Wie wird KLEIDUNG gehandhabt?

Wie wird KLEIDUNG gehandhabt?

Beitragvon Twei » Montag 24. Dezember 2012, 23:23

@Alle - wichtige Frage an MCS-Erkrankte mit Erfahrung


1. Wie handhabt Ihr Eure [u]Kleidung[/u]?

a) Gibt es eine Unterteilung für bestimmte Verwendungszwecke z.B. Räumlichkeiten, Tätigkeiten usw...?

b) Wie und wo lagert Ihr Eure Kleidung und - warum?

c) Gibt es auch eine Trennung beim Waschen und wenn ja - warum?


2. Wie hilft es Euch - welchen Einfluß bewirkt das gesundheitlich?

3. Wurden für den Cleanroom besondere Kleidungsstücke angeschafft und warum?

4. Hättet Ihr mit Eurer heutigen Erfahrung zu Beginn Eurer MCS-Erkrankung z.B. [u]konsequenter[/u] oder anders gehandelt?

5. Gibt es eventuell noch eine neue Idee für die Zukunft?


(Die individuelle Waschmittelproblematik könnte eventuell zur Vereinfachung aus diesem Thread hier herausgelassen werden... (bitte auch KEINE Produkt- und Firmennamen erwähnen)) - Danke

Ps: Dieser Thread mit Euren Antworten wird direkt verlinkt zu folgendem Thread \"Brainstorming: plötzlich MCS und nun?\" - viewtopic.php?t=18986

So könnten Newcomer weitere individuelle Sicht- und Handlungsweisen zur eventuellen Orientierung zur Hilfe nehmen...

- Editiert von Twei am 24.12.2012, 22:41 -
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Beitragvon Osmanthus » Dienstag 25. Dezember 2012, 00:24

Zuhause trage ich jahrealte Jeans und Shirts die Hunderte Male gewaschen wurden.
Für den Fall dass ich irgendwohin muss wo man gekleidet sein muss habe ich einen Satz besserer Kleidung.
Nach dem Tragen lüfte ich sie tagelang und packe sie nachher in eine Alukiste.
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Beitragvon Sileah » Dienstag 25. Dezember 2012, 00:37

Ich habe schon öfter über "Hausanzüge", also so was wie Jogging/Sportklamotten nur für die Wohnung, nachgedacht.

Ganz doof, dass ich derzeit keine eigene Waschmaschine habe *nerv* *nerv* *nerv*

Trennen beim waschen kann ich dadurch nicht (zu teuer). Ich nehme aber immer die Waschbälle, die reinigen um einiges mehr und spülen auch das Waschmittel besser raus.

Mache ich bestimmte Sachen, ziehe ich benutzte Sachen an, die dann in die Wäsche fliegen.

Ich hoffe, ich habe bald wieder einen Platz zu auslüften (Balkon, Garten, etc).

Habe gerade eine neue Jacke verschenkt, da zu stinkich.

Zukünftig will ich mehr Platz und einen Raum, wo ich nur schlafe. Nur ein Schlafi/Hausanzug und keine Straßenklamotten.
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Beitragvon Twei » Dienstag 25. Dezember 2012, 15:29

1. Wie handhabt Ihr Eure Kleidung?

a) Gibt es eine Unterteilung für bestimmte Verwendungszwecke z.B. Räumlichkeiten, Tätigkeiten usw...?
Ja!

[b]Cleanroom-Innenraumkleidung[/b], die zum Schlafen und Leben innerhalb der Wohnung benutzt wird, einschließlich zum Kochen, PC-Arbeiten (PC ist im Nebenraum und Bildschirm hängt über dem Bett)...; diese Kleidung darf nur nach einer gründlichen Dekontaminierung (duschen und abschrubben/-reiben) angezogen als auch angefasst werden!

[b]Arbeits-Innenraumkleidung[/b], die zum Arbeiten für Renovierungs-, Werkarbeiten-, Sortier- oder Sonstige -Arbeiten verwendet wird sowie ab und zu für Besuchsempfang von Kollegen, welche extra möglichst Duftfrei erscheinen ; diese Kleidung darf nicht nach dem Tragen der Außenkleidung verwendet werden!

