Alles eine Frage der Interpretation?

Alles eine Frage der Interpretation?

Beitragvon Juliane » Freitag 30. Januar 2009, 16:44

"Ein dicker Bauch erhöht das Risiko für Prostatakrebs
POTSDAM (dpa). Ein dicker Bauch erhöht das Risiko für Prostatakrebs. Das hat eine Langzeitstudie Potsdamer Forscher ergeben. Dabei spiele das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang eine entscheidende Rolle: Bei einem Quotienten über 0,99 ist das Risiko für Prostatakrebs um 43 Prozent höher im Vergleich zu einem Quotienten unter 0,89.

Möglicherweise beeinflusse Bauchfett den männlichen Hormonhaushalt ungünstig, vermuten die Wissenschaftler um Professor Heiner Boeing und Privatdozent Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke am Dienstag. Sie stellen ihre Analyse im Fachjournal "Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention" (17, 2008, 3252) vor. Prostatakrebs ist bei europäischen Männern das häufigste Krebsleiden und die dritthäufigste Krebstodesursache.

"Im Vergleich zu Männern mit einem Taillen-Hüftumfang-Quotienten unter 0,89 haben Männer mit einem Quotienten über 0,99 ein um 43 Prozent erhöhtes Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs", berichtete das Institut. Der Taillen-Hüftumfang-Quotient werde berechnet, indem der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt werde.

Für ihre Studie standen den Potsdamer Wissenschaftler die Daten von mehr als 153 000 Männern aus der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) zur Verfügung. Von den berücksichtigten knapp 130 000 Teilnehmern erkrankten im Untersuchungszeitraum von mehr als acht Jahren 2 446 Männer an Prostatakrebs.

Die Ursachen für Prostatakrebs sind laut DIfE noch wenig erforscht. Als Risikofaktoren seien ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine erbliche Vorbelastung und die Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen bekannt. Allerdings vermuteten Wissenschaftler seit langem, dass die Bauchfettmenge das Risiko für Prostatakrebs beeinflusst. Bislang hätten aber nur wenige epidemiologische Studien den Zusammenhang zwischen der Körperfettverteilung an Taille und Hüfte und dem Prostatakrebsrisiko untersucht.

Über die ursächlichen Zusammenhänge der Krebserkrankung sei bisher nur wenig bekannt, erläuterte Boeing. Es gebe verschiedene Theorien. Denkbar sei ein ungünstiger Einfluss des Bauchfetts auf den Androgenspiegel. Androgene sind Geschlechtshormone, die Wachstum und Reifung der Prostata beeinflussen. "Neben den Geschlechtshormonen könnten aber auch andere Botenstoffe für das erhöhte Prostatakrebsrisiko bei Männern mit erhöhtem Taillen-Hüftumfang-Quotienten relevant sein", ergänzte Pischon."

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/prostatakrebs/?sid=522005


Dasselbe Institut kam 2007 zu einem ganz anderen Schluß:



"We examined consumption of animal foods, protein and calcium in relation to risk of prostate cancer among 142 251 men in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. Associations were examined using Cox regression, stratified by recruitment centre and adjusted for height, weight, education, marital status and energy intake. After an average of 8.7 years of follow-up, there were 2727 incident cases of prostate cancer, of which 1131 were known to be localised and 541 advanced-stage disease. A high intake of dairy protein was associated with an increased risk, with a hazard ratio for the top versus the bottom fifth of intake of 1.22 (95% confidence interval (CI): 1.07–1.41, Ptrend=0.02). After calibration to allow for measurement error, we estimated that a 35-g day-1 increase in consumption of dairy protein was associated with an increase in the risk of prostate cancer of 32% (95% CI: 1–72%, Ptrend=0.04). Calcium from dairy products was also positively associated with risk, but not calcium from other foods. The results support the hypothesis that a high intake of protein or calcium from dairy products may increase the risk for prostate cancer."


