DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

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Beitragvon Mike » Montag 21. November 2011, 12:28

So ein Anschreiben sollte eher von einer MCS-SHG oder Verein kommen. Ob die mir antworten ist eher zweifelhaft. Wir könnten aber ein paar sachliche Fragen zusammentragen, vielleicht erhalten wir auf dem einen oder anderen Weg dann antworten. Schließlich können ja alle mitlesen hier.
Mike
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Beitragvon Beobachter » Montag 21. November 2011, 13:35

Zu Julianes Einträgen:

Die "Großbaumaßnahmen" der Fachkliniken Nordfriesland gGmbH "passen" zu deren psychiatrischen Projekten, Konzeptionen und den entsprechenden Leitlinien des DBU, die von dort aktiv mitgetragen und befürwortet werden.
Nichts läge näher als die Annahme, dass nun vorhandene größere räumliche Kapazitäten gefüllt werden sollen mit entsprechendem "Patientengut".
Man bindet von vornherein niedergelassene Ärzte und Universitätskliniken mit ein, damit von dort aus auch genügend Überweisungen kommen - und zwar hier wie dort mit gut und problemlos abrechenbaren Leistungen bei vorher entsprechend diagnostizierten Krankheitsbildern.
Man arbeitet sich sozusagen gegenseitig zu - und Dr. rer. nat. Anke Bauer ist Bindeglied und zentrale formale Kommunikations-/Koordinations-Stelle.

So in etwa könnte man es sehen - kann man es anders sehen?

Grüße
Beobachter
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Beitragvon mirijam » Montag 21. November 2011, 16:56

Gut beobachtet Beobachter! Nomen est omen.

Wirklich interessante Info. Danke.

Es sieht ganz danach aus. Es wurden und werden weiterhin Vorbereitungen getroffen.

Die Psychiater scheinen ihrem großen Auftritt so richtig entgegenzufiebern.
mirijam
 

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Beitragvon mirijam » Montag 21. November 2011, 17:12

Das ist keinesfalls off topic Juliane,

sondern leider ein Prädiktor für die Entwicklungstendenzen der Umweltmedizin hierzulande:

allem Anschein nach droht sie zu einer Pseudowissenschaft zu verkommen, die man z. B. \"Psychiatrisierologie\" nennen kann,

zu einem unterwürfigen Diener der Psychiatrie.

Ein lukratives Geschäft, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Umweltkranken rasant ansteigt.

- Editiert von mirijam am 21.11.2011, 23:58 -
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Beitragvon mirijam » Montag 21. November 2011, 17:28

Ein lukratives Geschäft für die Psycholobby,

jedoch ein Riesenverlust für die Millionen Patienten, deren Gesundheit, Existenz und Würde dank "biopsychosozial" aufs Spiel gesetzt wird.

für die Millionen Krankenkassenbeitragszahler, die das teure Spiel finanzieren sollen,

für die Millionen Steuerzahler, welche die durch das gesundheitsschädliche psychiatrisierende Vorgehen zum Sozialfall gewordenen Patienten mit immer mehr Steuergeldern unterstützen müssen, was beim Bankrott-Euro wohl auf Dauer kaum möglich sein wird.

Und ein großer Verlust für die Volkswirtschaft.


Ich hoffe, es gibt eine bessere Lösung als das "Biopsycho-soziale Modell".
mirijam
 

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Beitragvon mirijam » Montag 21. November 2011, 18:22

Zitat (s. o.)


"Anamnese von Ursachenüberzeugungen


Es wird empfohlen,

die Ursachenüberzeugung bzw.

subjektive(n) Krankheitstheorie(n)

sowie

Ressourcen, Bewältigungsstrategien und

krankheitsfördernde Mechanismen

zu erfragen.

Diese stellen für die Entwicklung chronifizierter Krankheitsbilder wichtige Prädiktoren dar."


Erklärung:

"Prädiktor" ist ein Begriff aus der Psychologie.

Bedeutung:

"Die Prädiktor-Variable ist diejenige, mit deren Hilfe im Rahmen der Regressionsanalyse eine abhängige Variable (Kriterium)vorhergesagt werden soll."

"Die einfache Regressionsanalyse ist ein Verfahren, das dazu dient, ein Merkmal mit Hilfe eines anderen Merkmals vorherzusagen, das an denselben Objekten/Personen oder Erscheinungen erhoben wurde.

Sie wird angewendet, wenn man aufgrund von bereits vorliegender Information andere Information, die zeitlich erst später anfallen wird, vorhersagen möchte.

Die multiple Regressionsanalyse ist ein Verfahren zur Vorhersage einer Kriteriums-Variablen aufgrund mehrerer Prädiktor-Variablen."


http://psychologie.fernuni-hagen.de/lernstats/ls/glossar/Praediktor.html

http://psychologie.fernuni-hagen.de/lernstats/ls/glossar/Regressionsanalyse.html

http://psychologie.fernuni-hagen.de/lernstats/ls/glossar/multiple_Regression.html


Nach Aussage der o. g. umweltmedizinischen Leitlinien sind also

1) "die Ursachenüberzeugung bzw. subjektive(n) Krankheitstheorie(n) etc." der Umweltpatienten die sog. Prädiktorvariablen;

2) "die Entwicklung chronifizierter Krankheitsbilder"- die sog. abhängige Variable.


Interpretation in Bezug auf die Betrachtungsweise der Umweltkrankheiten durch die Entwerfer und Vertreter der oben vorgestellten Leitlinie:

Wenn also der Patient berichtet, chemische Schadstoffe haben seine Krankheit verursacht und lösen bei ihm Symptome aus,

weshalb er versucht diese Chemikalien zu meiden,

dann schließt der Arzt daraus,

dass sich die Krankheit zu einer chronischen Krankheit entwickelt hat bzw. entwickeln wird,

weil der Patient von den Chemikalien als Ursache überzeugt ist.


Was tut also der Arzt in diesem Fall?

Er verordnet eine entsprechende Behandlung- z. B. die in der Leitlinie empfohlene Psychoedukation.

Oder gar die "adaptive Desaktivierung"?
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Beitragvon Hamilton » Montag 21. November 2011, 19:57

Ein kleiner Input aus der Real World für die Herren und Damen des dbu.

Ganz aktuell eingestelltes Video

Multiple Chemical Sensitivity: Reflections by Dr. L. Christine Oliver and Alison Johnson

http://www.youtube.com/watch?v=2ZF37YmrpYs&feature=youtu.be
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Beitragvon Melville » Montag 21. November 2011, 21:15

Auf einem Kongress hatte ich vor Jahren einmal eine Unterhaltung mit Dr.Kurt Müller.
Wir sprachen über die Entwicklung die man Umweltmedizin zu machen schien.
Völlig unverhofft sagte Dr. Müller: "Jetzt fehlt uns nur noch ein Dachverband".
Ich verstand damals nicht was er damit meinte und warum er es sagte.
Bis dann urplötzlich ein Dachverband gegründet werden sollte
und die Initiatoren (u.a. Fr. Grote, Umweltverein Bredstedt) im ersten Schreiben forderten
"MCS müsse verschwinden..."