[b]Privat-Außenkleidung[/b], diese Kleidung wird zum Spazieren getragen. Sie ist für Tätigkeiten und Aufenthalte vorgesehen, wo möglichst keine oder nur eine ganz geringe kontaminierte Umgebung zu erwarten ist.... es ist die "stressfreiste" Außenkleidung, die auch im eigenen Besucherraum für Besuch geeignet ist. Für ganz kurze und gezielte Einkäufe in der Umgebung findet sie ebenfalls ihre Verwendung.

Ein Hinsetzen auf alle öffentliche Sitze oder ein irgendein Anlehnen darf damit nicht stattfinden! Wenn ich mal bei einem Kollegen bin, dann nehme ich eine neue Mülltüte mit, stecke ein Stück Pappe oder Fernsehzeitung rein und lege es auf die Sitzfläche. Die Sitzfläche sollte nicht aus Stoff sein.

Diese Kleidung kann nicht nach der Arzt-Kleidung oder anderer Kleidung nach einem extrem verseuchten Aufenthalt getragen werden.

[b]Außenkleidung[/b], die für längere Aufenthalte in kontaminierter Umgebung vorgesehen ist und demnach immer eine gewisse Restbelastung aufweist. Ebenfalls zählt dazu auch noch Arbeitskleidung (sehr verschlissene Kleidung) für "grobe" und "drecke" Arbeiten außerhalb meiner Wohnung. Für diese alle gilt die gleiche Regelung wie bei der "Privat-Außenkleidung" - wird auch häufig extra oder öfters vorgewaschen, bevor sie mit der "Privat-Außenkleidung" in eine Waschmaschine gelangen kann.

[b]Arzt-Kleidung[/b] Diese Kleidung ist für die seltenen Arzt-Besuche vorgesehen und weist auch eine etwas bessere "Ordentlichkeit" vor. Bei der anderen Kleidung ist es mir egal wie verschlissen sie ist - Hauptsache verträglich.

Die Arzt-Kleidung ist überhaupt nicht verträglich, weil sie so erhebliche Restexpositionen der Besuche enthält und selbst nach 4 Tagen Waschmaraton nicht ausreichend zu dekontaminieren ist; auch der Trocknungsprozess verseucht die Lebensluft in der ganzen Wohnung.
Die Arzt-Kleidung wird auch zu anderen sehr expositionsbelastenden Aufenthalten verwendet, die möglichst NIE notwendig werden....


b) Wie und wo lagert Ihr Eure Kleidung und - warum?

Jede Kleidungsklasse, siehe obige Unterscheidung, wird anders gelagert und zwar:

- Cleanroom-Innenraumkleidung im Cleanroom, damit die Expositionen, die in den anderen Räumen höher sind, nicht in die Kleidung gelangen. Die Kleidung liegt derzeit noch auf dem Fliesenboden, weil ich noch kein Metall- oder Glasregal dafür habe.

Jede Kleidungsart ist getrennt gestapelt, weil z.B. auch die Unterhosen ein Gummiband haben, das immer leicht riecht (es ist schon das Beste gewesen, was ich auftreiben konnte); über allem ist ein großes Tuch gelegt. Ebenfalls haben Jogginghosen, Socken, T-Hemden, und Unterhosen unterschiedliche Beschaffenheit und Zweckbestimmungen, die wiederum unterschiedlich Expositionen als auch Restkontaminationen aufweisen können. So beuge ich einer größeren Verbreitung und Vermischung vor.

Zum Verständnis: Eine Unterhose sitzt mir beim Liegen oder Stehen nicht so unter der Nase, wie mein T-Hemd!


- Arbeits-Innenraumkleidung UND - Privat-Außenkleidung in der Küche auf einem Metallregal, ebenfalls in ihrer Kleidungsklasse und ART getrennt gestapelt. Eine große Metallstange längs durch den Raum dient dazu, die gebrauchte Kleidung je nach Verseuchungsgrad, Verwendungszweck und Verschwitzungsgrad luftig sortiert aufzuhängen; so kann ich Kleidung häufiger verwenden und in verschieden Stufungen nutzen.

(Eigentlich sollte diese Kleidung in die Kabuffen. Diese sind aber noch nicht endfertig -mal schauen - vielleicht bleibt diese Kleidung auch in der Küche - es klappt ja...)

