Hilfe, überall Rauch

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Beitragvon Schnaufti » Dienstag 9. März 2010, 11:48

Die Gemeinde hat eben Baum- und Strauchschnitt angesteckt.
Riesige Rauchwolken haben unser Haus eingehüllt und obwohl
alle Fenster zu waren stinkt es bei uns jetzt nach Rauch.
Ich habe gleich die Feuerwehr angerufen.
Weiß jemand von Euch, ob ich bei der Polizei anzeige erstatten
kann?
Mir geht's so schlecht. Ich hänge jetzt schon die ganze Zeit am
Sauerstoff aber es wird immer schlimmer.

LG
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Beitragvon Zauberperle » Dienstag 9. März 2010, 13:03

Oh je Du Arme, ich weiß es nicht genau, aber einfach Feuer zünden ist glaube ich nicht rechtens.
Informieren kannst Du Dich ja bei der Polizei, mehr als abweisen können sie Dich nicht.
Nur das Problem ist, den Rauch hast Du in der Wohnung, egal was die Polizei ausrichtet, besser
geht es Dir davon nicht.

Liebe Grüsse und gute Besserung!
Zauberperle
 

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Beitragvon Yol » Dienstag 9. März 2010, 13:34

Bei mir das Gleiche. Der Gärtner vom Nachbarn schneidet und zündet sofort den gesamten Grünschnitt an.
Ich kann weder nach draussen, noch drinnen sein. Alle Lüftungen sind abgeschaltet, doch durch jede Ritze dringt diese Pest ein. Da ich schon Rythmusstörungen hatte, der Qualm in meine Richtung extrem wurde bin ich losgerannt mit Maske und Luftfilter und habe dem Gärtner gesagt, ich müsse jetzt den Notarzt bestellen, weil ich die Rauchgifte nicht vertragen würde. Worauf nun das Feuer 100 Meter weiter neu entfacht wurde, der Qualm nicht mehr direkt zu mir kommt.

In meinem Lande verbietet das Gesetz ein offenes Feuer im Wohnbereich. Und Grünschnitt ist Abfall und darf nicht verbrannt werden. ICH BIN SEIT HEUTE MORGEN IM BEGRIFF DAS UMWELTMINISTERIUM ANZURUFEN - DIE BETREFFENDE PERSON WAR NOCH NICHT ERREICHBAR - ES WIRD DANN IM AUFTRAG DES UMWELTMINISTERIUMS EINE UZOLLPATROUILLE LOSGESCHICKT,DIE VOR ORT DIE FAKTEN KLÄRT. Die Polizei kennt das Gesetz nicht, weil sie sich an Gemeindereglemente halten muss!!!

Leider lockern die Gemeinden dieses Gesetz damit sie nicht mit den Tonnen Grünschnitt, der sonst auf ihren Deponoien landen würde - zu Lasten der Gemeinde!.

Ich werde nachschauen, ob ich das schweizerische Gesetz wiederfinde, das ist sehr detailliert beschrieben, was erlaubt ist, was nicht. Ich denke in allen Länder ist es ähnlich.

Warum war Kopenhagen überhaupt nötig, wenn im kleinen alles erlaubt ist. Und es wird nicht nur Gartenabfall verbrannt, auch Spanplatten oder lackiertes Holz - alles was es zu entsorgen gibt wird so verfeuert.

Es bleibt nur die Öffentlich etwas aufzurütteln, der einzelne steht alleine gegen alle da.

P.S.: Ich werden heute noch versuchen nit dem Ministerium Kontakt zu haben und MIR DEN GESETZESTEXT BESORGEN!
Bisher habe ich nur das Datum.

Wenn ich mehr weiss setze ich es hier ein.
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 9. März 2010, 13:41

Im Prinzip darf man solche Abfälle nicht verbrennen. Es kann eventuell durch Genehmigung der Gemeinde erlaubt sein, jedoch auch nur zeitlich sehr begrenzt (1-2 mal im Jahr an bestimmten Tagen). Es darf allerdings nicht alles verbrannt werden, z. B. alles, was noch nicht trocken genug ist und zur starken Rauchbildung führt. Das Feuer darf nicht zu groß sein usw.

Das ist keine Rechtsberatung, sondern das, was ich im Allgemeinen darüber weiß. Am besten erkundigst Du Dich bei der Polizei und im Internet. Eventuell hättest Du Chancen auf Erfolg, je nachdem, ob es genehmigt war oder nicht bzw. ob entsprechende Vorschriften eingehalten wurden oder nicht. Vielleicht kann man verhindern, dass man in Zukunft das gleiche Problem hat.
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 9. März 2010, 13:49

Bitte lies folgende texte nach

http://www.umwelt-online.de/recht/abfall/laender/nrw/pfla_abf.htm

http://www.sadaba.de/GSLT_PflanzAbfV.html

http://www.saarland.de/dokumente/thema_justiz/2128-6.pdf

Ich hoffe ich konnte etwas weiter helfen,

gute besserung für dich.


lg
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Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 9. März 2010, 13:54

Im Prinzip sollte man den Umweltsünder schriftlich warnen (Zeugen bzw. Einschreiben mit Rückschein, um nachweisen zu können, dass die Warnung von dem selben auch erhalten wurde). Wenn derjenige nicht darauf reagiert, Anzeige erstatten.