Na ja, den Rest der Geschichte kennen alle im Forum.

Jetzt bin ich gespannt, ob nicht urplötzlich ein "Dachverband" aus dem Boden gestampft wird,
der als eine seiner ersten "Amtshandlungen" diese besagte "dbu Leitlinie Umweltmedizin"
absegnet. Im Namen "aller Umweltpatienten in Deutschland".
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 22. November 2011, 04:34

da rauf gibt es dann nur eine antwort alle umweltkranken die dem dv nicht zugestimmt haben müssen diejenigen anzeigen, wegen falschaussage und co aber das muss man sich dann mal anschauen was man dann machen kann.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
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Beitragvon Kira » Dienstag 22. November 2011, 08:40

Hier wird ersichtlich weshalb die Psychoschiene sein soll:

"Dr. Christoph Mai vom Fachkrankenhaus Nordfriesland berichtet, es komme auch vor, das die Bezahlung von den Krankenkassen verweigert wird mit dem Argument, es seien keine Psychopharmaka verabreicht worden und die Behandlung sei daher von vorneherein "nicht aussichtsreich gewesen (Mai,2009).
Die Krankenkassen misssachten damit die Tatsache, das die Verordnung von Psychopharmaka an Betroffene mit Chemikalien-Überempfindlichkeit, die häufig eine reduzierte Entgiftungskapazität besitzen, eine zusätzliche nicht vertretbare toxische Belsatungssituation schafft."
aus Hill, Huber,Müller: Multiple Chemikalien-Sensitivität,2010, Seite 302
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Beitragvon Beobachter » Dienstag 22. November 2011, 09:09

Offensichtlicher und durchsichtiger geht es ja wohl nicht mehr - es verschlägt einem allmählich die Sprache ...

Wo kann man die zitierte Veröffentlichung: "Multiple Chemikalien-Sensitivität" von Hill, Huber, Müller beziehen (Verlag, Buch, Zeitschrift)?

Grüße
Beobachter
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 22. November 2011, 09:15

@Beobachter z.B. hier http://www.amazon.de /Multiple-Chemikalien-Sensitivität-Multisystemerkrankungen-Umweltmedizinische-Forschungsstand/dp/383229046X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1321949663&sr=8-1
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
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Beitragvon Mike » Dienstag 22. November 2011, 09:32

zu Punkt 9 Seite 27 - hier steht es noch deutlicher

Zitat:\"
9. Obsolete bzw. schädliche Verfahren

... Monokausale Zuschreibungen („Vergiftungshypothese“) bei chronischen Verlaufsformen \"

also soll chronische MCS nicht die allein ursächliche Folge einer Vergiftung bzw. toxischen Belastung sein?

http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf

- Editiert von Mike am 22.11.2011, 09:34 -
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Beitragvon Kira » Dienstag 22. November 2011, 09:46

@Beobachter,
Zitat:"Offensichtlicher und durchsichtiger geht es ja wohl nicht mehr - es verschlägt einem allmählich die Sprache ..."
mir persönlich auch schon lange ...groll,
jedoch dürfen wir nicht länger schweigen,wir müssen weiter aufklären!
Uns wurde das allerwichtigste genommen "Gesundheit" und jetzt sollen wir auch noch unsere Menschenwürde verlieren - NEIN !!!
http://www.csn-deutschland.de/blog/2011/09/22/keine-angst-vor-der-angst/
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Beitragvon Beobachter » Dienstag 22. November 2011, 10:36

zu "Clarissa" und "Kira":

Danke für den Literatur-Link ...

Klar muss man weiter aufklären, informieren, Zusammenhänge aufzeigen ...
Nur manchmal kommt man sich recht machtlos vor ...

Viele Grüße
Beobachter
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Beitragvon Harry Voss » Dienstag 22. November 2011, 10:47

Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt, Ausgabe 05/2011, Seite 78

Die Fachkliniken Nordfriesland gGmbH, Standort
Breklum, wurde mit Wirkung vom 07.04.2011 gemäß
§ 118 SGB V als psychiatrische Institutsambulanz
zur psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung
ermächtigt, und zwar beschränkt auf folgende Diagnosebereiche:

 Psychosen,
 schwere Verläufe bei Suchterkrankungen,
 psychisch Kranke mit schweren Nachfolgeerkrankungen.

Die Ermächtigung erstreckt sich darüber hinaus auch auf Überweisung durch Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie ohne Einschränkung des Leistungsspektrums, auf die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung, beschränkt auf psychiatrisch neurologische Störungen und Erkrankungen vermuteter neurotoxischer Genese und auf die ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung im Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Fachkliniken Nordfriesland gGmbH, Standort
Riddorf, wurde mit Wirkung vom 07.04.2011 gemäß
§ 118 SGB V als psychiatrische Institutsambulanz
zur psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung
ermächtigt, und zwar beschränkt auf folgende
Diagnosebereiche:

 Psychosen,
 schwere Verläufe bei Suchterkrankungen,
 psychisch Kranke mit schweren Nachfolgeerkrankungen,

Die Ermächtigung erstreckt sich darüber hinaus auch auf Überweisung durch Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie ohne Einschränkung des Leistungsspektrums, auf die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung, beschränkt auf psychiatrisch neurologische Störungen und Erkrankungen vermuteter neurotoxischer Genese und auf die ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung im Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Herr Dr. med. Norbert Buhles, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Asklepios Nordseeklinik Sylt/Westerland, wurde mit Wirkung ab 01.07.2011, befristet bis zum 30.06.2013, längstens bis zum Ende seiner ärztlichen Tätigkeit an der vorgenannten Klinik, zur Bestimmung der Erythemschwelle (Nummer 10310 EBM) auf Überweisung durch zugelassene Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten und im Übrigen ohne Einschränkungen des Leistungsspektrums auf Überweisung durch im Kreis Nordfriesland zugelassene Fachärzte für Haut und Geschlechtkrankheiten, ermächtigt.Die Ermächtigung erstreckt sich nicht auf Leistungen, die die Asklepios Nordseeklinik Sylt/Westerland gemäß §§ 115a oder 115b SGB V abrechnen kann.

Frau Dr. med. Stefanie Kappes, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Asklepios Nordseeklinik Sylt/Westerland, wurde mit Wirkung ab 01.07.2011, befristet bis zum 30.06.2013,längstens jedoch bis zum Ende ihrer ärztlichen Tätigkeit an der vorgenannten Klinik, zur Bestimmung der Erythemschwelle (Nummer 10310 EBM)auf Überweisung durch zugelassene Fachärzte für Haut- und Geschlechtkrankheiten und im Übrigen ohne Einschränkungen des Leistungsspektrums auf Überweisung durch im Kreis Nordfriesland zugelassene Fachärzte für Haut- und Geschlechtkrankheiten,ermächtigt.