Wenn jene Kleidung durch die Umweltluft mal zu doll verseucht wurde, hänge ich sie nicht mehr in die Küche, sondern immer in die Kabuffe. So kann ich diese Kleidungsstücke auch noch ab und zu für bestimmte Zwecke verwenden bis sie zum Waschen für mich ausreichend genug vorher gebraucht wurden.


- Außenkleidung lagert im Kabuff auf einem Metallregal. Es sind nur wenige Kleidungsstücke, obenauf liegt ein Stofftuch, dass den Staub abhalten soll. Nach dem Gebrauch wird diese Kleidung meist sofort wieder gewaschen oder solange in einer Plastiktüte oder zusammengelegt auf dem Fußboden verwahrt, bis ich ausreichend Kleidungsstücke zum Füllen einer Waschmaschine zusammen habe.

- Arzt-Kleidung lagert im Kabuff auf einem Metallregal. Hose und Jacke müssen in einer Plastiktüte aufgrund ihrer Ausdünstungen gelagert werden. Die Desinfektionsmittel in den Praxen sind grauenhaft. Von längerem Tragen dieser Kleidung werde ich krank...

+ Jacken und Schuhe befinden sich im Kabuff. Ich hatte auch schon Schuhe, die ich nach dem Kauf 1 Jahr in den Keller hängen mußte oder gar wegwarf.
Was nicht tolerierbar ist werfe ich weg oder findet bei nicht zu starker Belastung seinen Platz in einer Plastiktüte bis es seine Gifte nach und nach minimiert hat.


c) Gibt es auch eine Trennung beim Waschen und wenn ja - warum?

Ja - weil sonst die verschiedenen Kontaminationsgrade auf andere Kleidungsgruppen und Arten übertragen werden!

Jede oben aufgeführte Klasse wird für sich gewaschen. Nachdem verseuchtere Kleidung gewaschen wurde, empfiehlt es sich z.B. eine Waschmaschine Socken, dann Unterhosen, dann T-Hemden zu waschen.

Von der verseuchtesten Klasse der Arzt-Kleidung aus, wird erst einmal die Waschmaschine 2 komplette Durchgänge durchgekocht , dann die Außenkleidung waschen, dann die Privat-Außenkleidung, dann Handtücher kochen..... und dann erst die Cleansachen!

Vor jedem Wechsel eines Kleidungstyps wird immer die Waschmaschine nochmals 2 mal mit kaltem Wasser durchgespült, damit die kontaminierte Restsuppe aus dem Sifon und Schlauch sowie die Restbeläge der Waschmaschinen-Innenräume minimiert werden.

UND immer beachte ich jeweils die Reihenfolge: erst Hose, Pullover, dann Socken, dann Unterhose, dann T-Hemden bzw. Unterhemden!

Bettwäsche und Cleanroomvorhänge können sehr gut nach dem Reinigen der Cleanroomkleidung oder dem Waschen nach den Handtüchern gewaschen werden.

+ Aufgrund meiner Unverträglichkeiten kommen bei mir keinerlei [u]Waschmittel[/u] zum Einsatz. Es wird möglichst mit höchster Waschtemperatur für die jeweiligen Textilien gewaschen, deren Temperaturhinweise von mir häufig in Frage gestellt werden.

Ganz selten gebe ich bei den Außensocken bei einer Kaltspülung etwas Apfelessig rein.
Häufig gebe ich bei der Außenkleidung alten Kaffeesatz bei; jedoch bei der Innenraumkleidung NIE!

+ Ich wasche nur mit viel Wasser, hohen Temperaturen und viel Geduld!

Aufgrund der Nichteinsetzbarkeit von Waschmitteln, muß ich jenen obigen Plan gewissenhaft befolgen als auch eine konsequente Expositionsvermeidung für meine Kleidungsstücke.


2. Wie hilft es Euch - welchen Einfluß bewirkt das gesundheitlich?

Die verschiedenen Kleidungsklassen, Lagerungen und die Waschregeln helfen mir sehr viel.

Dadurch erhielt ich nach und nach das Verständnis der Kontamination!
Ich wußte vorher gar nicht, wie stark die Außeneinflüsse Einwirkungen in mein Leben innerhalb meiner Wohnung verübten.

Ich war permanent von Expositionen umgeben, die in der Außenkleidung waren und sich so in der ganzen Wohnung verbreiteten. Ebenfalls geschah dieses durch die Waschmaschine. Ich hatte immer gesundheitliche Beschwerden und war dadurch häufig dauergestresst.

