Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

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Beitragvon Janik » Dienstag 4. August 2009, 08:43

Mir kam jetzt mehrfach zu Ohren, dass Umweltkranke mit MCS, CFS und EMS auch und insbesondere von Selbsthilfegruppenleitern motiviert wurden Psychopharmaka und/oder Antidepressiva einzunehmen. HALLO, sag ich da. Wie kommen diese Laien dazu, Menschen, die durch Chemikalien krank wurden, Empfehlungen für Psychopillen auszusprechen, die abhängig machen können und teils ziemlich gefährlich sind?

Sogar Dosierungsanleitungen werden gegeben: Man solle das Medikament einschleichen, nur ganz wenig nehmen, aber täglich.

Eine Organisationsleiterin sagte sogar zu einer Elektrosensiblen, sie selbst sei ohne nicht mehr am leben, das wäre was ihr seit Jahren am Besten helfen würde. Es würde die EMS unterdrücken.
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Beitragvon Maria » Dienstag 4. August 2009, 08:58

Die Unterwanderung von SHG ist längst kein Geheimnis mehr. Mit dieser Taktik der Pharmaunternehmen beschäftigen sich zunehmend auch die Medien.

Wie hier die taz: "Am Tropf der Pharmaindustrie..."

http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/am-tropf-der-pharmaindustrie-1/

Bei den von Dir beschriebenen Methoden, sollten Mitglieder von SHG hellhörig werden und m. E. das Weite suchen.

Liebe Grüsse
Maria
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Beitragvon Juliane » Dienstag 4. August 2009, 09:23

Für alle Gutgläubigen mal hier eine Morgenlektüre:

http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/06/27/vorsicht-nebenwirkung-medikamente-koennen-bittere-pillen-werden/


Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass es doch bestimmt weit mehr s-MCS Fälle gibt als man denkt. Mag ja sein, dass die/der Eine oder Andere mal ein SBS hatte, aber wenn ich mir das alles so anhöre, was abläuft vom Tagungs-Tourismus über die Behandlungsratschläge bis zu ganzen Glaubenssystemen, kommen mir doch erheblich Zweifel.

Mein Eindruck ist, dass die überwiegende Zahl der chemikaliensensitiven Menschen nie von dieser Diagnose hört.

"Ein deutscher Neourologe , der sich seit Jahren für MCS Patienten und gegen deren Psychiatrisierung einsetzt , hat die Lage der MCS Kranken in der Bundesrepublik “sinngemäß so zusammengefasst

Betroffene aus der Unterschicht landen im Knast wegen irgendwelcher Übersprungshandlungen, die als Straftat gewertet werden, hinsichtlich derer aber eigentlich Schuldunfähigkeit vorliegt, Mittelschichtangehörige geraten wegen vergleichbarer Handlungen irgendwann in allzu engen Kontakt mit der Psychiatrie ..."

(Schiele, Eder-Stein, Leben mit MCS aus dem Jahr 2002 )

Das wird so sein.

Um diese Menschen, die nie erfahren an was sie leiden, kümmert sich induLa niemand.
Und die neusten Aktivitäten selbsternannter Selbsthilfegruppen in Sachen MCS zielen darauf ab, diesen Zustand zu zementieren.
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Finger weg von Drogen!

Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 4. August 2009, 11:53

In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit und Finanz- und Wirtschaftskrisen steigt die Anzahl der skrupellosen Dealer drastisch an.

Da die Interessenverterter der Bürger hauptsächlich mit der Anhäufung möglichst maximaler eigener Reserven beschäftigt sind, muss man versuchen, diese voranarchistischen Zustände mit Selbsthilfe-Maßnahmen durchzustehen.

Passt selbst auf euch auf. Lasst euch nicht missbrauchen und fertigmachen. Verlasst euch bloß nicht auf irgendwelche selbsternannten Klugscheißer (den letzten Ausdruck kann ich leider nicht vermeiden, wenn ich Klarheit anstrebe), wenn euch euer Wohl und eure Unversehrtheit wichtig ist.
- Editiert von Maria Magdalena am 04.08.2009, 13:00 -
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Beitragvon Juliane » Dienstag 4. August 2009, 14:56

Zitat


"In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit und Finanz- und Wirtschaftskrisen steigt die Anzahl der skrupellosen Dealer drastisch an."

In Krisenzeiten haben auch schon andere auf "New Deal" gesetzt.
Also wie nennt man denn die die new dealen? New Dealer?
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Beitragvon Lulabee » Dienstag 4. August 2009, 16:30

Manche Gruppenleiter sagen ja auch man soll eine Psychodiagnose annehmen, weil man dann die Rente bekommt. Das geht für mich in die gleiche Richtung. Wenn ich nichts an der Psyche habe, will ich auch nicht deswegen eine Rente bekommen. Das ist hirnrissig für mich und ich will nicht als psychisch Kranke abgestempelt werden für ein paar Euro Rente. Es ist auch sehr schräg, wenn SHG Leiter zu einem sagen, jeder hätte doch was an der Psyche. Man solle das doch akzeptieren. Bei mir hat der Psychologe mit seinen Tests und der Psychiater mit seinen Befragungen nichts gefunden und bei anderen mit MCS die ich kenne auch nicht. Also, was soll das? Ich akzeptiere Psycho nicht! Ihr?
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 4. August 2009, 16:38

Wir sind doch nicht bescheuert, Lulabee. Wir haben noch alle Tassen im Schrank.
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Beitragvon Monja » Mittwoch 5. August 2009, 09:33

ja ja, das mit Rente auf Psyche hat man mir auch mehrfach nahe gelegt,
insbesondere BfA- Gutachter vor einigen Jahren, aber auch Arbeitsamt
und so. Ich habs abgelehnt. Und die Psychopillen, die mir Ärzte andrehen
wollten, würden wohl ausreichen, hier den halben Stadtteil stoned zu
machen. Argument des ersten Internisten vor ca 12 Jahren in Preetz:
(für die Psychopillen):... "na so ist das doch auch kein Leben". Ich hab
das Rezept auf dem Tisch liegen gelassen. Es folgten aber jede Menge
weitere. Habe bis heute keine einzige dieser Psychodrogen genommen. Wo
landen die eigentlich, doch im Trinkwasser für uns alle, wenn die Leute
sie ausscheiden, wie? Na toll, kein Wunder, dass... na den Satz spar ich mir.