Die Ermächtigung erstreckt sich nicht auf Leistungen,die die Asklepios Nordseeklinik Sylt/Westerland gemäß §§ 115a oder 115b SGB V abrechnen kann.

aeksh.de/download/SHAE_201105_alles_2_1.pdf
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Beitragvon Amazone » Dienstag 22. November 2011, 11:27

@ Beobachter,

das Buch von Hill kann man auch für € 4,95 beim Shaker Verlag downloaden:

http://www.shaker.de/de/content/catalogue/index.asp?ID=8&ISBN=978-3-8322-9046-7
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Beitragvon Amazone » Dienstag 22. November 2011, 15:48

Auf der 6. Umweltmedizinischen Tagung des allseits beliebten VHUE hörte sich Dr. Bartram noch ganz anders an.

http://www.umweltbedingt-erkrankte.de/downloads/shortver_6teumwelt.pdf
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Beitragvon Beobachter » Dienstag 22. November 2011, 17:25

Der Kontext:

Auf dieser 6. Jahrestagung des allseits beliebten VHUE e.V. referierte auch Dr. Bartram, Vorstandsmitglied des dbu.
Er ist auch (nebst Frau) einer der Gründungsmitglieder des VHUE e. V. und hatte offenbar nichts dagegen, dass bei der gleichen Tagung auch N. Althoff über den \"Bormia-Effekt\" referierte und seine entsprechenden Esoterik-Geräte dazu bewarb (\"Bio-Quellwassergenerator mit Rechts-und Linksverwirbelung\" des Wasser; \"Energetisierung\" etc. usw.;
Firmen-Link: http ://www.bormia.de).
Dessen Vortrag ist auch, wie der des Dr. Bartram u. a., in Zusammenfassung als Tagungsbericht des VHUE e.V. auf dessen Website eingestellt worden - siehe angegebener Link (dort vorletztes Referat) bei \"Amazone\".
Laut Althoff \"testet\" sowohl Dr. rer. nat. Ionescu (Präsident des VHUE) diese Geräte in seiner Klinik als auch M. Frielinghaus (Geschäftsführerin des VHUE).

Es wundert mich doch sehr, dass ein renommierter Umweltmediziner mit Lehraufträgen wie Dr. Bartram sich nicht scheut, quasi in einem Atemzug genannt zu werden mit N. Althoff, der seine Produkte auch auf einer
rechtsextremen Website
(\"Deutsche Erde\" und im
\"Alpenparlament\" im Interview mit Moderator Michael Vogt
bewirbt.

Viele Grüße
Beobachter

Admin: Links zu den genannten Webseiten wurden entfernt um solchen Webseiten keine backlinks zu geben.
- Editiert von Thommy the Blogger am 22.11.2011, 18:03 -
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Beitragvon Twei » Dienstag 22. November 2011, 19:52

Toll, dass ich jetzt die DBU-Leitlinien hier in einer aufgeklärten Fassung lesen kann. Jetzt weiß ich, dass mich mein 7.Sinn, trozt MCS, nicht im Stich gelassen hat.
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Beitragvon Leckermäulchen » Dienstag 22. November 2011, 20:41

@ Leckermäulchen

na ja, das Gesundheitssystem heißt ja nur so. Es bietet viele Möglichkeiten des Missbrauchs.

Aber wozu aufregen? Die Lüge ist allgegenwärtig. Lieber sachlich analysieren und Schlussfolgerungen machen. Ich habe vor einiger Zeit aufgehört, mich aufzuregen. Und fing an, nachzudenken. ;-)


Mirijam, sicher kennst du das doch auch aus deinem eigenen Umfeld:
Viele sind im Allgemeinen ja schon wenn sie diesen Begriff „Gesundheitssystem“ hören auf Hab-Acht-Stellung. Dabei sind nicht einmal umwelt-, sondern ganz „normal“ Kranke gemeint, die die missbräuchlichen Praktiken auch schon wiederholt am eigenen Leib gespürt haben. Auch da würde das Argument „das Gesundheitssystem heißt ja nur so“ auf wilde Zustimmung stoßen, aber bei dem, was sie als Beweis dafür anführen, fällt auch auf, dass sie es im privaten Kreis bei ausgewählten Zuhörern anprangern und sich dem System gegenüber total machtlos fühlen. Das ist bei uns Umweltkranken ja nicht nur nicht anders, sondern verschärft auch der Fall.

Ich kenne bzw. kannte etliche und sprach mit ihnen; kannte deshalb, weil sie im Krankenhaus zu Tode kamen durch Falschbehandlung oder Krankenhauskeime o. ä.. Auffällig in diesen Gesprächen war, dass sie schon jahrelang zuvor, also wo sie noch längst nicht im Krankenhaus waren, den sicheren Eindruck hatten, dass sie auch von ihren Ärzten nicht um gesund zu werden oder die Lebensqualität zu bessern behandelt wurden wie sie es eigentlich erwartet hatten, sondern damit ordentlich Geld in das Gesundheitssystem fließt. Und auch sie hatten mit ihrem Wunsch an ihren Arzt, bessere natürliche Mittel und Wege zu wählen, Spott geerntet und bei ihren Bemühungen Abhilfe zu schaffen durch die üblichen Wege wie Anträge bei Krankenkasse usw., immer stärksten Gegenwind bekommen.

So viele Klagen wie offenbar nötig wären, kann unser Rechtssystem ja nicht stemmen, wobei die zweite Frage noch wäre, will es überhaupt Recht herstellen? Damit wären wir wieder am Ausgangspunkt, nur bei einem anderen System.

Aufregen kann ich mich darüber nicht, nur trieb und treibt mich immer noch die Frage um, dass so viele Bürger tatsächlich das Vertrauen in unser Gesundheitssystem so derart verloren haben und trotzdem „gezwungen“ werden, damit „zusammenzuarbeiten“, und das, obwohl auch sie die Erfahrung machen mussten, dass ‚die Lüge allgegenwärtig ist’, wie du ja auch festgestellt hast, aber im Gesundheitssystem sich trotzdem zurechtfinden müssen. Mit sachlicher Analyse und Schlussfolgerungen ziehen ist es bei ihnen auch nicht getan, ebenso wenig wie bei mir. Und das Nachdenken füllt auch nicht die Börse, so dass wenigstens der Lebensunterhalt gewährleistet ist…

Gelogen wird überall, klar – und trotzdem tun „die da oben“ weiter so, als würden sie nicht zur Kenntnis nehmen, dass wir das sehr wohl schon seit langem erkannt haben und wenn irgend möglich auf wirklich hilfreiche Alternativen zurückgreifen. Daran, dass sie diese immer weiter einschränken und mit Tricks und Winkelzügen psychiatrisieren, sieht man ja, dass sie sehr wohl Bescheid wissen, dass auch wir Bescheid wissen. Das hat überhaupt nichts mehr damit zu tun, dass die sich für die „Fachleute“ halten, die uns „Laien“ unbedingt meinen aufklären zu müssen.