Erst durch die Trennung gelingt es mir sofort Kontaminierungen im alltäglichen Leben ausfindig zu machen und effektvoll Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Meine Nase ist weniger dauerhaft zu oder trocken. Das Sehen ist stabiler, die Augen Tränen weniger oder sind trocken, der Hals kratzt nicht so, die ab und zu aufflackernden Hautbeschwerden nahmen ab usw... - schlafe besser ein, Konzentrationsfähigkeit wurde gesteigert, Hungergefühl und Geschmachsnerven werden nicht übermäßig unterdrückt, weniger Verstopfungen...usw...

Durch die Trennung habe ich einen der Hauptverursacher der gesundheitlichen Beschwerden ausfindig gemacht und relativ gut eingedämmt.


3. Wurden für den Cleanroom besondere Kleidungsstücke angeschafft und warum?

Ja - ich mußte zusehen, dass ich eine Waschmaschine für je eine Kleidungsart vollbekomme,
- ich hatte selten eine dekontaminierte Waschmaschine und ein häufiges Cleanroomkleidungswaschenmüssen brachte die Waschkonzepte durcheinander und ineffektiv.

Ich kaufte mir Kleidung, die grundsätzlich zur Kochwäsche geeignet war und ist. Dieses verspricht einiger Maßen beinhaltende waschbeständige Farben und Chemikalien. Die Gummis der Unterhosen waren deshalb auch nicht so lange und unangenehm am Stinken.

Ich schuf mir aus reiner Baumwolle folgende [u]Kochwäsche[/u] an:
20 - T-Hemen (2-3 Waschladungen)
10 - Unterhosen (1 Waschladung)
20 - Arztsocken (1 Waschladung)
2 - Jogginghosen (1 Waschladung)
2 - Pullover (1 Waschladung)
(+ Bei der Cleanroomwäsche können auch Jogginghose und Pullover zusammengewaschen werden, wenn die Expositionen der Jogginghose gering ist.)

2 - Bettbezugsgarnituren mit Laken (also 1 Garnitur entspricht 1-2 Waschmaschinen)


Da ich mir keine Biowäsche leisten kann als auch andere Stoffe, muß ich derzeit noch mit Baumwolle leben.
Nach ca. 8-12 kompletten Waschgänge konnte ich die Kleidung benutzen, die Jogginghosen und Pullover brauchten ca. 18!

Nach ca. einem halben Jahr fängt die Baumwolle an einen neuen Geruch zu entwickeln. Vermutlich sind es die zerfallenen Chemikalien im Stoffgewebe.
Fazit ist, ich muß jedes mal vor dem Anziehen T-Hemd und Unterhose diese für einige Stunden über die Heizung (im Sommer reicht die Wärme der Sonne durchs Fenster) im Cleanroom aufhängen, um so einen großen Teil der Expositionen weg zu temperieren.

Ich plane den Tag des Neuanziehens (frische Cleanroomkleidung) immer so, dass ich dann Draußen was zu tun habe. Zwischendurch tausche ich die Luft des Cleanrooms über die Tür mittels Queerlüftung der anderen Fenster in der Wohnung aus.

Nach dem Duschen muß dann der Cleanroom gut durchgelüftet werden. Die frische Cleanroomkleidung läßt ihre "Restbestände"/Expositionen noch so einige Stunden leicht an mir aus. Das macht sich bemerkbar durch Augenreizung, Jucken und Feuchtigkeitsfluß, leichte Müdigkeit und etwas Halstrockenheit.

ABER DANACH IST ENDLICH ALLES WIEDER IM RICHTIGEM LOT!


Aufgrund dieser Problematik ist die Expositionsvermeidung in allen möglichen Bereichen zu verwirklichen, WEIL ES SACHEN UND SITUATIONEN GIBT auf die man keine wirkungsvolle Einflußnahme nehmen kann! - Diese "sind" dann zu ertragen und auszuhalten! - Weil finanzielle Gründe und die Nichtmöglichkeit an geeignete Ware zu kommen uns zwingen eine solche LAST ertragen zu MÜSSEN!