So kann keiner behaupten, man hätte nichts gewusst und sei nicht gewarnt worden. Bevor man diese Schritte einleitet, muss man sich mit der Gesetzeslage vertraut machen und konsequent nach dieser vorgehen, damit man Erfolg hat.
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Beitragvon Yol » Dienstag 9. März 2010, 14:18

@ Maria Magdalena

Seit Jahren kämpfe ich dagegen an, habe jede Instanz durch, die eigentlich helfen sollte - nur ich steh allein als ewiger Sauertopf da, der sich permanent in alles einmischt was ihn scheinbar nichts angeht.

So sieht die Realität aus, wie Gesetze umgesetzt werden, dann wenn die Bequemlichkeit vieler - auch die der Behörden auf dem Spiel steht. (Ein Gemeindebeamter antwortete mir, dass ich doch wohl nicht Feuer verbieten wolle - er selbst würde auch verbrennen! und das hätten die Menschen ewig gemacht usw.....

Ich habe die Direkttelefonnummer des Direktor des Umweltministeriums letztes Jahr bekommen, damit er in Akutfällen sofort eine Patrouille losschicken kann. Auch die Umweltverwaltung kann nur handeln, wenn sie das Feuer sehen, im Aussenbereich dürfen sie auch ggf.Aschenproben nehmen.

Nur das was in Privatkaminen/öfen alles verbrannt wird, dazu gehört eine Anklage um an Aschenproben zu kommen, auch wenn Du eindeutig weisst, dass Plastik o.ä verfeuert wird.

Es ist so einfach nicht alle Aspekte eines Gesetzes zu sehen, eindeutig ist nur der Text. Wie es wirksam durchgesetzt wird, das ist Interpretationssache die jeweils dem Eigeninteresse der Schalthebelinhaber unterliegen.
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 9. März 2010, 14:31

@ Yolande

Zitat:
"Ein Gemeindebeamter antwortete mir, dass ich doch wohl nicht Feuer verbieten wolle - er selbst würde auch verbrennen! und das hätten die Menschen ewig gemacht usw....."

Meine Antwort wäre:
"So lange man sich an die Gesetze hält und mich und andere nicht belästigt und in meiner persönlichen Freiheit einschränkt, ist es o. k. Die Welt gehört eben nicht einem allein."

Du hast schon recht, Yolande, es ist schwer, sein Recht durchzusetzen.

Stichwort "Aschenproben"- kann man nicht per Strafanzeige bei der Polizei eine Probe erwirken?
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Beitragvon Astwerk » Dienstag 9. März 2010, 14:41

Wir hatten deswegen einmal Anzeige gemacht. Der Spuk war schnell vorbei.
Die Gemeindearbeiter waren etwas stinkig auf uns, aber das war mir völlig egal.
Atmen können ist mir das wert.
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 9. März 2010, 14:56

Das ist toll, Astwerk! Ein Beweis, dass sich gezielte Aktivitäten lohnen.

Man muss den Leuten klar machen, dass man einfach nur atmen können will, weiter nichts. Wenn die genügend Verstand haben, werden sie es auch kapieren. Wenn aber nicht, dann müssen sie sich trotzdem an die Vorschriften halten. ;-)
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Beitragvon Yol » Dienstag 9. März 2010, 17:11

Es sind ja die Behörden selbst, die verhindern, dass das Gesetz umgesetzt wird. Die Verantwortung wird von einem zum andern geschoben. Anklage kann man nur erheben, wenn diese angenommen wird - was bei dieser flexiblen Gesetzeslage bei uns in der Gemeinde nicht der Fall ist. Es wird hier nicht als Gesetzesbruch gehandelt!

Aschenprobe - da würde bei uns die Polizei nicht mal eine Anzeige annehmen.

Das erste was ich vor Jahren tat, war die Polizei zu rufen. Alles was ich sagte wurde widerlegt. (Der Wind kommt aus gegengesetzter Richtung, können sie also nicht riechen etc.) Es bleibt uns nur der Weg übers Umweltministerium. Die müssen zumindest nachsehen, wenn eine Umweltsünde gemeldet wird und der Kläger sich identifiziert. Dann ist es das Umweltamt das eine Anklage macht. Als Privatperson funktionniert sowas bei uns extrem selten.
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Beitragvon Schnaufti » Dienstag 9. März 2010, 17:50

Hallo,

ich habe Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt!
Morgen kommt der Polizeioberkommisar, der dafür zuständig ist
und nimmt alles auf.
Ich werde auch noch die Untere Natuschutzbehörde einschalten, da
habe ich heute keinen erreicht.
Ich werde auch darauf bestehen, dass Ascheproben genommen werden.
Das Feuer war schließlich auf einem öffentlichen Weg.