Herzlichst Monja
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Beitragvon Rilla » Donnerstag 6. August 2009, 16:00

nach langem Weigern bin ich auch beim Pychiater gelandet. Pillen habe ich auch verschrieben bekommen, nach Lesen des Beipackzettels aber erstmal nicht genommen. Beim nächsten Besuch wurde ich gebeten diese doch zu nehmen und nach zwei Wochen anzurufen, wie es geht. Da sich meine bereits bestehenden Symptome verschlimmerten, durfte ich die Pille wieder ausschleichen. Ich muß Pychiatrisierung hin oder her sagen: das ist der einzige Arzt, der meine Probleme erkannt hat. Hier bekomme ich jedesmal eine Krankschreibung mit der Zusatzziffer T78.4, mal sehen, wann mein Hausarzt das auch sieht. Da kann ich aber wegen des Geruchs der Räume nur schlecht hingehen, denn jedesmal wenn ich unangenehme Gerüche wahrnehme, steigt mein Blutdruck unwahrscheinlich.
Habe schon überlegt mal alles in einem Brief zu schildern, was haltet ihr davon? Für Tipps wäre ich dankbar.

Gruß
Rilla
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Beitragvon Maria » Donnerstag 6. August 2009, 18:48

Hallo Rilla,

wurdest Du nach möglichen Medikamentenunverträglichkeiten gefragt? Immerhin haben viele MCS Patienten damit zu kämpfen. Einfach ein Rezept in die Hand gedrückt zu kriegen, ohne Abwägen der Risiken, ist bei MCS Patienten meiner Meinung nach, eine riskante Sache.

Viele Grüsse
Maria
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Beitragvon Maria Magdalena » Donnerstag 6. August 2009, 20:10

Manche zeigen sich nett und verständnisvoll, doch gerade diese Taktik kann für den Patienten zum Problem werden. Vorsicht! Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

So mancher Psychiatrisierer von MCS-Patienten empfiehlt ja den Ärzten gerade dieses "verständnisvolle" Auftreten den MCS-Patienten gegenüber, um sie psychologisch besser beeinflussen zu können, was ihnen oft unnötige riskante Nebenwirkungen beschert.
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Beitragvon Toxicwarrior » Donnerstag 6. August 2009, 22:58

@Rilla,

verrate uns doch mal den Namen der Pillen die Dir der liebe Dr. verschrieben hat!
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Beitragvon Rilla » Freitag 7. August 2009, 08:54

Kann das Verschreiben schon verstehen, denn wegen der Feststellung meines toxischen Leberschadens (verursacht durch längjährige Belastung durch Holzschutzmittelausdünstungen)musste ich ein paar Tage im Krankenhaus zubringen. Trotz selbst bezahltem Einzelzimmer war die Zeit für mich ein Horror. Durch die vielfältigen Gerüche stieg mein Blutdruck extrem hoch und ging auch nicht runter. Als ich dann noch an ein 24-Stunden Blutdruckgerät angeschlossen werden sollte, nach einer wegen dauerndem Blutdruckmessen schlaflosen Nacht, bin ich verbal ausgerastet. Da wurde ich dann mit verschiedensten Sachen vollgepumpt u.a. auch Doxipin. Ein Blutdruckmittel, angeblich sehr gut verträglich verursachte bei mir Übelkeit und Kopfschmerzen. Als Entlassungsdiagnose stand dann u.a. auch Verdacht auf Borderline Syndrom auf dem Bericht. Der Krankhausarzt führt übrigens auch die Zusatzbezeichnung Umweltmedizin.

Hallo Toxicwarrior,
leider habe ich die Pillen nicht mehr Wahrscheinlich gleich in der Apotheke entsorgen lassen. Kann da aber mal nachfragen, wie die heissen. Dauert nur etwas, mochte den Weg dahin nicht ohne Anlass auf mich nehmen, da die hitze mir zu schaffen macht.

Gruß
Rilla
- Editiert von Rilla am 07.08.2009, 16:08 -
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Beitragvon Maria Magdalena » Freitag 7. August 2009, 09:43

Alles klar: Umweltmediziner im Krankenhaus pumpt Dich voll mit Pillen, die Du nicht verträgst, und das bei Deiner geschwächten Leber, und anschließend dichtet er Dir ein Borderline-Syndrom an. Damit hat er sich selbst entlarvt. Und Deine Gesundheit auf's Spiel gesetzt. Übrigens ganz schön kriminell, was der Typ mit Dir angestellt hat.

Verklagen sollte man solche skrupellosen Personen- je öfter es solche Klagen gibt, desto mehr werden sie gezwungen sein, auf die Patienten Rücksicht zu nehmen und desto weniger geschädigte und vorzeitig gestorbene Kranke wird es geben.
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Beitragvon Sato » Freitag 7. August 2009, 12:08

Für Medikamente die süchtig machen oder den Menschen total verändern können wie bei Psychopharmaka, müsste es extra Pflicht-Fortbildungen für Ärzte geben. Damit Ärzte wissen was sie damit anrichten bei einem Patienten und in jedem Fall Alternativen suchen, wenn es möglich ist.
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Beitragvon Rilla » Freitag 7. August 2009, 15:12

Dazu muss ich anmerken, dass ich bis zum Frühjahr nichts von MCS und anderen Umweltkrankheiten wusste.

Gruß
Rilla
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Beitragvon Juliane » Freitag 7. August 2009, 15:39

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Beitragvon Rilla » Freitag 7. August 2009, 16:45

Was mich aber eigentlich am meisten ärgert, dass mir keiner trotz mehrmaligem Nachfragen sagen konnte, welches Blutdruckmittel - oder auch was anderes? - mir verabreicht wurde, auf das ich reagiert habe, das möchte ich nicht noch mal bekommen. Was kann ich da machen?

Gruß
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Beitragvon Clarissa » Freitag 7. August 2009, 16:58

es muss in deiner patientenakte drin stehen, bitte deinen hausarzt darum das er die akte anfordert. er müsste sie bekommen.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Toxicwarrior » Freitag 7. August 2009, 19:25

V. Recht auf Einsicht in Patientenakten

1. Allgemeines

\"Das Recht auf Einsicht in die Patientendokumentation als eine besondere Form der Auskunftserteilung beruht nicht nur auf Datenschutzrecht bzw. dem \"Recht auf Selbstbestimmung und der personalen Würde des Patienten\" (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GG; BVerfG NJW 1999, 1777 = ArztR 1999, 52 = MedR 1999, 180), sondern besteht auch als Nebenrecht aus dem Behandlungsvertrag und zivilrechtlich zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen (§ 810 BGB). Eine weitere Grundlage dieses Recht findet sich in den ärztlichen Berufsordnungen (§ 10 Abs. 2 MBO-Ä). Im Rahmen eines Arztprozesses kommt noch ein prozessuales Einsichtsrecht des Patienten hinzu (§ 422 ZPO).

Als Nebenanspruch aus dem Behandlungsvertrag hat ein Patienten auch das vorprozessuale Recht auf Einblick in solche medizinischen Dokumentationen, die von Relevanz für die individuelle Behandlung sind, ohne dass diese zur Person des Patienten geführt sein müssten. Dies gilt z.B. bzgl. einer Bluttransfusion für die (anonymisierte) Blutspendedokumentation, die Herstellerdokumentation sowie die Ausgabedokumentation (LG Düsseldorf RDV 1999, 173).