Eine zusätzliche Expositionsbelastung durch Möbel, Baumaterialien, Gebrauchsgegenständen, Hygienartikeln oder versteckten DUFTSTOFFEN in Kleidung, ist laut meiner Erfahrung nicht zu tolerieren und auszuhalten.


4. Hättet Ihr mit Eurer heutigen Erfahrung zu Beginn Eurer MCS-Erkrankung z.B. konsequenter oder anders gehandelt?

Ja - auf jeden Fall - aber die Idee oder den Hinweis zu einem solchem Verhalten- und Sortierplan muß man erst einmal haben oder bekommen. Von den Umweltmedizinern, welche ich besucht hatte, erhielt ich keinerlei Tipps oder Hinweise dazu!

Es wurde zwar davon gesprochen, dass ich solche "Gerüche" dann meiden solle, aus dem Weg gehen solle, wenn sie mich gesundheitlich beeinträchtigen, aber das entsprach vom Inhalt einem leeren Blatt Papier!
(Vermutlich erhalten MCS-Erkrankte mit diversen Allergien bessere Ratschläge von der Feuerwehr des Bereiches ABC-Gefahrenabwehr.)

Je schneller und konsequenter die Expostitionsvermeidung umgesetzt wird, um so besser für den Betroffenen. Wenn ich eine entsprechende Hilfe von den Krankenkassen oder vom Jobcenter erhalten hätte, dann wäre mir die Verschlimmerung der MCS-Erkrankung erspart geblieben.

Erst durch jene Maßnahme oben, bin ich heute in der Lage Expositionen ausfindig zu machen, um mich vor diesen auch weitgehenst schützen zu können.

Jedes damalige Waschmittel, auch die Sensitiven, ließen mich diese Schadstoffe in der Kleidung nicht erriechen; trotzdem sind die versteckten Schadstoffe vorhanden und hätten trotz Übertünchung mit dem Produktgeruch ihre gesundheitlichen Auswirkungen an mir verübt.


Deshalb würde ich mit dem heutige Wissen, wenn ich am Anfang meiner Erkrankung wäre, grundsätzlich mal [u]6 Monate ohne Waschmittel und Hygieneartikel[/u] leben. Ich würde die NULL-Lösung ausprobieren, um so ein Gespür für die versteckten Schadstoffe zu bekommen.

Ich hatte früher Artikel benutzt, die eigentlich immer Schadhaft für mich waren. Erst als es zu spät war merkte ich das. Durch eine Nulllösung könnte ich so die Ursache schneller finden. Ein Produktwechsel war nur die Verlagerung des Problems...


5. Gibt es eventuell noch eine neue Idee für die Zukunft?

Ja - eine zweite Waschmaschine. So hätte ich dann eine für die Innenraumwäsche und eine für die Außenwäsche!
Ich bin mir sicher, dass dieses eine viel effektivere Expositionsvermeidung verspricht als auch ein stressfreieres Waschen aufgrund der "Reihenfolgen"...

Ich wünsche mir Bio-Kleidung und Stoffmaterialien die ich vertragen kann. Bei einer Allergietestung wurde auch eine Empfindlichkeit gegen Baumwolle festgestellt...
Es fehlen finanzielle Mittel - auch zur Austestung der Materialverträglichkeiten. Eigentlich fehlt nur ein Kassen-Rezept von einer fachkundigen Stelle wie z.B. einem Umweltmediziner!
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Wie wird KLEIDUNG gehandhabt?

Beitragvon Miss Excel » Dienstag 25. Dezember 2012, 16:35

Ich habe bisher solche Probleme mit meiner Kleidung nicht.

Ein paar Mal ist es mir passiert, dass ich nach einer Massage merkte, dass ich das benutzte Öl nicht vertrage, obwohl ich beim dran riechen dachte, es geht. Es war dann aber ausreichend, die Kleidung normal zu waschen.

Vor einiger Zeit habe ich versucht, die Kleidung von jemand anderem von Zigarettenrauch und Weichspüler in meiner Waschmaschine zu dekontaminieren. Das ging nach hinten los, ich habe die Sachen bestimmt 20mal gewaschen und dabei meine Kleidung auch noch beduftet.

