Umweltmedizin quo vadis?

Umweltmedizin quo vadis?

Beitragvon mirijam » Freitag 8. Oktober 2010, 15:28

Angeregt von Schlumpf's Thread über Lurchen- und Menschenrechte.

Auf der Seite der Umweltmediziner Deutschlands kann man einiges über Trends und Initiativen der Umweltmedizin in deutschland lesen, z. B.:

"Informationen über den Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner

Editorial des 1. Vorsitzenden zur Gründung des Verbandes
Dr. Kurt Müller, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner (DBU) / Aus Zeitung für Umweltmedizin Nr. 19


Als Einzelkämpfer ...

... wären Umweltmediziner bald eine aussterbende Spezies. Denn seit Jahren stehen praktisch tätige Umweltmediziner als Einzelkämpfer in einem kaum mehr überschaubaren Spannungsfeld: Krankenkassen beispielsweise verdächtigen sie als Verursacher neuer Kosten. Die Kostenträger sind oft zu sehr fixiert darauf, keine neuen Kosten entstehen zu lassen - und übersehen dabei, daß bei der Diagnose einer umweltbedingten Erkrankung oft jahrelange, kostenintensive Patientenkarrieren nicht selten zügig beendet und unspezifische, teure Maßnahmen eingespart werden können.

Viele Ordinarien gehören auch zu diesem Spannungsfeld - an den meisten Hochschulen haben sie die Entwicklung jahrelang ignoriert und drängen jetzt dafür umso ungestümer, die außerhalb der Hochschulen entstandene Berufsgruppe zu vereinnahmen. Dabei lassen sie nicht selten praktische Erfahrung schmerzlich vermissen.

Auf der anderen Seite stehen dem Umweltmediziner, der mit fundierten, wissenschaftlich belegbaren Methoden arbeitet, auch Kollegen und Nicht-Ärzte gegenüber, die die Umweltmedizin als Deckmäntelchen benutzen, um mit allerlei obskuren Methoden Patienten zu behandeln und dabei nicht selten zuerst ihr eigenes, finanzielles Wohl im Auge haben.

Berufsverbands-Gründung war mehr als überfällig

Nicht zuletzt geriet die Umweltmedizin auch in ein politisches Spannungsfeld - Interessenverbände mit höchst gegensätzlichen Absichten versuchen, die Umweltmedizin zu vereinnahmen. Zum Nutzen der Patienten ist dies nicht.

Es war deshalb mehr als überfällig, den Einzelkämpfern eine Organisation zu schaffen, die ihre ureigenen, speziellen Probleme vertritt: den Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner (DBU; Satzung siehe Seite 212). Nur wenige Nicht-Umweltmediziner wissen beispielsweise, welche Zeit allein das Studium der Akte eines Patienten verschlingt - oder wie schwer häufig die Entscheidung ist, kostenträchtige Untersuchungen in Auftrag zu geben. Erste Erfolge konnte der Berufsverband bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung schon verzeichnen.

Mittelfristige Ziele des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner sind die:

- Koordinierung wissenschaftlicher Daten,

- Koordinierung von Therapiekonzepten,

- Vertretung der Berufsgruppe gegenüber den Ärztekammern, den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen, mit dem Ziel einer angemessenen Honorierung umweltmedizinischer Leistungen,

- Gestaltung wissenschaftlicher Veranstaltungen,

- Gründung von Qualitätszirkeln,

- Erarbeitung von Weiterbildungs-Richtlinien.

Mit Hochdruck arbeitet der Verband außerdem bereits daran, Morbiditätsdaten zu erheben, feste Diagnostikleitfäden für umweltmedizinische Krankheitsbilder zu etablieren und Präventionsprogramme ins Leben zu rufen. Auch Therapiekonzepte werden vorrangig ausgearbeitet, um sowohl den behandelnden Kollegen als auch den Kostenträgern Sicherheit zu geben.

Auch der Berufsverband beteiligt sich am 1. Deutschsprachigen Kongreß für praktische Umweltmedizin in Nürnberg (siehe Seite 217/223). Der DBU wird mit einem eigenen Stand zwischen den fast 60 Ausstellern präsent sein und zudem seine nächste Hauptversammlung dort am 11. Oktober abhalten. Alle interessierten Umweltmediziner sind aufgerufen, sich dort ein Bild vom Verband zu machen - oder mit der Beitrittserklärung in diesem Heft (Seite 215) beizutreten.

Die neue Fachrichtung Umweltmedizin wird es noch für Generationen geben - es gilt jetzt, die Rahmenbedingungen zu gestalten. Als Einzelkämpfer würden wir untergehen - geeint im DBU werden wir die Probleme in unserem Sinne lösen."

Siehe http://www.umweltmedizin.de/content/articles/511/532/534/index.html?catid=534&artid=9611&comp=3&sID=3452f8e15bcc5290422503c6f4820637

Frage an euch, die Mitglieder des CSN-Forums:
Was ist eure Meinung zum obigen text und zur Zukunft der Umweltmedizin hierzulande? Welche notwendigen/sinnvollen Schritte seht ihr und welche berechtigten Hoffnungen habt ihr bezüglich unserer Zukunft als Patienten der Umweltmedizin? Oder welche Befürchtungen bzw. Sorgen bestehen bezüglich der medizinischen Versorgung Umwelterkrankter und wo besteht Grund zur Hoffnung bei der Lösung der Probleme?
mirijam
 

Umweltmedizin quo vadis?

Beitragvon Osmanthus » Freitag 8. Oktober 2010, 16:14

Den obigen Text stellte der dbu am Mo, 14.01.2002 21:13 ein.

Was hat sich in Zwischenzeit bewegt?
Wie ist die Position jetzt?
Gibt es Morgenluft für die umweltkranken Patienten?

Ich bin überfragt.
Osmanthus
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Umweltmedizin quo vadis?

Beitragvon Thommy the Blogger » Samstag 9. Oktober 2010, 07:44

Wo steht die Umweltmedizin und die Alternativmedizin in Deutschland?

Antworten auf diese Frage findet Ihr im heutigen CSN Blog:


Hexenjagd auf Komplementär- und Umweltmedizin oder reiner Lobbyismus?
http://www.csn-deutschland.de/blog/2010/10/09/hexenjagd-auf-komplementar-und-umweltmedizin-oder-reiner-lobbyismus/
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