IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon Nele » Montag 1. Dezember 2008, 12:25

Bei mir hat der IgG4 Test seltsame Resultate ergeben.
Einige Nahrungsmittel, die ich problemlos vertrage und die fester Bestandteil meiner Rotationsdiät sind wurden als hochgradig unverträglich ausgewiesen und andere, die ich ganz sicher nicht vertrage als verträglich getestet. Wie ist das möglich?
Eine MCS-Patientin sagte mir, dass man sich auf diesen Test nicht verlassen könnte und dass die von mir verträglichen Nahrungsmittel als unverträglich getestet wurden, weil mein Körper damit Kontakt hatte (Rotationsdiät), während ich die für mich unverträglichen Nahrunsmittel seit Wochen nicht mehr zu mir genommen habe. Deshalb seien sie als verträglich getestet. Stimmt das?
Ich bin nun sehr verunsichert und weiß nicht mehr was ich essen kann und ob ich dem Test vertrauen kann.
Hat jemand Erfahrung damit?
Nele
 

IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon Arnfried » Montag 1. Dezember 2008, 14:36

Bei mir wurde so ein Test auch mal gemacht. Das Ergebnis schien mir gleich seltsam, da ich die Sachen essen durfte, die ich nicht vertrage, und vieles nicht essen durfte, was mit bekommt. Nach einem halben Jahr aß ich wieder normal, ohne dass sich dadurch etwas verschlechtert hat.
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IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon sunday » Montag 1. Dezember 2008, 14:46

bei mir wurden etliche tests gemacht, sowohl die "normalen" (prick, rast) als auch ltt und igg und die ergebnisse stimmten alle nicht und es kamen auch beim gleichen test immer wieder etwas völlig anderes heraus, auch wenn er nach kurzer zeit wiederholt wurde. sogar dinge, von denen mir sofort der hals komplett zuschwillt wurden schon negativ getestet.

bei hausstaub, blütenpollen etc. scheinen prick und rast etwas zuverlässiger zu sein (aber auch nicht immer. ich hatte schon leuten, die negativ getestet waren und wo ich mir sicher war, daß sie allergien haben, geraten sich noch mal testen zu lassen und da waren dann plötzlich hausstaub etc. positiv und das oft kurz nach dem 1. test).

wirklich zuverlässig ist immer nur die eigene beobachtung der reaktionen. manchmal sehr schwierig, wenn man auf vieles reagiert und dann auch langwierig, aber auf dauer sehr hilfreich.

außerdem sollte man auch noch bedenken, daß ein test auch im besten fall immer nur anzeigt, auf was der körper in dem moment reagiert. ein paar tage später kann das ganz anders aussehen. es hängt auch oft davon ab, was sonst noch an belastungen dazukommt (chemie, parfüm usw.).

außerdem besteht dann, wenn der körper sowieso schon auf einige sachen reagiert, immer auch die gefahr, daß er auf dinge, die erst mal verträglich sind, nach kurzer oder längerer zeit dann doch reagiert, wenn er oft damit konfrontiert wird (dinge, die man oft ißt oder zahnmaterial, das man ja ständig im mund hat oder tausend andere sachen).

und manche symptome, die scheinbar vom essen kommen, haben ganz andere ursachen. mich hat gerade ein stark parfümierter techniker der telekom plattgemacht (mcs-masken bringen bei mir nichts, weil da viel zu viel durchkommt und alle fenster weit öffnen hilft nur, daß es sich nicht in der wohnung festsetzt), der meinen seit jahren oft nicht funktionierenden internetanschluß endlich mal gründlich kontrollieren sollte.
aber neben den üblichen symptomen (starke kopfschmerzen, halsentzündung) habe ich jetzt auch starke bauchschmerzen, die anzeigen, daß es wieder gastro-intestinale blutungen gibt.
bei diesen bauchschmerzen hatte ich auch mal den verdacht, daß es von unverträglichen nahrungsmitteln kommen könnte. aber alles rumprobieren verlief ergebnislos und sie treten immer nur auf, wenn ich irgendwelche chemikalien abbekommen habe.

umgekehrt hatte ich (und etliche andere leute mit hit) von nahrungsmitteln auch schon oft beschwerden, die man eigentlich mit mcs in verbindung bringt (kopfschmerzen, schwindel usw.)

es ist also bei reaktionen auf viele dinge immer sehr schwierig, die genauen ursachen zu finden, aber es geht. mir geht es ja inzwischen auch sehr viel besser und manche dinge hauen mich auch nicht mehr komplett um, wenn ich ihnen nur kurz und in geringer menge ausgesetzt bin, was sich ja nicht immer ganz vermeiden läßt.

vor einiger zeit konnte ich an nahrungsmitteln überhaupt nichts mehr ohne größere probleme vertragen, jetzt gehen schon wieder etliche dinge rel. gut.

ich drück dir die daumen, daß du auch bald herausfindest, was bei dir noch gut oder rel. gut geht. und prüf noch mal die anderen belastungen, daran kann es auch liegen bzw. diese können zur verschlimmerung beitragen.

liebe grüße
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IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon Annamaria » Montag 1. Dezember 2008, 15:13

Hallo Nele,

du hattest gefragt, wie das mit dem IgG-Test möglich ist?
Was dir die MCS-Patientin erzählt hat, wurde auch mir vom Arzt gesagt.