Die Akteneinsicht ist ein Holrecht für den Patienten. Das Recht auf Einsichtnahme ist eine besondere Form der Auskunftserteilung, die bei einem umfangreichen Informationsersuchen aus einer Akte der einfachen Auskunftserteilung vorzuziehen ist. Die Akteneinsicht bezieht sich zunächst darauf, dass der Datenträger, auf dem die Patienteninformationen gespeichert sind, v.a. visuell zugänglich gemacht wird. Dadurch kann der Patient nicht nur seine Patientendaten zur Kenntnis nehmen, sondern zugleich auch den Datenträger und dadurch dessen Beweis- bzw. Dokumentationskraft prüfen.

Die Art und Weise der Einsichtsgewährung (Ort, Zeitpunkt, Umstände) liegt ebenso wie die Auskunftserteilung im Ermessen des Arztes. Grds. erfolgt die Einsicht in den Behandlungsräumen. Angemessen ist, wenn ein Patient eine Einsicht innerhalb von einem Monat verlangt.

Die Akteneinsicht verfehlt ihre Informationsfunktion, wenn die Patientendaten auf eine Art und Weise festgehalten sind, die der Patient nicht versteht. Dies ist schon bei handschriftlichen Aufzeichnungen in Arztbriefen oder auf Karteikarten oft der Fall, z.B. wenn eine nicht verständliche Terminologie oder eine nicht bzw. nur für ein Eingeweihte lesbare Schrift verwendet wird. Dies gilt nicht nur bei konventioneller, sondern auch bei elektronischer Speicherung, wenn Abkürzungen oder Codes genutzt werden, deren Entschlüsselung dem Patienten nicht möglich ist. Dem Arzt obliegt im Rahmen von Treu und Glauben für den Patienten Lesbarkeit und Nachvollziehbarkeit herzustellen. Die inhaltliche Vermittlung kann auch in einem Arztgespräch hergestellt werden.

Das Einsichtsrecht kann auch in der Form wahrgenommen werden, dass ein Arzt oder eine Person des Vertrauens des Patienten mit der Einsicht beauftragt wird. So kann der Patient die Herausgabe von Krankenunterlagen an den nachbehandelnden Arzt verlangen. Anstelle der persönlichen Einsichtnahme kann auch ein Rechtsanwalt mit der Akteneinsicht beauftragt werden. Ihm stehen dabei im Rahmen des erteilten Mandats die gleichen Rechte zu wie dem Betroffenen selbst. Einschränkungen der Akteneinsicht (dazu s.u. 2.), die in der Person des Patienten liegen, müssen bei einem Rechtsanwalt oder einer sonstigen dritten Person des Vertrauens nicht automatisch vorliegen. Dies ist z.B. der Fall, wenn einem Patienten die Einsicht aus Gründen des eigenen Gesundheitsschutzes vorenthalten wird. Gerade in diesen Fällen ist u.U. zur Wahrung der Patienteninteressen eine Einsicht durch eine Vertrauensperson geboten.

2. Verweigerung der Akteneinsicht

Das Recht auf Akteneinsicht unterliegt grds. den gleichen inhaltlichen Einschränkungen wie das Auskunftsrecht, geht aber insofern weiter, als hier der Patient statt passiv informiert zu werden, sich selbst durch Einblick in die Daten aktiv informieren kann.

Einschränkungen des Einsichtsrechtes können sich aus speziellen Gesetzen ergeben. So erlaubt § 9 Abs. 3 Gesundheitsdatenschutzgesetz Nordrhein-Westfalen das Zurückhalten subjektiver Daten nach ärztlichem Ermessen. Art. 27 Abs. 3 S. 4 Bayerisches Krankenhausgesetz (KHG) und § 27 Abs. 8 S. 3 Thüringer KHG enthalten die Möglichkeit einer Einschränkung hinsichtlich ärztlicher Beurteilungen oder Wertungen. § 36 Abs. 5 KHG Rheinland-Pfalz, § 29 Abs. 7 S. 4 Saarländisches KHG (SKHG) und § 33 Abs. 4 S. 2 Sächsisches KHG sehen vor, dass die Einsichtsgewährung in Krankenakten nur durch den behandelnden Arzt erfüllt werden dürfen. § 29 Abs. 7 S. 5 SKHG negiert ein Recht auf Auskunft und Akteneinsicht bei berechtigten Geheimhaltungsinteressen des Arztes oder Dritter. Soweit keine solche Regelungen bestehen, gelten die unten stehenden allgemeinen Erwägungen.

Bei der Entscheidung über die Verweigerung der Akteneinsicht handelt der Arzt in gebundenem Ermessen, d.h. er darf die Einsicht nicht frei, sondern nur unter Abwägung bestimmter Interessen des Patienten, seiner Selbst oder Dritter ablehnen. Ist eine Einsichtnahme nur teilweise möglich bzw. zu gewähren, so muss der Arzt durch Abdecken/Schwärzen der vorzuenthaltenden Teile die Einsicht gewähren. Dem Arzt ist es grds. auch erlaubt, eine duale Aktenführung zu praktizieren, d.h. einsichtsfähige und einsichtsverweigerungsfähige Aktenteile getrennt zu führen. Da aber die Frage der Einsichtsverweigerung aus den gesamten Umständen des Einzelfalls zu beantworten ist, kann eine Einstufung als verweigerungsfähig nicht automatisch die Verweigerung begründen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) zu zivilrechtlichen Behandlungsverhältnissen beschränkt sich das Einsichtsrecht auf \"naturwissenschaftlich konkretisierbare Befunde und die Aufzeichnungen\" über Behandlungsmaßnahmen, z.B. Angaben über Medikation und Operationen. Zu den objektiven Aufzeichnungen gehören weiterhin Fieberkurven, EKG, EEG, Computeraufzeichnungen, Röntgenaufnahmen sowie sonstige Ergebnisse aus bildgebenden Verfahren und Laborergebnisse (BGH Z 85, 327 = NJW 1983, 328; Z 85, 339 = NJW 1983, 330).

Nach der Rechtsprechung und dem Standesrecht (§ 10 Abs. 2 S. 1 MBO-Ä) nicht einsichtspflichtig sind Unterlagen, die subjektive Eindrücke und Wahrnehmungen des Arztes enthalten. Das Datenschutzrecht kennt eine solche Einschränkung i.d.R. dagegen nicht. Da die datenschutzrechtlichen Ansprüche unabhängig vom Standes- und Vertragsrecht gelten, kann bei deren Geltendmachung insofern eine Offenlegung nicht verhindert werden, es sei denn die subjektiven Aufzeichnungen werden zugleich durch ausdrücklich geregelte Ausnahmeregelungen mit abgedeckt.