Meine (schon über 20 Jahre alten) Nylon-Wolldecken entwickeln neuerdings, also seit ich sie mit Waschnüssen wasche, einen merkwürdigen Geruch. Ich vertrage sie noch, mag den Geruch aber nicht. Darum habe ich jetzt versuchsweise die zuletzt gewaschenen Decken vorher mit so einem Stück \"Alu-Seife\" einige Stunden in der Waschmaschine eingeweicht. Das hat geholfen. ( http://www.geheimshop.de/haushalt-und-kueche/kuechenhelfer/392/edelstahlseife-eliminiert-gerueche-wie-zwiebel-benzin?gclid=CJ-A_NzmtbQCFctQ3god1E0ACQ )

Für mich ist es noch ok, die dunklen Sachen mit Waschnüssen zu waschen und die hellen mit duftfreiem Waschmittel.


[quote]Die verschiedenen Kleidungsklassen, Lagerungen und die Waschregeln helfen mir sehr viel.

Dadurch erhielt ich nach und nach das Verständnis der Kontamination!
Ich wußte vorher gar nicht, wie stark die Außeneinflüsse Einwirkungen in mein Leben innerhalb meiner Wohnung verübten.

Ich war permanent von Expositionen umgeben, die in der Außenkleidung waren und sich so in der ganzen Wohnung verbreiteten. Ebenfalls geschah dieses durch die Waschmaschine. Ich hatte immer gesundheitliche Beschwerden und war dadurch häufig dauergestresst.

Erst durch die Trennung gelingt es mir sofort Kontaminierungen im alltäglichen Leben ausfindig zu machen und effektvoll Gegenmaßnahmen einzuleiten.Die verschiedenen Kleidungsklassen, Lagerungen und die Waschregeln helfen mir sehr viel.

Dadurch erhielt ich nach und nach das Verständnis der Kontamination!
Ich wußte vorher gar nicht, wie stark die Außeneinflüsse Einwirkungen in mein Leben innerhalb meiner Wohnung verübten.

Ich war permanent von Expositionen umgeben, die in der Außenkleidung waren und sich so in der ganzen Wohnung verbreiteten. Ebenfalls geschah dieses durch die Waschmaschine. Ich hatte immer gesundheitliche Beschwerden und war dadurch häufig dauergestresst.

Erst durch die Trennung gelingt es mir sofort Kontaminierungen im alltäglichen Leben ausfindig zu machen und effektvoll Gegenmaßnahmen einzuleiten.[/quote]

Es ist gut möglich, dass völliges Weglassen von Waschmitteln und eine so strenge Trennung der Kleidung wie Du es machst, bei MCS gut ist.

Aber, ganz ehrlich, selbst wenn ich denke, dass es so, wie Du es machst, wahrscheinlich für alle MCSler am Besten wäre.... ich bin viel zu faul dazu, mir die Arbeit zu machen, bevor ich mich durch die Not gedrängt fühle.

Ich habe momentan noch genug damit zu tun, dass ich durch die MCS nur noch so wenig geregelt kriege und mit dem Alltag im Grunde schon überfordert bin. Da würde ich nicht gern noch zusätzlich so ein Riesen-Projekt anfangen... es geht ja auch nie verbindlich für längere Zeit gut. Fange ich jetzt bei bester Energie irgend etwas an, öffne das Fenster und erwische gerade den Moment, in dem meine Nachbarin ihre Weichspülerdurchseuchte Wäsche frisch nach draußen gehängt hat, dann lieg ich direkt flach und der Tag ist gelaufen.
- Editiert von Miss Excel am 25.12.2012, 15:50 -
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Beitragvon Twei » Dienstag 25. Dezember 2012, 18:49

@Miss Excel
[quote]Für mich ist es noch ok, die dunklen Sachen mit Waschnüssen zu waschen und die hellen mit duftfreiem Waschmittel.[/quote]
Das war es für mich auch mal... dieses machte auf Dauer alles nur noch schlimmer... und möchte man es auf Dauer schlimmer haben?

Ich praktiziere meine Handhabung mit der Kleidung nun seit vielen Jahren. Früher gab ich noch viel Kaffeesatz bei, dieses konnte auf ab und zu gesenkt werden. 1-2 mal mehr durchwaschen dauert länger aber ist mit Temperatur sehr effektiv.

Es ist kein Riesenprojekt und die Arbeit mache nicht ich, sondern meine Waschmaschine. (Allerdings ist seit Jahren auch die Schaltuhr kaputt und ich muß deshalb zig mal zur Maschine laufen und weiterschalten - das ist die nervige Arbeit.)
Ich verstehe Deine Antworten. Sie sind aus Deiner Sicht vernünftig.