Das Dumme ist bloß, man kommt nicht vorwärts.
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Beitragvon Mia » Dienstag 22. November 2011, 21:45

@Kira:

Zudem wird von den Krankenkassen und den Psychologen verschwiegen, dass es auch möglich ist, falls (exogene) Depressionen vorliegen, man diese auch ohne Psychopharmaka behandeln kann; es dauert nur eben länger, bis sich ein Kranker von einer Stresssituation erholt hat und neuen Lebensmut schöpft. Viel hilfreicher sind in dieen Fällen Gespräche usw..
Der Grund, dass Krankenkassen Psychopharmaka verordnet wissen wollen, ist einfach nicht haltbar.

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Beitragvon Kira » Mittwoch 23. November 2011, 07:55

„ Die Folge …... ist,dass finanziell schwach gestelltePatienten in der Regel nicht umweltmedizinisch versorgt werden können, da diese Behandlungen von Ärzten nur noch gegen private Zusatzleistungen („Igel-Leistungen“) erbracht werden können. Umweltmedizin wird somit zum Zweig einer Luxusmedizin im Rahmen der Zwei-Klassen-Medizin. Hartz-IV-Empfänger müssen bei den umweltmedizinischen Labor- und Therapieleistungen abwinken (Zum Winkel, 2009). Dies bedeutet, dass den benachteiligten Patienten vom Gesundheitswesen lediglich der psychosomatische oder psychiatrische Behandlungsweg ermöglicht wird. Man könnte diesen Zustand auch als „Klassenkampf von oben“ bezeichnen, da die benachteiligten Personen durch psychische Behandlung selektiert werden, während zahlungskräftige Patienten mit den zur Ver-fügung stehenden modernen umweltmedizinischen Verfahren adäquat behandelt werden können.

Sozial benachteiligte Patienten mit Umwelterkrankungen müssen somit ihren Schutz vor Chemikalienexpositionen weitgehend ohne gesellschaftliche Unterstützung selbst organisieren. Ab einem gewissen Schweregrad der Erkrankung ist dies selbständig jedoch nicht mehr möglich, viele Betroffene sind dann hilflos den Pflegeeinrichtungen ausgeliefert, in denen keine Rücksicht auf die Überempfindlichkeit genommen wird: Sie werden Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Insektiziden, Duftstoffen und organischen Innenraumstoffen, d.h. Ausdünstungen aus Kunststoffen, Möbeln, Teppichen, Fsarben und Bodenbelägen (Weicxhmacher, Flammschutzmittel, Formaldehyd) ausgesetzt. Die Folge sind häufig akute Überempfindlichkeitsreaktionen mit meist unerträglichem Ausmaß, viele Betroffene „rasten aus“ und enden letztlich in der offenen oder geschlossenen Psychiatrie.
Zudem können finanziell schlecht gestellte MCS-Patienten die Grundvoraussetzung für ihre Genesung nicht schaffen: Die Bereitstellung eines emissionsfreien Lebensraumes und Arbeitsbereiches. Die finanziellen Mittel zur Ausstattung oder Renovierung einer Wohnung mit schadstofffreien Mitteln fehlen. Selbst renommierte Umweltmediziner mussten MCS-Patienten mit dem Hinweis aus der Behandlung entlassen, dass sie erst einmal eine verträgliche Umgebung herstellen, bevor an eine weitere Therapie zu denken sei. Da aber in der Regel die Mittel dafür fehlen, entsteht eine auswegslose Situation: Die meisten müssen mit schwersten Symptomen unter unerträglichen Verhältnissen in belasteten Wohnungen vegetierenen. …...“
aus Hill, Huber, Müller: Multiple Chemikalien-Sensitivität,2010, Seite 303
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Beitragvon Kira » Mittwoch 23. November 2011, 11:37

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Beitragvon Beobachter » Mittwoch 23. November 2011, 11:57

Zu "Kira":

Ganz herzlichen Dank für die vielen Zitate aus der Veröffentlichung bzgl. MCS von Hill, Huber, Müller (2010).
Dort trifft man es auf den Punkt und sieht auch den gesellschaftspolitischen (ausgelutschtes Wort, sorry) Kontext, ohne den es bei umweltbedingten Erkrankungen nicht geht.

Viele Grüße
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Beitragvon mirijam » Mittwoch 23. November 2011, 12:51

Die Psychiatrisierung von MCS-Kranken stellt in Deutschland den Tatbestand der Diskriminierung körperlich Behinderter dar

Menschen, die an Multiple Chemical Sensitivity (MCS) erkrankt sind, werden mit Faktoren konfrontiert, die bei kaum einer anderen Krankheit in vergleichbarem Maße in Erscheinung treten:

MCS Erkrankte leiden unter:

den Schmerzen durch ihre Krankheit
der Isolation, erzwungen durch ihre Reaktionen auf minimale Konzentrationen von Alltagschemikalien
mangelnder adäquater medizinischer Versorgung
dem Verlust von Beruf, Freunden, Vermögen,…
der Einbuße ihrer Freiheit und ihrer Lebensqualität
der Diskriminierung, der sie von vielen Seiten ausgesetzt sind
Der Faktor, den Chemikaliensensible als den Punkt anführen, unter dem sie am Allermeisten leiden, ist die Diskriminierung, der sie oft in unserer Gesellschaft und durch Behörden ausgesetzt sind.

MCS ist als körperliche Krankheit einklassifiziert
MCS ist im für Deutschland gültigen WHO Register der Krankheiten, dem ICD-10 GM, als körperliche Krankheit einklassifiziert. MCS trägt dort den Diagnoseschlüssel T.78.4 und ist dem Kapitel 19 unter “Verletzungen, Vergiftungen” zugeordnet. In Deutschland sind Ärzte und Dokumentare in Krankenhäusern nach dem Sozialgesetzbuch V dieser rechtsverbindlichen Klassifizierung verpflichtet. (1,2,3)

MCS ist eine körperliche Behinderung, aber…
Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ist in Deutschland seit 2005 als körperliche Behinderung anerkannt (Ziffer 26.18, Register Einschränkung des Bewegungsapparates). Der Behindertenstatus wird auf Antrag im Einzelfall zugebilligt. Behinderte dürfen laut geltendem Recht nicht diskriminiert werden und stehen unter besonderem Schutz. Chemikaliensensible spüren jedoch wenig von der Sicherheit, die ihnen von Rechts wegen gewährt wird, im Gegenteil. Sie werden aufgrund von (teils bewusster) Desinformation als psychisch Kranke abgestempelt, obwohl der internationale wissenschaftliche Sachstand klar darlegt, dass es sich um eine körperliche Krankheit handelt. Ein Kriterium dafür sind die Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP), wie man nachfolgend erkennen kann:

In Deutschland wurde MCS im Jahr 2004 erstmals als Behinderung eingegliedert, jedoch hatte man Chemikalien-Sensitivität (MCS) und Chronische Erschöpfung (CFS) sehr zum Leidwesen der Erkrankten und deren Ärzte in den Leitlinien unter Ziffer 26.3 “Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, psychische Traumen” gelistet. Die Erkrankten und ihre Ärzte empfanden diese Einstufung zu Recht als Diskriminierung, was zu einer Neueingliederung im Jahr 2005 führte. (4) Seitdem werden MCS und CFS unter Ziffer 26.18 “Haltungs- und Bewegungsapparat, rheumatische Erkrankungen” geführt. Zwar kann seither beim Vorliegen einer besonders schweren MCS ein GdB von mehr als 50 zuerkannt werden, aber in den Leitlinien befindet sich noch immer ein Punkt der Diskriminierung. MCS ist zwar körperlichen Einschränkungen zugeordnet, jedoch steht in der AHP Fassung 2008 zu lesen:

“Die Fibromyalgie und ähnliche Somatisierungssyndrome (z.B. CFS/MCS) sind jeweils im Einzelfall entsprechend der funktionellen Auswirkungen analog zu beurteilen.”

Diese Bewertung “ähnliche Somatisierungssyndrome” verwundert, denn bereits 1998 hatte der ärztliche Sachverständigen Rat, Sektion Versorgungsmedizin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, folgende Aussage getätigt:

“Gemäß Beschluss sind so genannte Umweltkrankheiten, wie das “MCS-Syndrom”, die mit vegetativen Symptomen, gestörter Schmerzverarbeitung, Leistungseinbussen und Körperfunktionsstörungen, etc. einhergehen, grundsätzlich als Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht SGB IX anerkannt. Es wird darauf hingewiesen, dass psychische oder psychiatrische Krankheiten nicht mit dieser Einstufung verbunden sind.” (5)

MCS Patienten-Initiative reklamiert Diskriminierung Behinderter
Die MCS Patienten-Initiative gegen Diskriminierung trat in Aktion und schrieb das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales an und erwirkte, dass der derzeitige Passus, in dem die Erkrankung MCS unangebrachter Weise als Somatisierungsstörung bezeichnet wurde, nun endgültig von diskriminierenden Bezeichnungen befreit und geändert wird: (6)


Abschrift des Briefes vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Bundesministerium
für Arbeit und Soziales

MCS Patienten-Initiative
gegen Diskriminierung

Bonn, 21.November 2008

Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht

Sehr geehrte Frau xxx

Wie im Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Herr Thönnes angekündigt, erfolgt nun die Antwort auf Ihr Schreiben vom 29.09.2008, nachdem der Sachverständigenbeirat Versorg-ungsmedizin getagt hat.

Die Sachverständigen haben empfohlen, den Satz
“Die Fibromyalgie und ähnliche Somatisierungssyndrome (z.B. CFS/MCS) sind jeweils im Einzelfall entsprechen der funktionellen Auswirkungen analog zu beurteilen.”
durch
“Die Fibromyalgie, Chronisches Fatigue Syndrom (CFS), Multiple Chemical Sensitivity (MCS) und ähnliche Syndrome sind jeweils entsprechen der funktionellen Auswirkungen analog zu beurteilen.”
zu ersetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Christa Rieck
Bundesministerium
für Arbeit und Soziales

Diskriminierung in Gutachterleitlinien beendet
In den Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP) für das kommende Jahr 2009 wird, wie im Schreiben des Bundesministeriums angekündigt, der betreffende Passus, der die Krankheit MCS als “Somatisierungsstörung” bezeichnete, abgeändert.

Bedeutung für Chemikaliensensible
Den AHP kommt zwar keine Rechtsnormqualität zu, sie sind aber auch nicht nur als unverbindliche Richtlinien für medizinische Sachverständige zur Bewertung von Sachverhalten aufzufassen. Vielmehr handelt es sich bei den AHP nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG), die vom Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde, um ein antizipiertes Sachverständigengutachten, das den aktuellen Wissens- und Erkenntnisstand der herrschenden medizinischen Lehrmeinung, d.h. der so genannten Schulmedizin, wiedergibt. Als einleuchtendes, abgewogenes und in sich geschlossenes Beurteilungsgefüge ermöglichen die AHP der Verwaltung und den Gerichten unter Wahrung des allgemeinen Gleichheitssatzes den zutreffenden MdE-Grad bzw. nunmehr GdS für eine Schädigungsfolge oder den GdB für eine Teilhabebeeinträchtigung zu bestimmen. (7)

Fazit für Chemikaliensensible
Durch die Eingliederung von MCS als körperliche Krankheit, der neuen Formulierung in den AHP und der Einklassifizierung von MCS als körperliche Krankheit im ICD-10 haben Chemikaliensensible endlich alles in der Hand, um ihre Krankheit auf Antrag als körperliche Behinderung anerkannt zu bekommen.

Wie aus den oben aufgeführten Tatsachen eindeutig ersichtlich, ist also die Klassifizierung von MCS als eine körperliche und nicht psychische Erkrankung in Deutschland allgemein rechtsverbindlich.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 24.12.2008

Literatur:
DIMDI Schreiben an CSN, MCS ICD-10, 04.09.2008
DIMDI Schreiben, 04.09.2008
Bundesministerium für Gesundheit, Anwendung der ICD-10 in der vertragsärztlichen Versorgung nach § 295 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch, 18.12.1995
BMGS Berlin, MCS Ziffer 26.18, Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit, Anhaltspunkte 2005
Ärztlicher Sachverständigen Rat, Sektion Versorgungsmedizin, Bundesministerium für Arbeit, TOP 1.9, Nov. 1998.
Dr. Christa Rieck, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Schreiben “Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht” vom 21.11.2008
Anhaltspunkte 2008, Rechtsnatur der Anhaltspunkte, Schillings/Wendler 08/2008

Interessante Artikel zum Thema:

MCS – Multiple Chemical Sensitivity – WHO ICD 10 T78.4
Wissenschaftlicher Sachstand zu Multiple Chemical Sensitivity (MCS)
Umweltkranke: Jetzt glauben sie mir endlich!
Umgang mit Umweltkranken: ein Fall für die Menschenrechtskommission

http://www.csn-deutschland.de/blog/2008/12/24/die-psychiatrisierung-von-mcs-kranken-stellt-in-deutschland-den-tatbestand-der-diskriminierung-koerperlich-behinderter-dar/
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Beitragvon mirijam » Mittwoch 23. November 2011, 13:02

Den obigen CSN-Artikel kann man ausdrucken und zur erfolgreichen Aufklärung der Nation einsetzen.