Der Arzt soll Unterlagen zurückhalten können, soweit er hieran ein berechtigtes Interesse hat. Dies wird bei subjektiven Wertungen angenommen, der Wiedergabe persönlicher Eindrücke, einer vorläufigen Verdachtsdiagnose aber auch bei \"emotionalen\" persönlichen Bemerkungen des Arztes wie die Einschätzung als Querulant. Eine Behandlung auslösende ärztliche Verdachtsdiagnosen sind nicht als subjektive Eindrücke zu werten und unterliegen daher der Einsicht. Für die Behandlung im Krankenhaus spielt die Unterscheidung subjektiv/objektiv keine relevante Rolle, da dort die Dokumentation so weit vergegenständlicht und objektiviert ist, dass man nicht von subjektiven Daten sprechen kann. Für die gesamte behandlungsbezogene Dokumentation mit ihrer technischen wie kommunikativen Seite, die Vorsorge, Anamnese, Diagnose, Therapie und Nachsorge umfasst, spielt die Differenzierung zwischen subjektiv und objektiv keine Rolle; insofern ist das Einsichtsrecht nicht eingeschränkt.

Das Einsichtsrecht kann sich auch auf den sensiblen Bereich nicht objektivierter Befunde erstrecken (BVerfG NJW 1999, 1777). Das Einsichtsrecht in subjektive Daten besteht, wenn das Informationsinteresse des Patienten gegenüber den schützenswerten Interessen des Arztes überwiegt. Der Arzt hat grds. kein berechtigtes Interesse daran, eine kritische Hinterfragung seiner Behandlung zu verhindern. Bei der Abwägung ist zu beachten, dass der Arzt als professioneller Helfer grds. weniger schutzbedürftig ist als der Patient als Hilfsbedürftiger. Die Möglichkeit des Ausschlusses besteht auch nur im vorprozessualen Bereich. Kommt es zur gerichtlichen Auseinandersetzung, so muss auf Anordnung des Gerichtes die gesamte Dokumentation als Prozessmaterial herangezogen werden.\"

Quellen: https://http://www.datenschutzzentrum.de/medizin/arztprax/dsrdpat2.htm
viewtopic.php?t=6262
- Editiert von Toxicwarrior am 07.08.2009, 20:35 -
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Beitragvon Yol » Freitag 7. August 2009, 19:42

Bei all diesen Beiträgen stelle ich fest, dass es an der Zeit ist, dass Menschen mit MCS selbstbewusster werden und ihren Standpunkt unmissverständlich vertreten sollten/müssten. Es ist doch wohl ein Argument, dass jemand mit MCS sehr wohl weiss, was er verträgt und was nicht - auch dann wenn nicht alle zur Verfügung stehenden Mittel an Analysen usw. vorliegen. Es ist notwendig seinen Standpunkt sehr hartnäckig zu vertreten und notfalls die Flucht zu ergreifen, was aus meiner Sicht das etwas kleinere Übel ist.
Ich wurde vor der MCS-Diagnose nachts mit Herzinfarkt-analogen Symptomen in die Notaufnahme unseres modernsten Krankenhauses verfrachtet. Obwohl ich immer wieder von Reaktionen auf Unverträgliches sprach, man wollte mich nicht gehen lassen und so blieb ich zur Beobachtung eine Nacht da. Ernst genommen wurde weder der Sack an Nahrungsmittelunverträglichkeiten, noch dass ich die Klinik überhaupt nicht vertrug und den Lärm da drinnen auch nicht. Zu essen und zu trinken bekam ich nichts, da man auf soviele "Allergien" nicht vorbereitet sei (der gleiche Schweinefrass wird ausnahmslos für alle Patienten von einer Monopolkette geliefert - Ausnahmen gibt es nicht). Meine Famile brachte mir Tee in einer Thermokanne und Käsebrote, damit ich die Nacht überstehen konnte. Ganze 36 Stunden habe ich diesen Horrotrip ausgehalten und bin dann gegen den Willen der Ärzte ( ICH HABE LEIDER KEINEN GESEHEN!!!- musste aber unterschreiben, dass ich die Verantwortung für mein Tun übernehme) abgezogen (mein Mann wurde von mir über ein von einer ausnahmsweise menschlichen Krankenschwester zur Verfügung gestellten Handy verständigt und holte mich ab, es fror und ich hatte keinen Mantel und kein Geld dabei).
Wie wir später nachvollziehen konnten, habe ich auf ein Marderspray UNSCHÄDLICH FÜR MENSCH UND TIER! reagiert. Bach 8 Monaten Kampf mit der Firma stellte sich heraus, es waren Borsalze drin und die vertrage ich gar nicht (Biozid).
Ich habe schon lange beschlossen die Verantwortung für mein Leben oder meinen Tod selber in die Hand zu nehmen und dazu braucht es ärtzliche Partner und nicht Gegner. Auf meinem langen MCS-Weg habe ich viele Ärzte verschlissen, geblieben sind 3, denen ich vertrauen kann und die den Weg mit mir gehen. Wir sollten sehr wählerisch und beharrlich sein, denn Ärzte die uns nicht verstehen können uns nur schaden, mehr schaden mit einer Behandlung als durch Verzicht auf Behandlung...
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Beitragvon Rilla » Samstag 8. August 2009, 10:08

Danke für Eure Antworten, leider macht es mir Mühe lange Texte zu verstehen. So werde ich alles in uhe noch mehrmals lesen.
Zu dem Tipp die Krankenakte einzusehen folgendes: Meine Unterlagen waren auch nach einer Suche erstmal nicht aufzufinden. Ob die später wieder aufgetaucht sind oder alles irgendwie rekonstruiert wurde, weiss ich nicht. Ich war nur froh, als ich endlich da raus konnte. Hoffentlich muss ich so schnell nicht wieder in ein Krankenhaus, denn mit dem Essen war es genau wie bei Yolande ein Problem. Am ersten Abend gab es nur zwei Scheiben Käse und am nächsten Tag sollte ich bis Mittag nüchtern bleiben. Zum Glück hatte ich mir mein Mittagessen in weiser Voraussicht schon mitgenommen.

Gruß
Rilla
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Beitragvon Spotlight » Dienstag 11. August 2009, 12:18

Aktuell wurden Chemikaliensensiblen in einer Umweltklinik wieder Psychopharmaka angeboten.
Ob man es nicht doch probieren wolle?
Ob Bedarf an Psychopharmaka bestünde?

Wissen über MCS hat man dort, (sollte man wenigstens annehmen)
Warum wendet man es nicht zum Wohle der Pat. an?
Warum bekommen MCS Patienten Psychopillen angetragen?
Werden in der Umweltklinik die Psychopillen an Chemikaliensensible rausgibt,
Untersuchungen durchgeführt, ob diese Patienten sie überhaupt vertragen können? (Gen-Polymorphismen)
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 11. August 2009, 13:23

Also, so weit mir bekannt, es gibt keine echte Umweltklinik in Deutschland.
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Beitragvon kf-forum » Dienstag 11. August 2009, 14:27

@ Monja
Und wegen diesen ganzen Resten von Hormonen, Pillen, etc. trinkt man auch kein "energetisiertes" (womit auch immer) Leitungswasser.
kf-forum
 

Psychopharmaka

Beitragvon Lennox » Dienstag 11. August 2009, 18:42

Bevor man Psychopharmaka schluckt sollte man den Beipackzettel ganz genau studieren und sich im Internet kundig machen.
Denkt dran, Psychopharmaka machen in der Regel süchtig. Das ist nicht lustig. An der MCS ändern sie nicht, eher verschlimmern sie, weil noch Probleme dazukommen (gehirngängige Chemikalien, Sucht, etc.)