Hier die Autoren und Institute der Untersuchung:



4Division of Cancer Epidemiology, German Cancer Research Centre, Heidelberg, Germany
5German Institute of Human Nutrition, Potsdam-Rehbücke, Germany

Linseisen4, S Rohrmann4, H Boeing5, T Pischon5,

http://www.nature.com/bjc/journal/v98/n9/abs/6604331a.html
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Beitragvon Maria Magdalena » Freitag 30. Januar 2009, 19:32

Lieber Gott,

wann hören die endlich auf, Geld für solchen Schwachsinn zu verschwenden! Wir haben doch eine Finanz- und Wirtschaftskrise! Und das Gesundheitssystem droht auch zusammen zu brechen. Wir brauchen Geld, um unsere Umwelt vor der Katastrophe zu retten, damit die Menschen auch morgen noch die nötigen gesunden Lebensbedingungen haben. Ich verstehe diese Logik überhaupt nicht. Ein Glück, dass ich nicht mehr lange hier bleiben muss. Nur die armen Kinder tun mir unsäglich leid. Haben die Abzocker denn keine Kinder? Oder eher keinen Verstand mehr?

Liebe Juliane, trotzdem danke für Deine Mühe. Sonst hätten wir nicht gewusst, was sich hinter unserem Rücken abspielt. Der Prostata-Krebs sichert vielen ein gutes Einkommen. Das wissen wir beide ja nur zu gut. Das wissen auch viele andere, und das wissen wir auch, nicht wahr? Ob es was bringt?
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Beitragvon Juliane » Montag 2. Februar 2009, 09:31

Hallo Maria Magdalena,


Die Autoren Prof. Heiner Boeing und Privatdozent Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke. haben an einer europaweiten Langzeituntersuchung teilgenommen, die im Jahr 2007 abgeschlossen wurde .


Im April 2008 ging das Ergebnis der europaweiten Langzeituntersuchung bei
British Journal of Cancer (2008)Epidemiology online. Die Ergebnisse der Untersuchung erhärtete den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Michprodukten und der Erkrankung an Prostatakrebs.

Nachzulesen unter:http://www.nature.com/bjc/journal/v98/n9/full/6604331a.html

Unter den Teilnehmern an der Langzzeituntersuchung findet man
aus der Bundesrepublik zwei Institute :

4)Division of Cancer Epidemiology, German Cancer Research Centre, Heidelberg, Germany
5)German Institute of Human Nutrition, Potsdam-Rehbücke, Germany


Das hier sind die Autoren aus der BRD:

Linseisen4, S Rohrmann4, H Boeing5, T Pischon5,

Prof. Heiner Boeing und Privatdozent Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke kamen wie ihre Mitautoren zu dem Schluß, dass Milchprotein und Milchkalzium Riskikofaktoren des Prostatakrebses sind.


Eine Veröffentlichung der Ergebnisse zum Beispiel auf der Heidelberger Informationsseite
gab es nicht. Auch ging keine Meldung durch die deutsche Medienlandschaft.

Ein Jahr später plötzlich fällt es Boing und Pischon ein, dass das Bauchfett der Risikofaktor sein soll.

Da fragt man sich doch, wie es zu dem Sinneswandel kommt.
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Beitragvon Juliane » Montag 2. Februar 2009, 15:12

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Beitragvon Mia » Montag 2. Februar 2009, 23:58

Viel Bauchfett kann auch bedeuten, dass sich darin mehr fettlösliche Umweltgifte (wie z.B. Pyrethroide usw.usw.) befinden als in weniger Bauchfett, denke ich. Viel Gift würde das Krebsrisiko erhöhen, nicht allein die Menge des Gewichts.

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Beitragvon sunday » Dienstag 3. Februar 2009, 01:13

vielleicht gibt es auch deshalb mehr bauchfett usw., weil bei allen mehr gifte gespeichert werden müssen.
mir fallen immer häufiger leute auf, die insgesamt schlank sind, aber einen dicken bauch haben.
und bei frauen war früher die fettverteilung anders als bei männern und auch da scheinen immer mehr viel bauchfett zu haben.
und mehr gift macht eben krank.

ich habe auch bei anderen aussagen zweifel, ob da nicht ursache und wirkung verwechselt werden bzw. ein symptom als ursache angesehen wird.

z.b. wenn zahnfleischentzündungen als ursache für herzinfarkte bezeichnet werden. da glaube ich auch eher, daß das so nicht stimmt, sondern beides eine reaktion auf eine andere ursache ist, z.b. auch eine reaktion auf gifte, mit denen der körper nicht fertig wird.

lg
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