Intensive und konsequente Aufklärung ist das Zauberwort und bringt uns weiter.
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Beitragvon Kira » Mittwoch 23. November 2011, 16:30

@Beobachter,
gern geschehen ;0)
Nicht jeder besitzt das Buch.
Außerdem glaube ich, dass keiner der Ärzte die diese Leitlinie unterschrieben haben und die Ärzte, die diese unterstützen sich von einem Patienten in der Form was sagen lassen würden - also was bleibt übrig, sie mit den Worten anderer Wissenschaftler oder auch ihren eigenen gemachten Äusserungen zur Räson zu bringen.
Ich persönlich finde es einfach nur erbärmlich, uns schwerst toxisch Erkrankte so für dumm zu verkaufen.
Wir sind zwar schwer körperlich erkrankt, haben aber deshalb noch keinen Dachschaden ...lol
- Editiert von Kira am 23.11.2011, 16:31 -
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Beitragvon Silvia K. Müller » Mittwoch 23. November 2011, 17:59

Einer der Wissenschaftler, mit denen wir zusammenarbeiten, sagte einmal treffend:

M"CS wird nicht in der Medizin oder vor den Gerichten entschieden werden, sondern durch die Gesellschaft."

Durch die rege Aufklärungsarbeit von chemikaliensensiblen Menschen aus aller Welt könnte sich seine These rascher bewahrheiten, als es Manchen lieb ist.
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Beitragvon Juliane » Mittwoch 23. November 2011, 19:09

Das fällt mir gerade so ein. Vielleicht gar nicht so "off topic" ?


Prof. Dr. Klaus Dörner:

"Ich habe aus zwei Zeitungen zwei Jahre lang alle Berichte über wissenschaftliche Untersuchungen zur Häufigkeit behandlungsbedürftiger psychischer Störungen gesammelt, etwa Angst, Depression, Essstörung, Schmerzen, Süchte, Schlaflosigkeit oder Traumata. Danach habe ich die für jede Störung ermittelten Prozentzahlen addiert: Ich kam auf 210 Prozent. Jeder Bundesbürger wäre also wegen mehr als zwei psychischen Störungen therapiebedürftig! Die von den bekanntesten Forschungsinstituten stammenden Studien intendierten bei dem Leser in der Regel zunächst ein Erschrecken über den hohen Prozentsatz der jeweiligen Einzelstörung, um ihn dann wieder zu entlasten, weil es heute doch dagegen die zauberhaftesten Heilmethoden gäbe, fast immer in der Kombination von Psychopharmaka und Psychotherapie, damit auch jeder davon profitieren kann."

Prof. Dr. Klaus Dörner, geboren am 22. November 1933, leitete von 1980 bis 1996 die Westfälische Klinik für Psychiatrie in Gütersloh, lehrte Psychiatrie an der Universität Witten-Herdecke und ist Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie. Seit den 60er Jahren schon kämpfte er für eine Psychiatriereform. Der Arzt und Historiker hat zahlreiche Bücher zur Geschichte der Psychiatrie und zur Medizinethik geschrieben. Er lebt in Hamburg.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 6.12.2003

http://web.archive.org/web/20080519030159/http://uk.geocities.com/franz_daniels/doerner.html
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Beitragvon Beobachter » Mittwoch 23. November 2011, 22:11

Zu "Silvia K. Müller":

Ich würde mir wünschen, dass diese Wissenschaftler ihre Meinung und Haltung auch öffentlich kundtun würden.
Es nützt niemandem, wenn es nur isolierte "Privatmeinung" bleibt ...
M. E. hat jeder Wissenschaftler auch eine gesellschaftliche Verpflichtung und Verantwortung; Aufklärungsarbeit sollte nicht nur von den Betroffenen selbst geleistet werden (müssen).

Viele Grüße
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Beitragvon Silvia K. Müller » Mittwoch 23. November 2011, 22:36

@ Beobachter

Er ist dabei.
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Beitragvon Leckermäulchen » Donnerstag 24. November 2011, 01:15

Lese gerade das Inhaltsverzeichnis- Zitat:

"Anamnese von expositionsunabhängigen Risikofaktoren

..........

Anamnese von Ursachenüberzeugungen"


Na da bin ich aber gespannt, klingt komisch: "Ursachenüberzeugungen".


Ursachenüberzeugungen klingt in meinen Ohren wie Immobilienverkauf à la Luftschloßbegehung mit Vertragsabschluß und Schlüsselübergabe.
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 24. November 2011, 06:45

Dr. med. Hans-Peter Donate
Stellvertretender Vorstandsvorsitzendervor einem Jahr:


Zitat aus der umg| 23 | 4/2010


dbu besorgt über die Zukunft der Umweltmedizin
in Deutschland


Am 20.10.2010 teilte die Geschätsleitung der Fachkliniken Nordfriesland

gGmbH mit, dass die durch therapiebegleitende Evaluation

seit 2001 erkennbaren Trends in den statioär behandelten

Fäle zu einer Änderung der Behandlungsstrategie gefürt habe.

Bei den stationären Patienten sei eine stetige Zunahme einer

„psychiatrischen Komorbitä“ feststellbar, die wesentlich stäker

auf psychotherapeutische Behandlungsmodule und zunehmend

schlechter auf die Provokations-Neutralisierungs-Bahandlung

nach Miller ansprähen.

Deshalb könten in Zukunft (Kassen-)Patienten nur noch mit einer

primären psychosomatischen oder psychiatrischen Diagnose stationär

in Bredstedt aufgenommen werden.

Der Therapieschwerpunkt

liegt jetzt im Psychotherapiebereich.

Die Miller-Technik, früher eine Kernbehandlung des Fachkrankenhauses,

wird nun nicht mehr angewandt. Das Festhalten an einer

VOC-Minimierung ist nur noch als Lippenbekenntnis

zu sehen, da

die Einhaltung der Duftstofffreiheit in den Räumen des Klinikums

nicht mehr garantiert wird.

Die fortschreitende Psychosomatisierung bzw. Psychiatrisierung

von Patienten mit chronischen Multisystemerkrankungen scheint

systematisch ausgedehnt zu werden, da auch andere naturheilkundlich

ausgerichtete Kliniken davon betroffen sind.




Der Vorstand des dbu erkennt in diesen Vorgängen die Tendenz

von Sozialversicherungsträgern, die Umweltmedizin weiter

zurückzudrängen

und die von ihr betreuten Patienten zu diskreditieren.

Da nach offizieller Lesart die Umweltmedizin keine Leistung der

GKV darstellt, sind nach Meinung der KVen selbst EBM gelistete

Laborleistungen für umweltmedizinische Patienten nur als

Selbstzahlerleistungen zu erbringen. Diese Laboruntersuchungen

werden also von den meisten niedergelassenen Ärzten nur als

IGeL zu Lasten des Versicherten angeboten. Wenn der Patient sich

aus Kostengründen die Untersuchungen nicht leisten kann, fehlen

umweltmedizinisch relevante Ergebnisse, was dann zwangsläufig

zur Psychiatrisierung oder Psychosomatisierung führt. Es

schließt sich so der Kreis.........