Für MCS Patienten, bei denen keine ganz eindeutige Indikation besteht, finde ich persönlich es unverantwortlich Psychopharmaka
anzubieten. Ein verantwortungsbewusster Umweltarzt sucht gezielt nach der Ursache etwaiger psychischer Reaktionen
und kaschiert sie nicht mit einer rosa Psychopillenwolke. Das ist ja das Tolle an der eigentlichen, richtigen Umweltmedizin, dass sie Ursachen von Depressionen, plötzlichen Aggressionen, etc. aufspürt und der Patient sie dann eliminieren kann
(z.B. ein Nahrungsmittel, bestimmte Chemikalien)

Leute, lest die wichtigsten Bücher über Umweltkrankheiten und lernt Vermeiden von Auslösern Eurer Symptome
und mit Eurer Krankheit umzugehen, dann braucht Ihr Euch auf
Psychopillen nicht einzulassen.
Lennox
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Beitragvon Alex » Mittwoch 12. August 2009, 11:31

Mich friert es wenn ich das lese. Wie kommen die dazu Psychopharmaka aufzuschwatzen?

Spontanidee: Nehmt das Rezept an und hebt es als Beweismittel auf.
Alex
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Psychopharmaka...Beweismittel sammeln

Beitragvon Croft » Mittwoch 12. August 2009, 12:58

Beweismittel sammeln. Gute Idee Alex.

Auch Angehörige sollten nach Verschreibungen von Psychopharmaka suchen, wenn plötzlich Suizidabsichten offenkundig werden, oder ein Kranker Suizid begeht. Dann sollte man alle Schränke und Schubladen nach Tabletten durchsuchen. Einige Psychopharmaka treiben Patienten in den Suizid, das habe ich mehrmals gelesen. Im Ernstfall sollte man mit dem Produktnamen im Internet auf die Suche gehen und dann konkret handeln.
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Maria » Mittwoch 12. August 2009, 14:39

Darüber gibt es mittlerweile des öfteren Berichte im Fernsehen. Auch darüber, dass Pharmakonzerne negative Studienergebnisse in die Schublade verschwinden ließen / lassen, um ihre Produkte dennoch vermarkten zu können. Der Patient ist der Dumme, wie so oft!

Das Rezept aufzuheben, ist eine gute Idee.

Liebe Grüsse
Maria
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Beitragvon Notburga » Mittwoch 12. August 2009, 15:26

Mir hat auch eine Selbsthilfegruppenleiterin angeraten Psychopharmaka zu nehmen.
Sie riet mir zu Lexotanil 6mg. Sie sagte sie nimmt es seit Jahren, 1/4 Tabl.

Ich habe auf den Rat hin einen Arzt gesucht und auch gefunden. Er hat mir Lexotanil verschrieben.
Zuhause habe ich den Beipackzettel gelesen. Dort steht drin, dass nach Absetzen Suizidgefahr auftreten kann.
Der Wirkstoff ist Bromazepam.

Ich nehme das Medikament nicht und halte solche Ratschläge für schlimm.
Den Mut habe ich nicht aufgegeben, ich suche eine Wohnung in der Natur. Ich weiß, dass mir das helfen wird.
Notburga
 

Psychopharmaka

Beitragvon Silvia K. Müller » Mittwoch 12. August 2009, 21:53

Die mir bekannten Suizidfällen unter den MCS Kranken in den letzten Jahren hatten fast ausnahmslos Psychopharmaka genommen.
Es gibt mir sehr zu denken, dass eine Nebenwirkung von solchen Medikamenten Suiziddrang ist.

Selbsthilfegruppenleiter sollten augenblicklich Abstand davon nehmen MCS Kranke zur Einnahme von Psychopharmaka zu überreden oder dazu zu drängen. SHG Leiter, die die Rolle von Pharmavertretern übernehmen, lassen erhebliche Zweifel an ihrer Kompetenz aufkommen und sollten sich den oben genannten Folgen sehr bewusst sein. Mich schaudert, dass Umweltkranke auf Raten von SHG Leitern zum Arzt gehen und um Psychopharmaka bitten, das ihnen "zur Selbsthilfe" empfohlen wurde. Das muss sofort aufhören und wenn auf offiziellem Weg dafür gesorgt werden muss.
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Rilla » Donnerstag 13. August 2009, 15:56

Bei den Pillen handelte es sich um Citalopram. Zum Glück brauche ich jetzt auch keine anderen nehmen. Habe scheinbar einen vernüftigen Pychiater gefunden. Bei Gelegenheit kann ich ja weiter berichten.

Gruß
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Juliane » Donnerstag 13. August 2009, 16:19

"Sämtliche SSRI hemmen entgiftende Zytochromoxidase-P450
(CYP)-Enzymsysteme der Leber und des ZNS. CYP-Enzyme machen lipophile
(fettlösliche) Wirkstoffe wie Psychopharmaka wasserlöslich und
für die Nieren ausscheidbar. Werden CYP-Enzyme blockiert, können
sich die normalerweise im Stoffwechsel entgifteten Substanzen im Organismus
bis in den toxischen Bereich anreichern. Überdosierungen in
Selbstmordabsicht – meist dienen hierzu mehrere Arzneimittel – können
somit Stärke und Dauer der Toxizität der Überdosis steigern.5
Fast alle SSRI hemmen das CYP2D6-System, vor allem
Fluoxetin und Paroxetin, weniger ausgeprägt Citalopram und
Sertralin."

http://www.arznei-telegramm.de/register/9709097.pdf
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Spotlight » Mittwoch 19. August 2009, 14:52

Ein Filmtipp auf Youtube für Selbsthilfegruppenleiter die MCS Kranken Psychopharmaka empfehlen, damit sie sich über mögliche Konsequenzen umfassend im Klaren sind.

Auch ein Anschau-Tipp für Ärzte, zum besseren Verständnis was "Glückspillen" anrichten können.