So allerhand Experimente wurden von mir schon durchgeführt, um Auswege zu finden, siehe - "Wie Waschmittel rauswasch., neues Waschmitt. ges." - 09.01.2009, 19:08:48 - viewtopic.php?t=5414

Und "Kleidung ozonieren" - viewtopic.php?t=15916

Ein Grundrezept zum Waschen für MCS-Erkrankte wurde bisher noch nicht gefunden - es scheint alles mehr eine Kompromisslösung zu sein, siehe - http://www.csn-deutschland.de/blog/2010/09/03/experten-geben-antwort-die-besten-tipps-fur-duftfreie-wasche/

Darum halte ich eine Kleidertrennung für eine zusätzliche wichtige Komponente zur Expositionsvermeidung.


[hr]Leider kann ich die Wäsche draußen nicht trocknen, weil meine Nachbarn permanent die Umgebungsluft verseuchen; darum ist mein Besucherraum auch der Wäschetrockenraum mit einem Ablüfter. Zu bestimmten Zeiten gibt es ab und zu ein Fenster, wo ich Frischluft zuführen kann, ansonsten muß es ein anderer Lüfter mit einem Aktivkohlefilter verrichten. Alles andere würde meine frische Wäsche wieder verseuchen...
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Wie wird KLEIDUNG gehandhabt?

Beitragvon Clarissa » Dienstag 25. Dezember 2012, 19:05

@Twei was ist das denn für eine WM? Modell, Hersteller, Seriennummer, beschreib mir mal bitte so genau wie möglich den fehler.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Leckermäulchen » Dienstag 25. Dezember 2012, 21:05

Zu c) Trennung der Wäsche vor dem Waschen

Nagelneue farbige Kleidung wasche ich sowieso erst mal separat, aber nicht in der Waschmaschine
1. weil sie färben könnte und wenn ja, wird sie natürlich immer separat von anderer Wäsche, die nicht eingefärbt werden soll, gewaschen
2. wenn sie vorher chemisch behandelt wurde, um die andere Wäsche damit nicht zu kontaminieren. Ich weiche sie zunächst so lange in Kaiser Natron ein, bis der Geruch weg ist. Dann wasche ich sie normal.
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Beitragvon Miss Excel » Dienstag 25. Dezember 2012, 21:34

Zum Einweichen:

Wie lange weicht Ihr in Milch oder Natron oder sonstwas ein?

Ich hatte 1-2 Tage eingeweicht, aber das hat nicht viel gebracht.

Und nach dem 2. Tag habe ich dann auch Angst, dass die Kleidung vor sich hin gammelt und dann erst richtig anfängt zu stinken.

Oder wird einen Tag eingeweicht, dann getrocknet, dann nochmal eingeweicht?
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Beitragvon Leckermäulchen » Dienstag 25. Dezember 2012, 22:10

Also ich hatte mir letztens was neu gekauft, und das lag mindestens eine halbe Woche in Kaiser Natron in der Wanne. Ich habe zunächst nach ein paar Stunden mal ins Bad geschnüffelt und festgestellt, es müssen einige Tüten Natron dazugeschüttet werden. Dann - nach 1...2 Tagen - war es zwar schwächer aber weg war es immer noch nicht. Ich habe es ausgespült und noch mal neue Natronpulvertüten drübergestreut in neues Wasser - wieder 1..2 Tage und Nächste. Als ich es zu 99,9 % (was mir meine Nase so sagte) raus hatte, wollte ich endlich auch selber mal das Bad wieder nutzen. Aber so ging das dann auch mit der Kleidung.
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Beitragvon Sileah » Dienstag 25. Dezember 2012, 23:05

Ich weiche manche Sachen in Wasch Soda ein. Finde ich effektiv.
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Beitragvon Sileah » Donnerstag 27. Dezember 2012, 09:59

Ich hab's zwar oben schon geschrieben, aber durch Waschbälle spart man

-Waschmittel
-Wäsche wird sauberer.

viewtopic.php?t=17404

Sie sind aus Kautschuk. Es gibt auch billigere aus Plastik. Ich finde die aus Kutschuk besser.
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