Um der aus dem geschilderten Sachverhalt resultierenden Gefahr

für die Umweltmedizin in Deutschland entgegen zu wirken,

bedarf es Anstrengungen aus allen Umweltverbänden.

Der dbu wird deshalb, mit Unterstützung durch EUROPAEM, den

ersten Schritt wagen und in Kürze seine „Praxisleitlinie Umweltmedizin“

herausgeben."


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/umg-4.10-Forum-dbu.pdf
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Beitragvon Beobachter » Donnerstag 24. November 2011, 07:07

Zu "Juliane":

Danke für den wichtigen Eintrag.

Die zitierte Aussage von Dr. med. H.-P. Donate bestätigt die schlimmsten Vermutungen/Befürchtungen.
Und die aktuellen dbu-Leitlinien bestätigen sie doppelt.

Welche Funktion hat Dr. med. H.-P. Donate heute beim dbu ("vor einem Jahr stellvertretender Vorstandsvorsitzender")?

Viele Grüße
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Beitragvon Kira » Donnerstag 24. November 2011, 11:23

MCS eine körperlich bedingte Erkrankung mit klaren Manifestationen
viewtopic.php?t=16638
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 24. November 2011, 12:25

@ Beobachter

Vorstand dbu

http://www.dbu-online.de /index.php?id=109



Dr. Donate in den neuen Leitlinien:

Seite 28

Dr. med. Hans-Peter Donate, Arzt für Allgemeinmedizin, Umweltmedizin, Vorstandsmitglied des dbu


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 24. November 2011, 12:31

@ Kira


Man muss bedenken:

Ärzte vom globalen Wissenspool abgeschnitten

viewtopic.php?t=15865



"Vom globalen Wissenspool abgeschnitten

Alle wesentlichen Studien dieser Welt werden in Zeitschriften mit möglichst hohem wissenschaftlichen Standard veröffentlicht. Diese Zeitschriften sind ausnahmslos englisch. Aus diesen Zeitschriften wird 50 mal häufiger zitiert, verglichen mit deutschen Zeitschriften.

Und nachdem – so Professor Antes – 80% der deutschen Ärzteschaft nichts in englischer Sprache lesen, sind wir hier in Deutschland in der Medizin zwangsläufig „vom globalen Wissenspool abgeschnitten.“

Auch „bei den deutschen politischen Instanzen und Organisationen“ ist eine „erstaunliche Ignoranz und ein weit verbreitetes Desinteresse ... festzustellen“

Resultat: „ Deutschland spielt auf dem Marsch in die globale Wissens- und Informationsgesellschaft in der Medizin nur eine Nebenrolle oder taucht an vielen Stellen überhaupt nicht auf“.

Beispiel: soeben hat ein deutscher Wissenschaftler den Nobelpreis für die Entdeckung des Virus verantwortlich für Gebährmutterhalskrebs bekommen. Die zugehörige zentrale Studie hat über 12.000 Frauen in 90 Zentren in 30 Ländern verglichen. Deutschland war nicht dabei........

PS: Der mehrfach genannte Professor G.Antes ist langjähriger Direktor des deutschen Cochrane Zentrums in Freiburg ... und muss es ja wissen. "

http://www.strunz.com/news.php?newsid=676&tag=&ab=0
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Beitragvon Kira » Donnerstag 24. November 2011, 15:09

@Juliane,
ohhhhh das hatte ich ganz vergessen .... um so mehr müssen wir ja aufklären!!
AHA- Erlebnis: deshalb gibt es keine englische Version der Leitlinien. Man lässt sich scheinbar nicht gerne über den Tellerrand gucken.
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Beitragvon Beobachter » Donnerstag 24. November 2011, 15:21

Wenn Dr. Donate noch vor Kurzem (2010) die "Psychiatrisierung der Umweltmedizin" und das Fehlen der notwendigen Laboruntersuchungen kritisiert hat (diagnostische Ausschlussverfahren, Laboruntersuchungen u.a.; besonders für "Selbstzahler", weil nicht abrechenbar)- wie kann er dann aktuell die dbu-Leitlinien mittragen (als immer noch stellvertretender Vorsitzender) und verantwortlich zeichnen?
Denn gerade dort wird ja die Umweltmedizin zurückgedrängt, und betroffene Patienten werden diskreditiert und in die "psychische Schublade" gestopft.
Und MCS wird nicht als körperliche Erkrankung gesehen und bewertet.

Für mich jedenfalls gehen seine oben zitierten kritischen Äußerungen (2010) nicht zusammen mit dem Inhalt der aktuellen dbu-Leitlinien - die genau das festschreiben sollen, wogegen er eigentlich ist (war).

Viele Grüße
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 24. November 2011, 16:34

@ Beobachter

Vielleicht war der Text der neuen LEID-Linien ja eine "Auftragsarbeit".
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Beitragvon Thommy the Blogger » Donnerstag 24. November 2011, 16:58

Ausländische Wissenschaftler fragen: "What's up in Germany?"
http://www.csn-deutschland.de/blog/2008/02/14/auslaendische-wissenschaftler-in-der-medizin-fragen-whats-up-in-germany/

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, wenn man sich mit Ärzten, Wissenschaftlern oder Organisationsleitern aus dem Bereich der Umweltmedizin aus den USA ganz pauschal über Studien zu Chemikaliensensitivität unterhält, lautet: “What’s up in Germany?” (Was ist los in Deutschland?).
Der Grund: Bei den wissenschaftlichen Studien, die in den vergangenen 10 Jahren über die Erkrankung Chemikaliensensitivität (MCS - Multiple Chemical Sensitivity, WHO ICD-10 T78.4) veröffentlicht wurden, fallen die Deutschen aus dem Rahmen. Leider nicht im positiven Sinne.

Unter dem Teppich türmen sich die Fakten...
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Beitragvon Beobachter » Donnerstag 24. November 2011, 18:16

Zu "Juliane" und "Thommy the Blogger":

Wenn es tatsächlich, wie vermutet, eine "Auftragsarbeit" war, muss man sich fragen: in wessen Auftrag ...?
Und warum diese dann geliefert wird u. U. entgegen der eigenen Überzeugung - denn das muss man ja m. E. beinahe unterstellen, wenn man beide Texte vergleicht (Zitat und Leitlinien).

"What`s up in Germany": Das fragen sich bestimmt nicht nur kompetente und kritische Geister in den USA, sondern auch hierzulande.
Warum werden offensichtlich vorhandene Untersuchungen, Studien und Fakten (nach gründlicher Prüfung) hier nicht mit einbezogen?
Wie ist der Forschungsstand eigentlich im europäischen Ausland?
Fällt "nur" Deutschland so negativ aus dem Rahmen?
Weil keine wissenschaftlichen MCS-Studien gemacht werden oder weil die hier veröffentlichten so "verquer" sind, dass man sie im Ausland nicht ernst nimmt?