Frontal 21: Pharma-Mafia Selbstmord durch Antidepressiva

http://www.youtube.com/watch?v=mxgVf0IGvec
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Melville » Montag 28. Juni 2010, 16:50

Auf ihre Bitte für ein Rezept für Massage wegen starker Verspannungen und Schmerzen,
erhielt eine Frau aus unserer SHG (sie hat sehr starke MCS)das gewünschte Rezept und
gleich ein Rezept für Psychopharmaka dazu im Umschlag zugeschickt.
Sie fragte nach und der(Umwelt)Neurologe meinte am Telefon zu ihr, dass es ihr guttun würde.
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon karen.S » Montag 28. Juni 2010, 18:38

So etwas ist nicht nur unwissend und fahrlaessig sondern kann auch lebensgefaehrlich sein. Ich bin vor 11 Jahren fast an einem Antidepressivum gestorben und war nach Absetzen 1,5 Jahre zu 90% bettlaegerig. Erst nach 3 Jahren konnte ich wieder weiter als 300 meter gehen und konnte ich im Supermarkt wieder ohne Sitzkruecke an der Kasse in der Schlange stehen.Auch ist meine MCS dadurch voll ausgebrochen. Wenn ich noch irgentwo Kraft uebrig gehabt haette, haette ich die Aerztin gerne verklagt.
Das Gefaehrliche fuer uns mit MCS an den Antidepressiva ist auch, dass diese Mittel bei fast allen Menschen in den ersten Wochen unangenehme Nebenwirkungen haben,die sich dann oft aber legen und die Aerzte, weil sie das wissen, einem raten :\"da muessen sie durch, das legt sich nach 4-6 Wochen.\"
So war das bei mir auch. Obwohl ich von einer Freundin in die Praxis getragen werden musste und mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte hiess es : \"da muessen sie durch, vertrauen sie mir, das geht vorueber.\"
Eine ganz fatale Fehleinschaetzung die mich fast das Leben gekostet haette und mich eine nicht unerhebliche Zeit zu einer bettlaegerigen Schwestkranken gemacht hat.

Karen
- Editiert von karen.S am 28.06.2010, 19:45 -
karen.S
 

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Beitragvon Janik » Montag 28. Juni 2010, 20:06

Das ist sehr, sehr schlimm was Dir passiert ist Karen.
Wie kamst Du dann wieder weg von diesem Psychopharmaka?

Eine solche Fehlbehandlung, wie Karen sie erlebt hat, ist im doppelten Sinne tragisch.
Es ist nämlich nahe liegend, dass ein Patient der merkt, dass etwas schief läuft, das Psychopharmaka
selbstständig absetzt. Das kann zu schweren Nebenwirkungen führen und im schlimmsten Fall zu Suizid.
Suizid ist nämlich die grausamste Form von Nebenwirkung bei recht vielen Psychopharmaka wenn sie
einfach abgesetzt werden.
Janik
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon karen.S » Montag 28. Juni 2010, 22:09

Hallo Janik,

Ich hatte das Mittel nur 6 Wochen eingenommen und in immer geringerer Dosierung weil es mir ja rapide immer schlechter ging. Ich haette 2 Tabletten taeglich nehmen sollen, habe aber schon nach einer Woche die Tabletten halbiert und am schluss geachtelt. Letztendlich habe ich den Mist, ohne das bewusst zu tun, ausgeschlichen. Ich hatte keine psychischen Nebenwirkungen vom Absetzen. War ja auch wirklich nur eine kurze(wenn auch folgenschwere) Zeit.

Karen
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Mia » Montag 28. Juni 2010, 23:17

In den 90ern war ich nach 4jähriger schleichender Vergiftung durch nachweislich kontaminierten Hausstaub (Insektengift) so am Boden zerstört, dass ich ca 1/2 Jahr später selber eine pyschiatrische Klinik aufgesucht habe ( nach einer 4wöchigen Behandlung in einer damals noch vorhandenen Umweltklinik in Bayern, die mir sehr geholfen hatte). Ich hatte alles verloren: Gesundheit, Beruf,jegliches Inventar des Hauses; es war wie ausgebombt.
Gleich zu Beginn habe ich deutlich gemacht, dass ich keinerlei Psychopharmaka nehmen würde, da 4 Jahre Gift im Haus meinen Körper genug geschadet hätten. Die Ärzte ließen sich darauf ein, wenngleich die Behandlung dann länger dauern würde.
Die Ärzte haben sich daran gehalten. Sie haben es fertiggebracht, dass ich neuen Lebensmut bekam und neues Selbstvertrauen entwickelte. Ich durfte meine Nahrung z.t. selber herstellen; d.h. mein Brot backen und meinen Brotaufstrich selber machen. Damals gab es noch alte Klinikräume und die meisten Mitpatienten hatten andere Sorgen als sich zu parfümieren. So konnte ich die Zeit durchstehen.
Es kann also auch ohne Medikamente in einer psych. Klinik gehen, auch wenn ich nur wenig Lebensmut ob meiner Situation hatte. Ob diese Behandlung heute noch möglich wäre, das weiß ich nicht.

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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Juliane » Mittwoch 14. Dezember 2011, 14:44

Nimm doch ein bißchen Ritalin?


Methylphenidat
http://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat


Grundlagen der Neuro-Psychopharmakologie: ein Therapiehandbuch
von Peter Riederer
Seite 408

Methylphenidat CYP2D6

http://books.google.de/books?id=EHEYh_ulnTAC&pg=PA408&lpg=PA408&dq=methylphenidat+cyp2d6&source=bl&ots=N0WJMVDcuN&sig=Sid43eoDrGrtMIauntg89inLl1s&hl=de&ei=YZzoTqKlAYP3sgbU3cW8BQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&sqi=2&ved=0CCkQ6AEwAg#v=onepage&q=methylphenidat%20cyp2d6&f=false




Klinikmanual Psychiatrie, Psychosomatik& Psychotherapie
herausgegeben von Frank Schneider

Tab. 9.4.

Methylphenidat CYP2D6



http://books.google.de/books?id=95LpLPUIWJUC&pg=PA137&lpg=PA137&dq=methylphenidat+cyp2d6&source=bl&ots=HOGta-U5XN&sig=CwJLJmpf5r4MsqJqDReXo37leVM&hl=de&ei=YZzoTqKlAYP3sgbU3cW8BQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&sqi=2&ved=0CCwQ6AEwAw#v=onepage&q=methylphenidat%20cyp2d6&f=false




Methylphenidat CYP2D6
August 2011

http://www.labor-enders.de/fileadmin/PDF-Archiv/Pharmakogenetik/Pharmakogenetische_Diagnostik_bei_Psychopharmaka-Therapie.pdf



Catechol-O-Methyltransferase (COMT) Methylphenidat


Das COMT-108/158 Val-Allel ist mit einer hohen, das 108/158 Met-Allel mit einer niedrigen Enzymaktivität assoziiert. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass der COMT-V108/158M-Polymorphismus einen Einfluss auf die Wirksamkeit bestimmter Medikamente (z.B. Mirtazapin, Methylphenidat) hat.

http://www.medizinische-genetik.de/index.php?id=2572&no_cache=1&sword_list[]=Methylphenidat

Hier zum weiterlesen:

http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/06/27/vorsicht-nebenwirkung-medikamente-koennen-bittere-pillen-werden/
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Thommy the Blogger » Samstag 31. März 2012, 08:13

Mitteilung eines MCS/SHG Leiters:

"gestern hat ein als HNO-Arzt tätiger Psychotherapeut angerufen und
erklärt, er habe einen Patienten mit Antipsychotika therapiert und dies
ohne jeglichen Erfolg.

