Wissen, wo"s herkommt

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Beitragvon Juliane » Sonntag 18. März 2012, 12:26

Bei Lebensmittel wollen wir ja mittelweile wissen, wo's herkommt.
Bei Leitlinien sollte man das auch wissen.

Folgen wir der Spur:


Seite 36

Protokoll über die Konsenzkonferenz zur S2-Leitlinie Umweltmedizin (Innenraumschadstoffe)

Datum: 27.2.2010

Ort: Hotel Wiesenmühle, Fulda

Tagesordnungspunkt: Leitlinie 13.40 – 16.10

Die von Frau Anke Bauer vorbereiteten Passagen wurden verlesen und anschließend diskutiert.

http://www.dbu-online.de/fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf
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Beitragvon Juliane » Sonntag 18. März 2012, 12:30

Die Mitteilung

"Wir möchten deshalb darauf hinweisen, dass es sich nicht um eine Leitlinie zur MCS handelt."

findet man nicht im Internetauftritt des DBU

Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner
http://www.dbu-online.de/


Obwohl die Fachkliniken Nordfriesland den DBU als Ansprechpartner nennen:

Zitat:

"Wer ernsthaft an Informationen zur umweltmedizinischen Leitlinie interessiert ist oder Rückfragen zu unklaren Abschnitten der Leitlinie hat, kann uns gern eine email schreiben, wir werden uns bemühen, sie zügig zu beantworten (anke.bauer(at)fklnf.de oder dbu(at)dbu-online.de). "

Fachkliniken Nordfriesland gGmbH: Umweltmedizin
http://www.fklnf.de/projekte/umweltmedizin.html


Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die Fachkliniken Nordfriesland Sprachrohr des DBU sind.
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Beitragvon mirijam » Sonntag 18. März 2012, 13:37

Super Analyse, Juliane. Das ist die logische Schlussfolgerung.
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Beitragvon mirijam » Sonntag 18. März 2012, 13:39

Die Mitteilung

"Wir möchten deshalb darauf hinweisen, dass es sich nicht um eine Leitlinie zur MCS handelt."



Kennt man seine eigene Leitlinie nicht mehr? In der DBU-Leitlinie wurde MCS ausdrücklich mitaufgezählt (genannt).

Bitte sehr- hier ist der Beweis:

"Zitat Seite 15 oben:

"4.5 Anamnese von multifaktoriellen Syndromen

Es wird empfohlen multifaktorielle Syndrome, welche häufig mit UME assoziiert sind, systematisch
zu erfassen (vgl. Risikogruppen und Folgeerkrankungen).

Hierunter sind chronische Multisystemerkrankungen zu verstehen, deren Entstehung mit Risikofaktoren
aus dem

-somatischen,

-psychischen und

-sozialen Bereich

assoziiert ist

(„biopsycho-soziales“ Krankheitsmodell),

insbesondere:

· eine besondere Chemikaliensensitivität (Chemical Sensitivity/CS, Multiple Chemical
Sensitivity /MCS)

· Chronisches Erschöpfungssyndrom/CFS

· Chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgie

· Posttraumatisches Belastungssyndrom"


http://www.dbu-online.de/fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf

Siehe auch hier: viewtopic.php?t=16581
mirijam
 

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Beitragvon Clarissa » Sonntag 18. März 2012, 14:07

tja meine damen und herren das ist natürlich jetzt ein problem das so etwas alles im internet auftaucht und falls sie es noch nicht wissen sollten: das internet vergisst nichts! da hilft auch kein krampfhaftes rückwärtsrudern nicht mehr, da hilft nur vor inbetriebnahme des mundwerks (alternaiv, der Tastatur und Maus) das gehirn einschalten. das hat mir vor über 40 jahren mein lehrmeister mal vor gebetet.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Wissen, wo

Beitragvon Leckermäulchen » Sonntag 18. März 2012, 14:17

@mirijam,

vllt ist ja eine „besondere“ Chemikaliensensitivität in deren Vorstellung etwas anderes als eine „gewöhnliche“ Chemikaliensensitivität, weil sie sie bei CFS und dem Posttraumatischen Belastungssyndrom erwähnen. Das macht das Ganze allerdings - also die Leitlinie - weder klarer noch richtiger, da man iduL ja noch nicht einmal soweit ist wie anderswo, wo Anerkennungen sowohl auf dem Papier als auch vor allem im wirklichen Leben längst stattfinden.

Aber m. E. stecken diese letztgenannten Umwelterkrankungen hierzulande noch in den Babyschuhen, während MCS noch in den Kinderschuhen steckt, selbst wenn die Medien etwas anderes suggerieren sollen (z. B. bei heimkehrenden Soldaten aus Kriegsgebieten, wo deren psychisch fachkundige Betreuung nicht mehr so leicht infrage gezogen wird).

Das waren jedenfalls meine ersten Gedanken nach der Lektüre…
- Editiert von Leckermäulchen am 18.03.2012, 13:20 -
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Beitragvon Leckermäulchen » Sonntag 18. März 2012, 14:29

Bei meinem vorigen Beitrag dachte ich vor allem auch noch daran, dass ja bei für jedermann offenkundigen psych. extrem belastenden Stresssituationen, denen Menschen nachweislich ausgesetzt gewesen sind, eher für die nun leitlinienumgeschulten Umweltmediziner nachvollziehbar ist, dass Psyche und MCS in der von ihnen bevorzugten Reihenfolge zusammengehören, als dies bei den eben nicht für jedermann offenkundigen Ursachen für MCS, denen keinerlei psychische Belastung vorausging, der Fall ist, was ja auch wesentlich häufiger vorkommt und wo nur oder nahezu nur Geschäftsinteressen von relevanten Industriezweigen die Hauptrolle spielen. Die will man sich keinesfalls kaputtmachen lassen. Die Lobby läßt grüßen.

Es darf halt hierzulande nicht sein.
- Editiert von Leckermäulchen am 18.03.2012, 13:30 -
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Beitragvon Juliane » Sonntag 18. März 2012, 14:30

Fakt ist, dass eine nichtärztliche Mitarbeiterin einer Reha-Klinik mit vorbereiteten Text-Passagen nach Fulda kam.

Fakt ist, dass diese Reha-Klinik in den Leitlinien als Korrespondenzadresse
angegeben wird.


Fakt ist auch, dass dieselbe Reha-Klinik nur gewissermaßen stellvertretend für den DBU Statements zur neuen Leitlinie abgibt, während man im Internetauftritt des DBU keine Mitteilung vorfindet.
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Beitragvon Beobachter » Sonntag 18. März 2012, 19:10

Juliane,

danke für Deine vielen Recherchen und Infos ...

Liebe Grüße
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 12. Juli 2012, 19:00

Also wir wissen, wo"s herkommt.
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