Fragen über Fragen ... man müsste den Teppich heben ... ;-)

Viele Grüße
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 24. November 2011, 18:52

Da muss man im Februar mit dem Autorenteam in See stechen, Beobachter
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Beitragvon Beobachter » Donnerstag 24. November 2011, 20:42

So isses, Juliane ... :-)
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Beitragvon mirijam » Donnerstag 24. November 2011, 21:59

Ich könnte schon wetten, dass diese Leitlinien nicht zur Rettung, sondern zum endgültigen Untergang der Umweltmedizin führen werden, denn sie eröffnen der Psychiatrisierung noch mehr Türchen.

Ob gut oder nicht gut gemeint, mit dieser Leitlinie ist man meines Erachtens dabei, den Umweltkranken einen Bärendienst zu erweisen, der fatale Folgen haben kann.

Aber welcher Arzt ist heute kein Knecht? Deshalb müssen die Patienten die Verantwortung für die eigene Gesundheit und somit kausal bedingt hoffentlich auch für die Umweltmedizin mitübernehmen, indem man alle vorhandenen Möglichkeiten einsetzt und nutzt, um die eigenen Rechte durchzusetzen. Wer passiv erwartet, \"gerettet\" zu werden, wird enttäuscht sein. Eine aktivere Rolle ist notwendig, wenn man weiter kommen will.

Welche Mittel?

Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung (siehe o, Post von Silvia)

Rechtliche Mittel

Alle geeigneten Massenmedien (auch zur Öffentlichmachung von skandalösen Vorfällen)


- Editiert von mirijam am 28.02.2012, 00:07 -
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Beitragvon Kira » Freitag 25. November 2011, 08:36

„Das Thema MCS hat zu einer Polarisierung in den Grundauffassungen zu den Ursachen chronisch-entzündlicher Krankheiten geführt. Vorsorge, Diagnostik und Therapie von Chemikalienüberempfindlichkeit einschließlich MCS und von umweltbedingten Krankheiten insgesamt werden von der sogenannten „evidence-based-medicine“, zu Deutsch „Schulmedizin“ meist nicht betrieben, vernachlässigt oder aus Unkenntnis falsch praktiziert. Verantwortlich dafür sind bestimmte Merkmale des aktuellen Gesundheitswesens:
- Das umweltmedizinische Wissen von Haus- und Fachärzten ist zumeist nahezu gleich Null, wie die schmerzhaften Erfahrungen von Hunderten von Betroffenen in Deutschland zeigen (Scherrmann, 2008)
- Das gesamte Gesundheitswesen einschließlich der Haus- und Fachärzte, Kliniken und Ambulanzen, Reha- und Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften ist hauptsächlich auf die Reparatur von bereits eingetretenen Schäden ausgerichtet, anstatt Vorsorge und Ursachenbeseitigung zur Vermeidung chronischer Krankheiten in Betracht zu ziehen.

Die deutsche Medizin stellt einen perfekten Reparaturbetrieb dar. In kaum einem anderen Land funktionieren Infarkt- und Schlaganfall-Sofortmaßnahmen in den sogenannten „Stroke-Units“ so gut wie in Deutschland. Tausende von Medikamenten beseitigen oder lindern Symptome, ohne die Ursache zu therapieren. Ziel ist die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Organismus, ähnlich wie die Militärmedizin verwundete Soldaten wieder kampffähig macht, ohne die Ursachen der Verletzung, den Krieg , beenden zu können. Beispiele: Diabetes wird mit gentechnisch hergestelltem Insulin behandelt; Ziel: Der Blutzucker muss runter. Betablocker senken den Blutdruck effektiv, Statine senken den Blutfettgehalt und das Cholesterin. Für nahezu jede Stoffwechsel-Fehlfunktion gibt es einen chemischen Stoff, der eine Gegenregulation in Gang setzt. Doch die Faktoren, die erhöhten Blutdruck und Blutzucker, erhöhtes Cholesterin, oxidativen Stress und chronische Entzündungen verursachen, werden meist nicht behandelt. Das liegt nicht im Interesse des Medizinbetriebes und der Pharmaindustrie, die beide auf einen funktionierenden Reparaturbetrieb ausgerichtet sind und finanziell auch gut davon profitieren.“
aus Hill, Huber,Müller: Multiple Chemikalien-Sensitivität,2010, Seite 305
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Beitragvon Clarissa » Freitag 25. November 2011, 08:53

Unsere Medizin kann man mit einer völlig maroden Ruine vergleichen, es wird ein bisschen Putz und etwas Farbe verwendet um es von aussen wieder gut ausschauen zu lassen aber innen drin ist immer noch alles marode.

Das nennt man beim Militär Tarnmanöver, wir tun so als ob es nicht vorhanden wäre.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Kira » Freitag 25. November 2011, 12:09

einer der Mitunterzeichner. Volker Engelhardt, Arzt und Heilpraktiker, Braunschweig, Vorstandsmitglied des dbu
seine Philosophie u.a.
"Philosophisch-psychosomatisch betrachtet ist aber die Krankheit (Gibt es das in diesem Sinne überhaupt?) einfach ein “Not-wendiges” korrigierendes Element, das uns zurück in unsere individuelle wie auch übergeordnet-kosmische Ganzheit bringen soll, und kein Übel. Verstoßen wir also in diesem Sinne gegen eigene oder übergeordnete Lebensmaxime, so werden wir “krank”, wir öffnen uns also für eine zu unserem momentanen emotional-geistigen Zustand passende Erkrankung. Dabei kann dieses Krankwerden natürlich neben den erwähnten äußeren Belastungen auch das Resultat ungesunder Ernährung oder einer Ausbeutung oder mangelnden Pflege unseres Körpers sein, was aber in letzter Konsequenz ebenfalls auf eine emotional-geistig bedingte Fehlhaltung zurückgeführt werden kann. Letztendlich liegt spirituell betrachtet immer ein Regelübertritt aus Mangel an Bewusstheit vor, der korrigiert werden sollte, um zurück in die Ganzheit, also den Einklang mit Allem, zu gelangen."
http://www.naturheilpraxisengelhardt.de/naturheilpraxis-philosophie.html
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Beitragvon Juliane » Samstag 26. November 2011, 15:29

Presseinformation des DBU vom 25.11.2011


Kontakt:

Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner e.V.

Geschäftsstelle

Volker von Baehr

Siemensstraße 26a

12247 Berlin

Telefon: 030/7715 - 484


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Pressinfo_Leitlinie_2011_12.pdf

http://www.dbu-online.de /index.php?id=482


viewtopic.php?t=16662
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