Ich habe ihn auf die HNO-Leitlinie Riechstörungen
- Seite 3 der Synopse - verwiesen und dort steht, daß es für nichtsinunasale
Riechstörungen keine validierten Therapieformen gäbe. Er hätte ihn gar nicht
auf diese Weise therapieren dürfen."
Thommy the Blogger

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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Kira » Samstag 31. März 2012, 09:09

Kassen warnen vor Missbrauch von Psycho-Pillen bei Kindern
Die Krankenkassen schlagen Alarm: Viele Kinder erhielten Psychopharmaka ohne medizinische Notwendigkeit. Vor allem die Verordnungen von Medikamenten gegen Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivität haben deutlich zugenommen. Der AOK-Chef spricht von einem Missbrauch.
http://www.volksfreund.de/app/iphone/art170076,3101907
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Kira » Samstag 31. März 2012, 09:10

HIER EINIGE KRITISCHE STIMMEN VON EXPERTEN:



"Die Psychiater, die jemanden gegen seinen Willen unter die Wirkung von Drogen und Elektroschocks setzen dürfen, üben eine Macht über sehr viele Menschen aus. Wie rechtfertigt sich diese Macht? Wer untersucht laufend den Geisteszustand der Psychiater, ihre Motivationen, ihre Interessen, die oft nicht mit Hilfe, mit medizinischer Pflicht identisch sind?"
Dr. Thomas Szasz, Professor für Psychiatrie emeritus



"Neuroleptika zerstören bei einem Menschen alles, was liebenswert, lebendig und kreativ ist. Viele Gesichtspunkte bestätigen, was Patienten schon seit 35 Jahren beklagen: dass Neuroleptika sie zu Zombies machen, zu lebendigen Toten."
Dr. Lars Martensson, schwedischer Neuroleptikaforscher



"Psychopharmaka wirken im Gehirn so undifferenziert wie eine Kanonenkugel, die zum Töten von Spatzen abgeschossen wird."
Carsten Alasen-Hinrichs, Toxikologe



"Wenn man überhaupt Arzneimittelskandale miteinander vergleichen kann, lässt sich bereits jetzt feststellen, dass das Ausmaß der durch Neuroleptika angerichteten Schäden noch verheerender ist, als seinerzeit die schlimmen Folgen von Contergan."
Josef Zehentbauer, Arzt



"Mir ist völlig klar, spätestens in 20 Jahren wird man mir und meinesgleichen dieselben Vorwüfe machen, die wir anderen gegenüber gemacht haben, als sie meinetwegen mit Elektroschocks gearbeitet haben ... Der medizinische Grundsatz 'primus nil nucere' - sinngemäß "oberstes Gebot ist es, einen Patienten nicht zu schädigen" - dieser Grundsatz wird bei einer Neuroleptikabehandlung grob missachtet."
Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie.
http://www.kvpm.de/willkommen.html
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Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon mirijam » Samstag 31. März 2012, 12:08

Zitat

\"Wichtig für die Industrie sind Experten, die nicht nur Pharmagelder beziehen,

sondern auch

in wissenschaftlichen Beiräten

von Patientenorganisationen mitwirken,

Studienergebnisse kommentieren,

gegebenenfalls Präparate empfehlen

und

Leitlinien

medizinischer

Fachgesellschaften

mit verfassen.

Zu beobachten sei in einigen Fällen auch,

dass sich Ärzte und Wirtschaftsunternehmen mitunter

an der Gründung von Selbsthilfegruppen beteiligten.


Ziel der mannigfaltigen Bemühungen

sei \"der direkte Zugang zum Endverbraucher\" von Medikamenten.


Dies sei für Unternehmen \"kosteneffektiver\" zu machen, als Mediziner zu einem wohlwollenden Arzneimittel-Verordnungsverhalten zu veranlassen, wofür die Branche nach Glaeskes Darstellung pro niedergelassenem Arzt jährlich 35.000 Euro aufwende.\"


Aus

[url]http://www.taz.de/!10382/[/url]


Siehe auch hier:

viewtopic.php?t=17291

- Editiert von mirijam am 31.03.2012, 13:09 -
mirijam
 

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Beitragvon Yol » Samstag 31. März 2012, 21:16

Und die vielen Selbstmorde - bezw. auch Morde - durch bestimmte Arten von Psychopharmaka? Ist länger schon bekannt - aber es wird munter weiter verschrieben. Die Namen möchte ich hier nicht einstellen, Info's sind aber auffindbar. Meine geistige Adoptivtochter ist vom Dach des Hauses gesprungen - nachdem ihr solche Psychopharmaka verabreicht wurde - eine der Sorten, die man nur unter klinischer Kontrolle hätte geben dürfte. Sie bat um einen Klinikaufenthalt - die Ärztin befand das nicht als nötig, liess sie mit der Problematik dieser Pillen allein. Nun hat diese junge Frau - 30 Jahre alt ,einen Mann und ein 2 Monate altes Kind hinterlassen - beide schliefen als sie das tat, was weder nachvollziehbar ist, noch verständlich angesichts des Baby's.
In Amerika gibt es diese Pillen so wie Bonbons - und was sie bewirken, das ist auch bekannt. Amokläufe, Suizide und vieles mehr.

Ich wurde auch vor 15 Jahren damit behandelt - obwohl ich keine Depressionen hatte - mich aber fühlte wie ausgewaschene Jeans, Herzrythmusstörungen u.a. hatte. Leider war auch damals die Notärztin nicht in der Lage die richtige Diagnose zu stellen, gab mir Antidepressiva, (ich hatte ja Herzprobleme! obwohl das Herz in Ordung war) - allerdings mit der Warnung dass sie das nicht unbeaufsichtigt tun wolle. Es ging mir nicht besser - damals auch nicht schlechter. Heute würde mir das nicht mehr passieren.
Yol
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Re: Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Kira » Mittwoch 18. März 2015, 09:48

deutschlandradiokultur.de
Beitrag vom 12.03.2015



Psychologie
Kinder dürfen nicht mehr Kinder sein
Von Susanne Billig

Die Ruhigen leiden an Autismus, die Wilden an ADHS: Normales Verhalten von Kindern wird heute schnell für pathologisch erklärt, schreiben Beate Frenkel und Astrid Randerath. Ihr Buch "Die Kinderkrankmacher" ist ein atemberaubender Weckruf, der Klassenräume und Arztpraxen erreichen sollte....

