein geliebtes Apfelmus geht auch nicht mehr.

Ich kann nicht grad sagen, dass es mir seit dem Verzicht besser geht,
aber wenn eine Immunreaktion erfolgt ist, lasse ich die Finger davon.
Der Arzt sagte etwas, was ich auch schon in Büchern las:
"Das Nahrungsmittel, was man ständig isst, sogar mit großem Appetit,
steht am meisten in Verdacht, Allergie auszulösen". Keine Ahnung, ob
es so ist. Womöglich wird deshalb Rotationsernährung empfohlen, aber
das ist mir zu mühsam und teuer.

Bezüglich deines Fleisch- und Fischverzichtes würde ich sagen, es ist
immer eine große Bereicherung, kein Aas zu essen. Ob mit oder ohne MCS.
Sorry, aber das ist meine Ansicht. Einfach versuchen es als Bereicherung
zu sehen, nicht als Verzicht, genau so, wie es bei der Nikotinsucht ist.
Wer mit Glimmstengel aufhört, leidet furchtbaren Verlust, dennoch ist es
ja eigentlich das Gegenteil.

Herzlichst Monja
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Maria Magdalena » Montag 20. Oktober 2008, 19:07

Hallo Monja!

Was war das damals für ein Allergietest mit dem Apfel? Merkst Du eindeutig Beschwerden bei bzw. nach dem Essen von Äpfeln?

Liebe Grüße
Maria Magdalena
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Anna-Lena » Montag 20. Oktober 2008, 22:11

Hallo Mia

Ich habe auch schon seit meiner Kindheit Probleme mit rohen Äpfeln, habe davon immer starke Blähungen und Koliken bekommen.
Wenn ich sie richtig gut koche, vertrage ich sie allerdings (zumindest jetzt noch).
Ich schneide die Äpfel immer in ganz winzige Stückchen und lasse sie mindestens 20 Minuten im Topf mit etwas Wasser kochen, bis sie zerfallen. Dann püriere ich sie noch, aber das ist eigentlich nicht nötig.

Ist es bei Dir genau so mit rohen Äpfeln (Blähungen etc.), oder reagierst Du richtig allergisch darauf?
Dann würde ich es nämlich lieber nicht riskieren.

Ansonsten kann ich nur sagen: Seit über einem Jahr habe ich kein glutenhaltiges Getreide mehr gegessen und vor kurzem wieder ein Stück normales (glutenhaltiges) Brot gegessen und hatte keine Probleme.
Vielleicht schaff ich es mit der Rotationsdiät, wieder Glutenhaltiges zu essen.

Bei mir kamen die Nahrungsmittelunverträglichkeiten wahrscheinlich daher, weil ich diese Sachen viel zu häufig (eigentlich täglich) gegessen habe. Irgendwann hat mein Körper dagegen rebelliert, das ging jedes Mal von einem Tag zum anderen.

Liebe Grüße
Anna-Lena
- Editiert von Anna-Lena am 20.10.2008, 22:12 -
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Betty Zett » Dienstag 21. Oktober 2008, 08:53

Hallo Anna-Lena,

durch Kochen wird ein Großteil der Allergene zerstört, daran kann es liegen.
Oder an einer Darmflora die nicht intakt ist. Viele mit MCS haben Candida hoch 10
und kaum gute Bakterien im Darm.

Liebe Grüße,
Betty Zett
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Mia » Dienstag 21. Oktober 2008, 09:37

Herzlichen Dank für die vielen Antworten!

Zum Thema Fleisch: Ich verzichte seit vielen Jahren auf Fleisch, da es zu großer Atemnot und hohem Puls führte. Leider ist mein Eisenwert dauerhaft sehr niedrig und ich vertrage so gut wie kein Eisen-Medikament. Dadurch verstärkt sich die chronische Erschöpfung und ich bin kaum noch leistungsfähig.

Zum Apfel: Die Reaktionen darauf liegen nun schon Jahre zurück, so dass ich sie nicht genau einschätzen kann. Mich hält eher die Kreuzreaktion: Birkenpollen-Haselnuß-Apfel davon ab, wieder einen Apfel, auch gekocht, zu essen. Die Nüsse führten zu Beschwerden im Rachen wie Jucken, Heiserkeit etc., auf Birkenpollen reagiere ich sehr allergisch, je nach Witterung.
Viele erzählen, dass sie gekochten Äpfel gut vertragen.
Wahrscheinlich wird nur ein Versuch in einer Umweltklinik duchzuführen sein.Die Hemmschwelle ist sehr groß, wenn man sehr oft auf Nahrungsmittel mit Atemnot und Vernichtungsgefühl reagiert hat.
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Nahrungsmittel nach langem Verzicht probieren?

Beitragvon Monja » Dienstag 21. Oktober 2008, 09:42

Hallo Maria-Magdalena,
das war beim Umweltmediziner ein ganz normaler Allergietest,
aber nicht auf die Haut geklebt, sondern im Blut. Dabei fanden
sich Hausstaub- u. Schimmel- Allergie und gegen Walnüsse und Äpfel,
Birnen, letzteres aber nur leicht. Nein, eindeutige Symptome habe
ich nie bemerkt, aber seitdem auch keinen Apfel mehr angerührt, weil
es mir so schon mit meiner MCS meist schlecht genug geht. Bin allerdings
sehr erstaunt, bislang hatte ich immer gesagt: ich reagiere auf nichts
in der Natur, nicht Tiere und Pflanzen, sondern nur Chemie und Schwer-
metalle. Bei Milch beispielsweise, keine Allergie, aber die schlimmste
Atemnot von allen. Weitere Tests auf Nahrungsmittel wurden leider nie
gemacht, wären aber mal nötig.

Wichtig wäre mir Test auf Histamin- Intoleranz, Lactose und Fructose,
aber das zahlt scheinbar die Kasse nicht mehr und einen Arzt zu
finden, der das macht, gelang bisher nicht.
Herzlichst Monja
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