Natriumselenit und Schilddrüsenhormone

Natriumselenit und Schilddrüsenhormone

Beitragvon Juliane » Donnerstag 13. Januar 2011, 12:51

Natriumselenit und Schilddrüsenhormone


"Selen spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion der Schilddrüsenhormone, genauer bei der „Aktivierung“ von Thyroxin (T4) zu Triiodthyronin (T3).[22][23][24]

Selen ist Bestandteil eines Enzyms, der Thyroxin-5'-Deiodase, die für die Entfernung eines Iodatoms aus T4 verantwortlich ist. Durch diese Deiodierung entsteht T3. Ein Selenmangel führt zu einem Mangel an Thyroxin-5'-Deiodase, wodurch nur noch ein Teil des verfügbaren T4 deiodiert werden kann. Da T3 im Stoffwechsel wesentlich wirksamer ist, resultiert aus einem T3-Mangel eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Eine zusätzliche Einnahme von Selenpräparaten (Natriumselenit) in hohen Dosen von 200–300 μg täglich ist nach ärztlicher Abklärung z. B. bei Hashimoto-Thyreoiditis angezeigt, dies kann auch die Entzündungsaktivität reduzieren.[...."



http://de.wikipedia.org/wiki/Selen
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Natriumselenit und Schilddrüsenhormone

Beitragvon Juliane » Donnerstag 13. Januar 2011, 12:52

Abstract:


"Gasnier, Barbara C. H. (2002): Einfluß einer Selen-Substitution auf den Verlauf einer Autoimmunthyreoiditis: Eine prospektiv-randomisierte klinische Studie. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät


Initial gingen wir von der Hypothese aus, daß schon ein milder Selenmangel zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer AIT beitragen kann, und daß Selen einen modulierenden Effekt auf das Immunsystem hat. Aus diesen Überlegungen heraus führten wir eine prospektive, geblindete, randomisierte und placebokontrollierte Studie durch. Eingeschlossen wurden insgesamt 70 Patientinnen mit AIT. Von diesen erhielten 36 drei Monate lang 200 µg Natriumselenit pro Tag, 34 bekamen Placebo. Als primäres Studienziel erfaßten wir den Verlauf der TPO-AK-Konzentrationen im Serum, als sekundäre Studienziele - den Verlauf der TGAK-Konzentrationen, - der FT3- und FT4- und TSH-Plasmaspiegel - sowie Perfusionsausmaß und Echomuster der Schilddrüse in der hochauflösenden Doppler-Sonographie. - Außerdem wurde die Lebensqualität anhand eines SF 12-Fragebogens ermittelt. Es konnte gezeigt werden, daß eine Substitution mit 200µg Natrium-Selenit 1) sowohl die TPO-AK-Konzentrationen, als auch die Aktivität der Erkrankung signifikant senkte, 2) daß sich darunter bei 9 von 36 Patientinnen die Perfusion, Autoantikörper-Konzentrationen und sonographisches Bild der Schilddrüse normalisierten - in der Placebogruppe nur bei 2 von 34 Patientinnen, 3) daß sich die Schilddrüsenhormonwerte dabei nicht veränderten, 4) es zu einer hochsignifikanten Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens kam, die mit den Serum-Selenspiegeln korrelierte, 5) daß diese Veränderung unabhängig vom Verlauf der Serumkonzentration der Autoantikörper eintrat und 6) daß sich die TGAK-Konzentrationen unabhängig von der Verabreichung von Selen änderten und zu Studienende signifikant niedrigere Werte in der Placebogruppe erreichten, als in der Verumgruppe. Mit dieser Pilotstudie gelang uns somit der Nachweis, daß der Einsatz von Selen schon bei einer mäßigen Selenunterversorgung eine signifikante Senkung der Entzündungsaktivität bei einer schilddrüsenspezifischen Autoimmunerkrankung bewirkt. Interessant wäre eine Folgestudie mit der Fragestellung, ob eine frühzeitige Behandlung den Verlauf von frisch aufgetretenen Erkrankungen verzögernd oder sogar kurativ beeinfussen könnte. Außerdem halten wir es für wichtig, herauszufinden, in wieweit sich diese Ergebnisse auf andere organspezifische Autoimmunerkrankungen übertragen ließen, wie z.B. auf Diabetes mellitus Typ I, Lupus erythematodes, Perniziöse Anämie, Vitiligo etc. In diesem Zusammenhang bleibt des weiteren zu untersuchen, ob im Rahmen des Syndroms der polyglandulären Autoimmun-Erkrankungen (PGA) vorbeugend die Entstehung von Folgeerkrankungen verhindert werden könnte, die häufig in Assoziation mit der AIT auftreten. Wie schon in anderen Studien gezeigt, besitzt Selen einen positiven Einfluß auf Wohlbefinden sowie auf kognitive Leistungen. Zusätzliche Studien sind auch hier notwendig, um dies weiter abzusichern, damit es Eingang in den klinischen Alltag finden kann. Wir hoffen, daß die Resultate unserer Studie einen Anstoß dazu geben werden, die Kenntnisse der gleichermaßen gesundheitserhaltenden wie heilsamen Wirkung einer ausreichenden Versorgung dieses derart vielseitigen und lebensnotwendigen Spurenelementes zu erweitern."

http://edoc.ub.uni-muenchen.de/751/
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Natriumselenit und Schilddrüsenhormone

Beitragvon Juliane » Donnerstag 13. Januar 2011, 12:55

Ein Video über die „SELECT“-Studie .

Dort warnt Uwe Gröber vor oranischen Selenverbindungen bzw. empfiehlt
anoranisches Selen in der Präventlion.

http://www.medivere.de/seiten/videos.php?video_id=21
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Natriumselenit und Schilddrüsenhormone

Beitragvon Juliane » Donnerstag 13. Januar 2011, 13:35

Natriumselenit senkt signifikant die gemessenen Malondialdehyd-
Serumkonzentrationen

Selen ist als antioxidatives Therapeutikum auch bei anderen Krankheitsbildern,
die mit oxidativen Stress assoziiert sind,


http://rosdok.uni-rostock.de/file/rosdok_derivate_000000003752/Dissertation_Goerl_2009.pdf
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