Maßlos geltungssüchtig. Ständig überdreht. Verträumt und schlampig in der Schule. So sind sie, die Helden der Kinderbuchklassiker Huckleberry Finn, Pipi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga oder der kleine Nick. Aber in der Realität? Kinder dürfen keine normalen Kinder mehr sein, weil die Erwachsenenwelt das nicht aushält, warnen Beate Frenkel und Astrid Randerath ihrem aufrüttelnden Buch. "Die Kinderkrankmacher" heißt es und es ist ein Warnruf, der Klassenräume, Arztpraxen und Kinderzimmer erreichen soll. Was zur kindlichen Persönlichkeit dazu gehört − unfertig, verspielt, stürmisch und sprunghaft zu sein − würde heute in einem erschreckenden hohen Ausmaß für behandlungsbedürftig erklärt. Das müsse aufhören, fordern die Autorinnen.

Immer mehr Kinder werden mit Ritalin ruhig gestellt ...

http://www.deutschlandradiokultur.de/ps ... _id=313993
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Re: Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Kira » Samstag 28. März 2015, 10:54

16. März 2015
Von Lea Thies


ADHS gibt es nicht

ADHS gibt es nicht. So lautet die These von US-Experte Richard Saul. In einem Interview geht er mit Eltern, Lehrern und vor allem Ärzten hart ins Gericht und fordert ein Umdenken.

Der Mann, der sich mit Ärzten, Eltern und der Pharma-Industrie anlegt, hat einen festen Händedruck, eine tiefe, sympathische Stimme und eine klare Botschaft. Die steht auch deutlich auf der amerikanischen Ausgabe seines Buches: „ADHD does not exist.“ Zu Deutsch: ADHS existiert nicht. Sie haben richtig gelesen: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, an der hierzulande laut KiGGS-Studie angeblich fünf Prozent aller Kinder zwischen drei und 17 Jahren leiden, das Zappel-Philipp-Syndrom, gegen das tonnenweise Psychostimulanzien verschrieben werden und von dem viele Lehrer ein Lied singen – gibt es nicht! Sagt der US-Nervenarzt Richard Saul. Das soll uns der 78-Jährige erklären. Ein Treffen in Chicago. ...

http://www.augsburger-allgemeine.de/pan ... l?ga=mobil
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Re: Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Kira » Donnerstag 2. Juli 2015, 18:22

KINDERDROGE RITALIN - MEDIZIN DIE KRANK MACHT (DOKU)

Doku Channel Deutschland
Veröffentlicht am 25.03.2015


Ritalin ist der handelsübliche Name eines Präparats mit dem Wirkstoff Methylphenidat. In Deutschland gilt Methylphenidat als sogenanntes verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel, in den USA als Betäubungsmittel der Klasse II – dieselbe Klassifikation wie Kokain, Morphium und Amphetamine1. Obwohl Methylphenidat unter bestimmten Umständen beruhigend wirkt und deshalb als „Zappelphilipp-Droge“ berüchtigt ist, ist es gleichzeitig ein potentes Stimulans, das in der Szene als „Speed“ verkauft wird.

Ritalin gilt zwar als Medikament, doch können bei seiner Einnahme ernste Nebenwirkungen auftreten wie nervöse Störungen, Schlaflosigkeit, Essstörungen, Herzschlagfrequenzänderungen und Herzbeschwerden. Man kann, wie auch der Hersteller einräumt, davon abhängig werden.

Im Juni 2005 veröffentlichte die US Food and Drug Administration, die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente, eine Reihe von Warnungen, wonach Ritalin und ihm verwandte Substanzen visuelle Halluzinationen, Selbstmordgedanken, psychotisches Verhalten sowie Aggressionen oder gewalttätiges Verhalten auslösen können.

Ein Sachverständiger: „Was man den Eltern leider nicht sagt, ist, dass Kinder hin und wieder allein aufgrund der Einnahme der ihnen verschriebenen Medikamente sterben, dass Kinder, die Stimulanzien nehmen, mit doppelt so großer Wahrscheinlichkeit später auf Drogen landen wie Kinder, die keine rezeptpflichtigen Medikamente einnehmen, und dass ein Drittel aller Kinder, die diese Medikamente nehmen, innerhalb des ersten Jahres Verhaltensstörungen entwickeln.“

https://www.youtube.com/watch?v=uCDpZHv ... e=youtu.be
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Re: Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon Kira » Mittwoch 15. Juli 2015, 09:51

Ritalin - Medizin die krank macht

Veröffentlicht am 15.04.2015


Ritalin ist der handelsübliche Name eines Präparats mit dem Wirkstoff Methylphenidat. In Deutschland gilt Methylphenidat als sogenanntes verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel, in den.

Ritalin steigert die Konzentrationsfähigkeit. Das ist unbestritten. Die schulischen Leistungen von Kindern, die unter Unruhe leiden, werden durch Ritalin meistens besser. Auch bei Erwachsenen.

Ritalin - Medizin, die krank macht?

Angesichts Erfolge werden die Nebenwirkungen des Medikaments gern verdrängt: tags; arte, zdf, phoenix, n24, arte doku, arte dokumentation, n24 doku,.

https://www.youtube.com/watch?v=f7QGrQbEEmA

Ein Medikament mit vielen Gesichtern [Doku deutsch]

Veröffentlicht am 10.03.2015


Angesichts Erfolge werden die Nebenwirkungen des Medikaments gern verdrängt:

https://www.youtube.com/watch?v=7-0_vT81_fI
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Re: Nimm doch ein bißchen Psychopharmaka...

Beitragvon rokker33 » Montag 20. Juli 2015, 15:51

MPH ist die einzig wirksame Therapie, die ADS Kindern eine Chance auf ein gutes Leben gibt und ihnen ermöglicht, ihre Fähigkeiten zu nutzen. Das hat nichts mit "aufputschen" oder "ruhigstellen" zu tun. MPH wirkt bei ADSlern anders als bei "Normgesteuerten". Meinungen, die die "Ruhigstellung" (was es de facto nicht ist) von Kindern mit MPH kritisieren, zeugen von Unwissen, und vermitteln ein falsches Bild in der Öffentlichkeit. Wenn MPH für das Kind notwendig ist, aber nicht eingesetzt wird, dann sind die Folgen für den Lebenslauf der Betroffenen und Ihres Umfeldes dramatisch.

ADSlern und Ihren Familien MPH "schlechtzureden" ist genau so, wie MCSlern den CleanRoom zu verweigern. Sorry, aber das ist so.

Die Kinder und Familien leiden ähnlich wie MCSler auch massiv dadurch, dass Nichtbetroffene die Situation nicht nachvollziehen können und die Familien mit "gutgemeintem" Halbwissen zusätzlich belasten.

"The children receiving medication management, either alone or in combination with behavior therapy, generally showed the greatest improvement."

http://www.nimh.nih.gov/funding/clinica ... wers.shtml

http://www.t-online.de/eltern/gesundhei ... etzen.html

"Ich liebe diese Kinder. Sie verblüffen mich selbst nach drei Jahrzehnten immer noch mit ihren Ideen. Sie sind charmant und wie kleine Stehaufmännchen. Sie stecken so viel ein und weg und bleiben dennoch fröhlich."
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