Ich werde weiter berichten.

Danke für Eure Hinweise.

LG
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Beitragvon Mia » Dienstag 9. März 2010, 23:03

Schnaufti, meinen Respekt für Deinen Mut und Deine Tatkraft! Das ist super, was Du machst!
In meinem Landkreis wird der Baumschnitt größtenteils über die Ostertage verbrannt. Von Karsamstag bis zum 2. Ostertag glühen hier die Osterfeuer und mir graut schon jetzt davor, denn für mich bedeutet das 3 Tage Hausarrest, während andere Ostern feiern.
Sollte jemand eine FeWo oder Pension o.ä. (einigermaßen MCS-tauglich) an der Nordseeküste in Niedersachsen kennen, wo ich hinflüchten könnte, wäre ich sehr dankbar für eine Nachricht. Bis jetzt wurde allein in meiner Stadt jede Menge Bäume und Sträucher geschnitten/gefällt, die auf heftige Feuer schließen lassen.

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Beitragvon Juliane » Dienstag 9. März 2010, 23:31

Alle Jahre wieder haben wir das hier auch.

Leider kann jede Gemeinde wohl entscheiden, wie sie damit umgehen will.

Geschützt sind eigentlich nur die Straßen also Autofahrer, wegen der Sichtbehinderung.

Man sollte sich immer eine Digikamaera bereitlegen um per Mail ein Foto über die Rauchentwicklung sofort an das Ordnungsamt oder die Polizeidienststelle schicken zu können.
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Beitragvon Juliane » Dienstag 9. März 2010, 23:32

Nach § 100 Abs. 1 HSOG ist grundsätzlich die Gefahrenabwehrbehörde für die Gefahrenbekämpfung zuständig. Nach § 101 Abs. 2 Nr. 1 HSOG sind die Polizeidienststellen nur ausnahmsweise zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr zuständig. Wenn das Feuer also eine akute Bedrohung darstellt, die sofort abgestellt werden muss und die zuständige Gefahrenabwehrbehörde nicht zu erreichen ist (z.B. weil es bereits nach 17.00 Uhr ist und die Beamten bereits Feierabend haben), muss die Polizeidienststelle einschreiten.


http://www.frag-einen-anwalt.de/Feuer-mit-Rauchentwicklung-auf-Nachbargrundst%C3%BCck-__f26164.html


Der Schutz vor schädlichen Luftverunreinigungen, Geräuschen, Erschütterungen, Licht, Wärme und ähnlichen Einwirkungen wird bundeseinheitlich durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt.

http://www.hessen.de/irj/HMULV_Internet?cid=fd03a871e8a40f573247cad54d3a83e3abbrennen
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Beitragvon Juliane » Dienstag 9. März 2010, 23:33

Mindestabstände von offenem Feuer
In der freien Landschaft, die nicht als Schutzgebiet ausgewiesen ist, darf offenes Feuer nur unterhalten werden, wenn der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand eingehalten ist.

Dieser beträgt:


100 Meter zu Wohngebäuden, Naturschutzgebieten, Wäldern, Autobahnen und Fernstraßen

50 Meter zu öffentlichen Verkehrswegen

35 Meter zu anderen Gebäuden


http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2851&_ffmpar[_id_inhalt]=30226





Das Feuer kann ständig unter Kontrolle gehalten werden.

Verkehrsbehinderungen durch Rauchentwicklung sind

ausgeschlossen.

Erhebliche Belästigungen durch Rauch und Geruch sind

ausgeschlossen.

Gefahrbringender Funkenflug ist ausgeschlossen.

Mindestabstände können eingehalten werden (200 m von

Autobahnen, 100 m von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen,

100 m zum Wald, 50 m von Gebäuden und Baumbeständen).

Starker Wind ist ausgeschlossen.

Das Verbrennen geschieht zwischen Sonnenaufgang und

-untergang.

Die Feuerstelle ist dauernd beaufsichtigt.

Das Verbrennen größerer Mengen wurde rechtzeitig vorher

beim Amt für öffentliche Ordnung angezeigt.



http://www.stuttgart.de/img/mdb/publ/15395/25017.pdf
Juliane
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Beitragvon Energiefox » Dienstag 8. Juni 2010, 13:16

Ja hier auch überall Rauch..

http://de.eurosport.yahoo.com/08062010/73/wm-2010-kiwi-training-qualm-rauch.html

Also es würde mich interessieren wo Qualm dann herkommt.
Ja wenn unsere oder andere Spitzensportler mal den Dreck riechen müssen, ein großer (Geschrei) Bericht. Wenn aber zigtausend Kamine und Girlle in Deustchland Mief verbreiten, wo bleiben da denn mal große Berichte im Internet oder auflagestarken Zeitungen, die immer wieder mahnen, dass das krank macht.

Gruß Fox
Energiefox
 


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