Und zwar soll das bei dem IgG-Test folgendermaßen sein:
Bei positivem IgG-Test sagt dein Blut: "Ha, dich, du Substanz/Nahrungsmittel, erkenne ich wieder, und außerdem, auf dich hin stelle ich mehr IgG-Antikörper her."

Jetzt ist aber nicht gesagt, dass diese Körperreaktion (mehr IgG-Antikörper herstellen) bei dir selbst einhergeht mit körperlichen Problemen. Es wäre also möglich, dass du das Nahrungsmittel verträgst, obwohl du erhöhte IgG´s hast.

Und wie ist das mit dem Wiedererkennen der Substanz? Das funktioniert nur, wenn du schon mal irgendwie Kontakt hattest mit der Substanz und wenn dein Blut diesen Kontakt inzwischen nicht wieder vergessen hat. Die Zeit, bis dein Blut vergessen hat, soll zwischen 4 Wochen und 3 Monaten liegen. Das erklärt auch einiges.

Was sollst du also machen, was sollst du essen?
Meine Empfehlungen als "geübte" Betroffene wären:

1. Schul dein Gefühl und verlass dich darauf.

2. Lass die Nahrungsmittel weg, auf die du sehr stark im IgG-Test reagiert hast. Bei ihnen dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass du sie tatsächlich nicht verträgst, hoch sein. Du kannst sie ja später nach und nach einzeln wieder ausprobieren.

3. Iss weniger und in größerem zeitlichen Abstand die Nahrungsmittel, auf die du mittelstark im Test reagiert hast.

4. Und die Nahrungsmittel mit nur leichter IgG-Reaktion iss, rotierend, und beobachte, wie es dir geht. Irgend etwas müssen wir essen! Und Essen und Trinken dürfte bei MCS sehr wichtig sein.

5. Behalt auch die Nahrungsmittel kritisch im Auge, die bei anderen oft Probleme machen (denn oft auftretende Probleme treten oft auf):
Laktose oder Milch allgemein
Gluten
Fruktose
Zucker
Eiweiß?
Fett?

Na, dann guten Appetit!

Noch etwas fällt mir zu dem IgG-Test ein.
Ich hatte vor Jahren den Test machen lassen und auf sehr Vieles reagiert. Die stärksten Reaktionen stimmten überein mit meinen eigenen Beobachtungen. Aber das andere?
Ich rief bei dem Labor an. Der dortige Arzt sagte mir: Die bei so vielen Nahrungsmitteln erhöhten IgG-Werte würden eigentlich darauf hindeuten, dass die Nahrungsmittel nicht Ursache sondern Folge eines Problems seien. Er interpretierte das Ergebnis so, dass durch eine vorhandene (!) Schädigung der Darmschleimhaut mehr Substanzen aus Nahrungsmitteln in den Körper gelangen als bei Gesunden üblich, und dass sich der Körper daher mit Substanzen auseinandersetzen und darauf reagieren muss, die ein Gesunder gar nicht abbekommt. Erscheint mir einleuchtend.

Viele Grüße
Annamaria
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IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon Maria Magdalena » Montag 1. Dezember 2008, 15:43

Ganz richtig Annamaria!

Die geschädigte Darmschleimhaut. Die Übeltäter sind viele, u. a. Propylenglykol, Süßstoffe (Aspartam und Co.), Antibiotika, zahlreiche Medikamente, Geschmacksverstärker, zahlreiche Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Pestizide in Nahrung aus nicht-biologischem Anbau u.s.w., u.s.f. Die Liste ist sehr sehr lang. Seid vorsichtig eurer Gesundheit zuliebe.

Gruß
Maria Magdalena
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IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon Nele » Mittwoch 3. Dezember 2008, 09:20

Ich wundere mich immer wieder, wie gut Ihr euch auskennt und wie viel ihr wisst. Z.B. die Sache mit dem Propylenglykol. Es ist in DAO-Mittel enthalten und verursach außerdem leaky gut.

Hallo Annamaria,
vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Du sprichst auch das leaky gut Syndrom an. Ich habe ebenfalls ghört, dass es für viele Nahrungmittelunverträglichkeiten verantwortlich ist. Meine Tests sprechen jedenfalls dafür. Meine Darmflora stimmt hinten und vorne nicht und ich sollte dringend eine Darmsanierung durchführen.

Hat jemand Erfahrung mit Darmsanierung bei MCS. Vertragen wir das? bringt es was?

LG Nele
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IgG4 Test bei Nahrungsmittelunveträglichkeiten

Beitragvon Arnfried » Mittwoch 3. Dezember 2008, 13:36

Darmsanierung kann nur etwas bringen, wenn deine Darmflora nicht in Ordnung ist.
Arnfried
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